SupplementsPressemitteilung

Gehirnnahrungsergänzungsmittel Tyrosin könnte die Lebenserwartung von Männern um fast ein Jahr verkürzen

Umfangreiche Studie mit 270.000 Personen zeigt: Höhere Tyrosinspiegel sind bei Männern mit kürzerer Lebenserwartung verbunden, nicht jedoch bei Frauen.

Sonntag, 29. März 2026 16 Aufrufe
Veröffentlicht in ScienceDaily Nutrition
Article visualization: Brain Supplement Tyrosine May Shorten Men's Lifespan by Nearly One Year

Zusammenfassung

Eine groß angelegte Studie mit über 270.000 Personen ergab, dass Männer mit höheren Tyrosin-Blutspiegeln – einer Aminosäure, die häufig als gehirnförderndes Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird – möglicherweise fast ein Jahr kürzer leben als jene mit niedrigeren Spiegeln. Tyrosin kommt natürlicherweise in proteinreichen Lebensmitteln vor und ist als Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung von Konzentration und kognitiver Leistungsfähigkeit beliebt. Die Untersuchung nutzte Daten der UK Biobank sowie genetische Analysen, um diesen Zusammenhang herzustellen, konnte jedoch keinen ähnlichen Effekt bei Frauen feststellen. Männer weisen typischerweise höhere Tyrosinspiegel auf als Frauen, was laut den Forschenden möglicherweise teilweise erklären könnte, warum Männer im Allgemeinen eine kürzere Lebenserwartung haben. Die Aminosäure trägt zur Produktion von Botenstoffen im Gehirn wie Dopamin bei und ist an Stressreaktionen beteiligt, doch untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch genau, warum sie die männliche Langlebigkeit auf andere Weise beeinflussen könnte.

Detaillierte Zusammenfassung

Eine bahnbrechende Studie mit über 270.000 Teilnehmern hat ergeben, dass Tyrosin, ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel für die Gehirnfunktion, die Lebenserwartung von Männern um fast ein Jahr verkürzen könnte. Dieser Befund stellt gängige Annahmen zur Aminosäure-Supplementierung in Frage und unterstreicht wichtige geschlechtsspezifische Unterschiede bei Langlebigkeitsfaktoren.

Forscher der University of Hong Kong und der University of Georgia analysierten UK Biobank-Daten, um zu untersuchen, wie Blutkonzentrationen von Tyrosin und Phenylalanin die Sterblichkeit beeinflussen. Obwohl beide Aminosäuren zunächst mit einem erhöhten Sterberisiko in Verbindung zu stehen schienen, zeigte eine weitergehende genetische Analyse, dass nur Tyrosin einen konsistenten, potenziell kausalen Zusammenhang mit einer verkürzten Lebenserwartung aufweist – und dies ausschließlich bei Männern.

Tyrosin spielt eine entscheidende Rolle für die Gehirnfunktion und ist an der Produktion von Neurotransmittern wie Dopamin beteiligt, die Stimmung, Motivation und kognitive Leistungsfähigkeit beeinflussen. Es kommt natürlicherweise in proteinhaltigen Lebensmitteln vor und wird weitverbreitet als konzentrationssteigerndes Nahrungsergänzungsmittel vermarktet. Die Studie ergab, dass Männer generell höhere Tyrosinspiegel aufweisen als Frauen, was möglicherweise zur gut dokumentierten Lebenserwartungslücke zwischen den Geschlechtern beiträgt.

Die biologischen Mechanismen sind noch ungeklärt, aber die Forscher vermuten, dass Tyrosin die Insulinresistenz und stressbedingte Hormonstoffwechselwege bei Männern und Frauen unterschiedlich beeinflusst. Diese metabolischen Unterschiede könnten erklären, warum der Langlebigkeitseffekt geschlechtsspezifisch zu sein scheint.

Obwohl diese Studie Tyrosin-Nahrungsergänzungsmittel nicht direkt untersuchte, wirft sie wichtige Fragen zur Langzeitsicherheit für Männer auf. Die Ergebnisse legen nahe, dass Strategien zur Langlebigkeitsoptimierung biologische Geschlechtsunterschiede berücksichtigen sollten und dass bei bestimmten Nährstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln mehr nicht immer besser ist.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Men with higher tyrosine levels may live nearly one year less than those with lower levels
  • No lifespan effect was found in women, suggesting sex-specific biological mechanisms
  • Men typically have higher baseline tyrosine levels than women
  • Tyrosine showed independent effects even after controlling for related amino acid phenylalanine
  • Genetic analysis supported a potentially causal relationship between tyrosine and male mortality

Methodik

Dies ist eine Forschungszusammenfassung, die über eine in Aging-US veröffentlichte, begutachtete Studie berichtet. Die Forschung verwendete eine robuste Methodik, die sowohl Beobachtungsanalysen als auch Mendelsche Randomisierung von UK Biobank-Daten mit über 270.000 Teilnehmern umfasste, und liefert damit starke Belege für die berichteten Zusammenhänge.

Studienlimitierungen

Die Studie testete keine Tyrosin-Nahrungsergänzungsmittel direkt, sondern nur Blutspiegel. Die Mechanismen, die den männerspezifischen Effekt erklären, bleiben unklar. Die Forschung ist trotz genetischer Analyse beobachtend, und individuelle Reaktionen können erheblich von bevölkerungsweiten Ergebnissen abweichen.

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