230 Millionen Menschen leiden an pAVK – das zeigt die neueste Wissenschaft
Eine umfassende Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 ordnet die periphere arterielle Verschlusskrankheit als globale Krise ein, die dringendes, multidisziplinäres Handeln erfordert.
Zusammenfassung
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) betrifft weltweit etwa 230 Millionen Menschen und wird durch Atherosklerose, Alterung, Rauchen, Diabetes, Hypertonie und Dyslipidämie begünstigt. Dieser umfassende Übersichtsartikel aus Nature Reviews Disease Primers (2025) behandelt Epidemiologie, Diagnostik, Risikostratifizierung und Management der pAVK. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, Gliedmaßenverlust und stark eingeschränkte Gehfähigkeit. Die Behandlungsleitlinien betonen den Einsatz antithrombotischer, lipidsenkender, blutzuckersenkender und antihypertensiver Therapien in Kombination mit strukturierten Bewegungsprogrammen. Revaskularisierungsmaßnahmen sind für gliedmaßenbedrohende Ischämien oder therapierefraktäre funktionelle Beeinträchtigungen vorbehalten. Die Autoren unterstreichen, dass ein multidisziplinäres Gefäßteam für eine individualisierte Versorgung unerlässlich ist, und fordern einen stärkeren Forschungsfokus auf die Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten sowie eine bessere Umsetzung der leitliniengerechten Therapie.
Detaillierte Zusammenfassung
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) gehört zu den weltweit häufigsten und dennoch am meisten unterschätzten kardiovaskulären Erkrankungen. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen schleichend und erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gliedmaßenamputation erheblich. Obwohl schätzungsweise 230 Millionen Menschen weltweit betroffen sind, bleibt die pAVK häufig so lange undiagnostiziert, bis bereits erhebliche Schäden entstanden sind – was diesen umfassenden Übersichtsartikel aus dem Jahr 2025 in Nature Reviews Disease Primers besonders aktuell macht.
Der Übersichtsartikel behandelt systematisch die grundlegende Pathophysiologie der pAVK: arterielle Verschlüsse in den unteren Extremitäten, die vorwiegend durch Atherosklerose und Thrombose verursacht werden. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Rauchen, Typ-2-Diabetes, Hypertonie und Dyslipidämie – allesamt Erkrankungen, die in alternden Bevölkerungen zunehmend verbreitet sind. Die wachsende globale Krankheitslast der pAVK dürfte sich daher mit dem demografischen Wandel weiter verstärken.
Die Diagnose stützt sich auf klinische Beurteilung, bildgebende Verfahren und Risikoklassifizierungsinstrumente. Der Knöchel-Arm-Index (ABI) bleibt ein zentrales Screening-Instrument. Nach der Diagnosestellung sollten Patientinnen und Patienten eine leitliniengerechte medizinische Therapie (GDMT) erhalten, die thrombozytenaggregationshemmende oder antikoagulatorische Wirkstoffe, Statine, blutzuckersenkende Medikamente und Antihypertensiva umfasst. Strukturierte Bewegungstherapie wird als entscheidend hervorgehoben – nicht nur zur Verbesserung der Gehleistung, sondern auch zur Reduktion kardiovaskulärer und gliedmaßenbezogener Ereignisse.
Bei Patientinnen und Patienten mit kritischer Extremitätenischämie – ob akut oder chronisch – oder bei ausbleibendem Ansprechen auf konservative Maßnahmen werden Revaskularisierungseingriffe empfohlen. Die Komplexität dieser Entscheidungen unterstreicht die Notwendigkeit koordinierter, multidisziplinärer Gefäßmedizin-Teams.
Die Autoren benennen wesentliche Versorgungslücken: anhaltende gesundheitliche Ungleichheiten bei der Diagnose und Behandlung der pAVK, eine unvollständige Umsetzung der GDMT in der klinischen Praxis sowie unzureichende Evidenz zur Optimierung von Bewegungsprogrammen. Künftige Forschungsschwerpunkte umfassen gezielte Strategien zur Schließung dieser Lücken und zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Als Übersichtsartikel liefert diese Publikation Klinikerinnen, Klinikern und Forschenden einen definitiven, aktuellen Rahmen für das Verständnis und das Management der pAVK.
Wichtigste Erkenntnisse
- PAD affects approximately 230 million people globally, with prevalence rising due to aging and cardiovascular risk factors.
- Patients with PAD face significantly elevated risks of major cardiovascular events, limb loss, and impaired walking ability.
- Guideline-directed medical therapy — including antithrombotics, statins, and antihypertensives — is the cornerstone of PAD management.
- Structured exercise therapy improves both functional capacity and cardiovascular outcomes in PAD patients.
- Revascularization is indicated for limb-threatening ischemia or severe functional impairment unresponsive to conservative care.
Methodik
Dies ist ein umfassendes narratives Review, das als Teil der Nature Reviews Disease Primers-Reihe veröffentlicht wurde und aktuelle epidemiologische, pathophysiologische, diagnostische sowie therapeutische Erkenntnisse zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAD) zusammenfasst. Es wurde von einem multinationalen Gremium von Gefäßmedizinexperten aus Europa und Nordamerika verfasst. Als Primer berichtet es keine originären experimentellen Daten, sondern destilliert die bestehende Evidenzbasis zu klinischen und forschungsbezogenen Leitlinien.
Studienlimitierungen
Da es sich um eine Übersichtsarbeit handelt, die ausschließlich auf dem Abstract basiert, können spezifische Datenpunkte, metaanalytische Befunde oder neuartige Empfehlungen, die über aktuelle Leitlinien hinausgehen, nicht bestätigt werden. Die Übersichtsarbeit ist narrativer und nicht systematischer oder metaanalytischer Natur, was bei der Evidenzsynthese einen Selektionsbias begünstigen kann. Interessenkonflikt-Angaben mehrerer Autoren mit Verbindungen zur Pharmaindustrie sollten bei der Interpretation der Schwerpunktsetzung auf pharmakologische Therapien berücksichtigt werden.
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