Longevity & AgingPressemitteilung

Test auf arterielle Steifigkeit übertrifft Standardwert bei der Herzrisikobewertung bei Autoimmunerkrankungen

Ein einfacher Ultraschalltest sagte kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen deutlich besser vorher als SCORE2 und bietet damit ein neues Screening-Instrument.

Samstag, 20. Juni 2026 3 Aufrufe
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: Arterial Stiffness Test Beats Standard Score for Heart Risk in Autoimmune Disease

Zusammenfassung

Menschen mit autoimmunen rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis haben ein um 50–100 % höheres kardiovaskuläres Risiko als die Allgemeinbevölkerung – doch standardmäßige Risikorechner erfassen dies häufig nicht. Eine neue Studie begleitete 143 Patienten über sieben Jahre und stellte fest, dass die karotis-femorale Pulswellengeschwindigkeit (cfPWV) – eine schnelle, nicht-invasive Ultraschallmessung der arteriellen Steifigkeit – Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere kardiovaskuläre Ereignisse mit einem Genauigkeitswert von 0,84 vorhersagte, verglichen mit lediglich 0,56 für das weit verbreitete SCORE2-System. Dieser Wert nahe dem Zufallsniveau bei SCORE2 verdeutlicht eine echte Versorgungslücke. Arterielle Steifigkeit, die von Standardrisiko-Tools ignoriert wird, scheint das erhöhte kardiovaskuläre Risiko abzubilden, das durch chronische Entzündungen bei rheumatischen Erkrankungen entsteht. Dieser Test könnte die Früherkennung von Hochrisikopatienten durch Rheumatologen erheblich verbessern.

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Detaillierte Zusammenfassung

Für Patienten, die mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, systemischer Sklerose oder Spondylarthritis leben, stellt das Herz-Kreislauf-System eine stille und anhaltende Bedrohung dar. Chronische Entzündungen beschleunigen die arterielle Alterung und verdoppeln das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und verwandte Ereignisse im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ungefähr. Dennoch wurden die Instrumente, die Ärzte üblicherweise zur Risikoabschätzung einsetzen, nicht für diese Patientengruppe entwickelt.

Eine neue Studie, die in RMD Open veröffentlicht wurde, begleitete 143 Patienten mit diesen drei Erkrankungen über einen medianen Zeitraum von sieben Jahren und erfasste dabei 20 kardiovaskuläre Ereignisse. Die Forscher verglichen die Vorhersagegenauigkeit der karotis-femoralen Pulswellengeschwindigkeit (cfPWV) – einem ultraschallbasierten Maß für die Steifigkeit der Arterien – mit SCORE2, dem standardmäßigen europäischen Herzkreislauf-Risikorechner.

Die Ergebnisse waren beeindruckend. cfPWV erreichte eine Fläche unter der Kurve von 0,84, was bedeutet, dass zukünftige Ereignispatienten von Nicht-Ereignispatienten mit hoher Genauigkeit korrekt unterschieden wurden. SCORE2 erzielte lediglich 0,56 – kaum besser als der Zufall. Die Sensitivität von cfPWV lag bei 87 % gegenüber 60 % bei SCORE2, was bedeutet, dass mit dem neueren Ansatz deutlich weniger Hochrisikopatienten übersehen würden.

Warum ist das bedeutsam? Arterielle Steifigkeit ist eine direkte nachgelagerte Folge entzündungsbedingter Gefäßschäden – genau der Mechanismus, der das kardiovaskuläre Risiko bei rheumatischen Erkrankungen erhöht. SCORE2 stützt sich auf konventionelle Faktoren wie Alter, Cholesterin und Blutdruck, die diese Entzündungslast nicht erfassen. cfPWV liest im Wesentlichen den bereits an den Gefäßwänden entstandenen biologischen Schaden ab.

In der Praxis ist cfPWV nicht-invasiv, verhältnismäßig schnell durchführbar und in einem klinischen Umfeld einsetzbar. Sollte die Methode in größeren Studien validiert werden, könnte sie zu einem Routinescreening-Instrument in rheumatologischen Kliniken werden. Zu den Einschränkungen der Studie zählen die kleine Stichprobengröße sowie die Abhängigkeit von selbstberichteten Folge­ereignissen, sodass eine Replikation in größeren, prospektiven Kohorten erforderlich ist, bevor sich klinische Leitlinien verändern.

Wichtigste Erkenntnisse

  • cfPWV predicted cardiovascular events with AUC of 0.84 vs 0.56 for SCORE2 in rheumatic disease patients
  • cfPWV sensitivity was 87% vs 60% for SCORE2, catching far more true high-risk patients
  • Arterial stiffness captures inflammation-driven vascular damage that standard risk calculators miss
  • Rheumatic disease patients face 50–100% higher cardiovascular risk than comparable healthy adults
  • The test is non-invasive and ultrasound-based, making it feasible for routine rheumatology practice

Methodik

Dies ist ein Nachrichtenbericht, der eine peer-reviewed Studie zusammenfasst, die in RMD Open, einer angesehenen rheumatologischen Fachzeitschrift, veröffentlicht wurde. Bei der Studie handelte es sich um eine retrospektive Beobachtungskohortenstudie mit 143 Patienten, die über einen medianen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet wurden, wobei 20 kardiovaskuläre Ereignisse erfasst wurden. Die Nachsorgedaten wurden per telefonischer Selbstauskunft der Patienten erhoben, was einen Erinnerungsbias einführt.

Studienlimitierungen

Die Studie war mit nur 143 Patienten und 20 Ereignissen mäßig gepowert, was die statistische Aussagekraft einschränkt. Die Daten zu kardiovaskulären Ereignissen wurden per telefonischer Nachverfolgung selbst berichtet, was potenzielle Erinnerungs- und Berichtsverzerrungen einführt. Größere prospektive Studien mit objektiver Ereignisadjudikation sind erforderlich, bevor cfPWV die aktuellen Risikoklassifikationsleitlinien ersetzt oder diesen formal als Nahrungsergänzungsmittel beigefügt wird. Wait, I need to correct that last part - "supplements" here means "ergänzt" (as a verb), not the noun "Nahrungsergänzungsmittel". Die Studie war mit nur 143 Patienten und 20 Ereignissen mäßig gepowert, was die statistische Aussagekraft einschränkt. Die Daten zu kardiovaskulären Ereignissen wurden per telefonischer Nachverfolgung selbst berichtet, was potenzielle Erinnerungs- und Berichtsverzerrungen einführt. Größere prospektive Studien mit objektiver Ereignisadjudikation sind erforderlich, bevor cfPWV die aktuellen Risikoklassifikationsleitlinien ersetzt oder diese formal ergänzt.

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