Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Das Dog Aging Project baut eine wegweisende Multi-Omik-Kohorte auf, um die Altersbiologie zu entschlüsseln

Das Dog Aging Project hat 976 Begleithunde eingeschlossen, um longitudinale Multi-Omik-Daten – Epigenom, Darmmikrobiom, Metabolom – als translationalen Alterungsmodell zu erheben.

Dienstag, 30. Juni 2026 1 Aufruf
Veröffentlicht in Geroscience
A golden retriever sitting calmly on a veterinary exam table while a vet collects a blood sample, bright clinical setting.

Zusammenfassung

Das Dog Aging Project (DAP) hat eine Präzisionskohorte von rund 1.000 Begleithunden ins Leben gerufen, um Alterungsmechanismen durch longitudinales Multi-Omics-Profiling zu untersuchen. Stratifiziert nach Lebensabschnitt, Geschlecht, Größe und geografischer Lage wurden 976 Hund-Halter-Paare über private Tierarztpraxen in den gesamten USA rekrutiert. Bioproben – Blut, Urin, Kot und Haare – wurden gesammelt und für ein großes Blutbild, klinisch-chemische Panels, durchflusszytometrisches Immunphänotypisierung, Metabolomik, Sequenzierung des fäkalen Mikrobioms sowie epigenomisches Profiling aufbereitet. Das Datenmanagement erfolgte über eine maßgeschneiderte REDCap-Plattform. Die Kohorte befindet sich bereits in ihrer zweiten und dritten jährlichen Erhebungswelle und baut so einen umfangreichen longitudinalen Datensatz auf. Alle Daten sind für Forschende weltweit offen zugänglich, wodurch Hunde als leistungsstarkes translational­es Modell für die menschliche Gerowissenschaft positioniert werden.

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Detaillierte Zusammenfassung

Das Verständnis des molekularen Alterungsprozesses erfordert große, gut charakterisierte Kohorten mit hochwertigen longitudinalen Bioproben – etwas, das in Humanstudien aufgrund von Kosten, Zeit und biologischer Komplexität äußerst schwer zu erreichen ist. Haushunde bieten eine überzeugende Alternative: Sie teilen die menschliche Umgebung, entwickeln viele der gleichen altersbedingten Krankheiten und altern etwa 7–10-mal schneller, wodurch Jahrzehnte biologischer Veränderungen in ein handhabbares Untersuchungsfenster komprimiert werden.

Das Dog Aging Project (DAP) hat die Precision Cohort speziell dafür konzipiert, multi-omische Alterungssignaturen über die gesamte kanine Lebensspanne hinweg zu erfassen. Etwa 1.000 Hund-Halter-Paare wurden in stratifizierte Gruppen eingeteilt, basierend auf dem Lebensabschnitt (vom Welpen bis zum Seniortier), Geschlecht, Körpergröße (ein starker Proxy für die Lebenserwartung bei Hunden) und geografischer Region innerhalb der Vereinigten Staaten. Diese Stratifizierung stellt sicher, dass die Kohorte ausreichende Variation in den Alterungsverläufen erfasst, um Längsschnittanalysen statistisch abzusichern.

Die Bioprobenentnahme erfolgte in Zusammenarbeit mit tierärztlichen Primärversorgungskliniken – ein innovatives dezentrales Modell, das den Engpass zentralisierter Forschungseinrichtungen vermeidet. Von 976 eingeschriebenen Hunden sammelten die Forscher Blut (für CBC, klinische Chemie, Durchflusszytometrie-Immunphänotypisierung), Urin (für Urinanalyse), Kot (für die Mikrobiomcharakterisierung mittels Sequenzierung) und Haare (für epigenomisches Profiling mittels DNA-Methylierung). Ein maßgeschneidertes, auf REDCap basierendes elektronisches Datenerfassungssystem wurde entwickelt, um Teilnehmermanagement, Logistik, Probentracking und Umfragedaten in einer sicheren Online-Umgebung zu koordinieren.

Der resultierende Datensatz gehört zu den umfassendsten multi-omischen Alterungsressourcen in einer nicht-menschlichen Spezies. Er integriert klinische Chemie, Immunzell-Phänotypisierung, ungerichtete Metabolomik, Darmmikrobiom-Zusammensetzung und genomweite DNA-Methylierung – alles longitudinal erhoben, wobei die Kohorte bereits in den zweiten und dritten jährlichen Erhebungszyklus eingetreten ist. Die zugehörigen Metadaten erfassen präanalytische Variablen wie Probenhandhabungsbedingungen und Verarbeitungszeiten, was eine rigorose Qualitätskontrolle bei nachgelagerten Analysen ermöglicht.

Ein prägendes Merkmal der DAP Precision Cohort ist ihr Open-Data-Modell. Forscher weltweit können einen Datenzugang beantragen, was diese Ressource zu einem Gemeinschaftsgut für die Gerowissenschaft macht. Die hier demonstrierte Infrastruktur, Methodik und das dezentrale, klinikbasierte Erhebungsmodell bieten einen skalierbaren Entwurf für künftige Längsschnittstudien zum Altern bei Hunden und potenziell anderen Heimtieren. Das translationale Potenzial ist erheblich: Molekulare Alterungsuhren, Immunalterungssignaturen und Mikrobiom-Gesundheits-Korrelationen, die in dieser Kohorte entwickelt werden, könnten parallele Mechanismen beim menschlichen Altern beleuchten.

Wichtigste Erkenntnisse

  • 976 companion dogs enrolled across strata of life stage, sex, size, and US geography for longitudinal multi-omic aging research.
  • Biospecimens collected include blood, urine, feces, and hair, yielding CBC, metabolomics, microbiome, epigenome, and flow cytometry data.
  • A custom REDCap platform was built to manage distributed data collection across private veterinary clinics nationwide.
  • The cohort is already in its second and third annual collection waves, enabling true longitudinal aging analysis.
  • All data are openly available to global researchers, establishing a shared community resource for translational geroscience.

Methodik

Prospektive Längsschnitt-Kohortenstudie mit ca. 1.000 Haushunden, stratifiziert nach Lebensabschnitt, Geschlecht, Körpergröße und geografischer Herkunft; Bioproben (Blut, Urin, Fäzes, Haar) werden jährlich über ein Netzwerk privater Tierarztpraxen gesammelt. Die Datenverwaltung erfolgt über eine maßgeschneiderte REDCap-Implementierung mit multi-omischen Analysen, darunter DNA-Methylierung, Metagenomik, Metabolomik, großes Blutbild, klinische Chemie und Immunphänotypisierung.

Studienlimitierungen

Die Kohorte ist auf die Beteiligung der Tierhalter und private Tierarztpraxen angewiesen, was zu einem Selektionsbias zugunsten gesünderer oder gesundheitsbewussterer Hund-Halter-Paare führen kann. Präanalytische Variabilität über die verteilten Probenahmestellen hinweg kann trotz Metadatenkontrollen einige empfindliche multi-omische Assays beeinflussen. Die biologische Übertragbarkeit von Hunden auf Menschen erfordert angesichts der Speziesunterschiede eine sorgfältige Validierung.

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