Aspirin erhöht das Krebstodesrisiko bei älteren Erwachsenen – Was die neuesten Studien zeigen
Jahrzehntelanger Optimismus gegenüber Aspirin wird auf den Kopf gestellt. Neue Studiendaten zeigen, dass niedrig dosiertes Aspirin bei älteren Erwachsenen die Krebssterblichkeit erhöhen könnte.
Zusammenfassung
Aspirin wurde einst als wirksames Mittel zur Vorbeugung von Herzinfarkten und zur möglichen Senkung des Krebsrisikos gefeiert und galt als feste Größe in der Präventivmedizin. Doch eine Reihe neuer Erkenntnisse – darunter die ASPREE-Studie und ihre Folgeuntersuchung aus dem Jahr 2026 – stellen diesen Konsens in Frage. Bei älteren Erwachsenen ohne vorherige Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte niedrig dosiertes Aspirin die Gesamtmortalität nicht nur nicht senken, sondern war mit einer erhöhten Krebssterblichkeit verbunden. Ein Cochrane Library-Review aus dem Jahr 2026 verkomplizierte das Bild weiter, während eine Studie aus dem Jahr 2025 in Nature einen möglichen Mechanismus aufzeigte, durch den Aspirin Krebsmetastasen über Blutplättchen-Signalwege noch immer hemmen könnte. Die aktuellen Leitlinienempfehlungen haben sich verändert: Aspirin wird nicht mehr allgemein zur Primärprävention empfohlen, kann jedoch für bestimmte Hochrisikogruppen – wie etwa Patienten mit Lynch-Syndrom – weiterhin von Bedeutung sein.
Detaillierte Zusammenfassung
Aspirin gehört seit Jahrzehnten zu den vertrauenswürdigsten Mitteln der Medizin und wurde für seine Fähigkeit geschätzt, kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren und sogar das Krebsrisiko zu senken. Frühe Beobachtungsdaten und Metaanalysen – darunter wegweisende Arbeiten von Rothwell und Kollegen – legten nahe, dass tägliche niedrig dosierte Aspirin die Krebsinzidenz und -mortalität deutlich senken könnte. Die U.S. Preventive Services Task Force empfahl Aspirin sogar 2016 zur Prävention von Darmkrebs und festigte damit seinen Status als Langlebigkeits-nahes Interventionsmittel.
Die Wende begann mit dem ASPREE-Trial, einer großen randomisierten kontrollierten Studie mit über 19.000 älteren Erwachsenen in Australien und den USA. ASPREE, veröffentlicht im New England Journal of Medicine im Jahr 2018, stellte fest, dass Aspirin keinen Nutzen für das behinderungsfreie Überleben brachte und mit höheren Raten schwerer Blutungen verbunden war. Noch auffälliger war, dass mit Aspirin behandelte Teilnehmer eine erhöhte Gesamtmortalität zeigten, die größtenteils auf krebsbedingte Todesfälle zurückzuführen war – ein zutiefst kontraintuitiver Befund.
Das ASPREE-Follow-up von 2026, veröffentlicht in JAMA Oncology, erweiterte diese Beobachtungen und bestätigte, dass niedrig dosierte Aspirin das Krebsmortalitätsrisiko bei älteren Erwachsenen signifikant erhöhte. Dies wurde durch einen Cochrane-Review von 2026 bekräftigt, der Aspirin und NSAIDs zur Darmkrebsprävention untersuchte und die Nutzen-Risiko-Abwägung um weitere Nuancen ergänzte. Die USPSTF hat ihre Empfehlung zur Darmkrebsprävention mit Aspirin seitdem zurückgezogen.
Dennoch ist die Wissenschaft nicht vollständig eindeutig. Eine Nature-Studie aus 2025 identifizierte einen spezifischen Mechanismus – die Unterdrückung von plättchenabgeleitetem TXA2 durch Aspirin, was wiederum die Anti-Tumor-Immunität der T-Zellen stärkt – und deutet darauf hin, dass Aspirin in bestimmten Kontexten die Krebsmetastasierung möglicherweise noch reduzieren kann. Patienten mit Lynch-Syndrom zeigen in Langzeit-Follow-up-Daten weiterhin einen Nutzen durch Aspirin.
Für Langlebigkeits-bewusste Personen ist die wesentliche Schlussfolgerung, dass ein pauschaler Aspirin-Einsatz bei älteren, gesunden Erwachsenen offenbar nicht gerechtfertigt ist. Eine personalisierte Risikobewertung – unter Abwägung von Herzkreislauf-Vorgeschichte, Krebsprädisposition und Blutungsrisiko – ist heute vor jeder Aspirin-Empfehlung unerlässlich.
Wichtigste Erkenntnisse
- ASPREE trial found low-dose aspirin increased cancer mortality in healthy older adults, contradicting earlier optimism.
- 2026 JAMA Oncology follow-up confirmed aspirin significantly raises cancer death risk in adults over 65.
- USPSTF withdrew colorectal cancer prevention endorsement for aspirin following accumulating trial evidence.
- A 2025 Nature study shows aspirin may still reduce metastasis by boosting T-cell immunity via platelet TXA2 suppression.
- Lynch syndrome patients remain a high-risk group where aspirin prophylaxis shows continued long-term benefit.
Methodik
Dr. Brad Stanfield ist ein in Neuseeland ansässiger Allgemeinmediziner, der eine nachgewiesene Erfolgsbilanz darin hat, begutachtete Langlebigkeitsforschung für ein breites Publikum aufzubereiten. Dieses Video fasst mehrere hochwertige Quellen zusammen, darunter NEJM, Lancet, JAMA Oncology sowie ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2026. Das Format ist ein kommentiertes Forschungs-Erklärvideo mit zeitgestempelten Abschnitten zu Studiengeschichte, Ergebnissen und klinischen Implikationen.
Studienlimitierungen
Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf der Videobeschreibung und den genannten Papiertiteln, da kein Transkript verfügbar war – spezifische Datenpunkte, Effektgrößen und die genauen Schlussfolgerungen des Referenten konnten nicht verifiziert werden. Zuschauer sollten die verlinkten Primärquellen konsultieren, insbesondere das ASPREE-Follow-up von 2026 in JAMA Oncology und den Cochrane-Review, bevor sie klinische Schlussfolgerungen ziehen.
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