SupplementsPressemitteilung

Gehirn-Nahrungsergänzungsmittel Tyrosin könnte die Lebenserwartung von Männern um fast ein Jahr verkürzen

Große Studie mit 270.000 Personen zeigt: Höhere Tyrosin-Spiegel sind mit einer verringerten Lebenserwartung bei Männern verbunden – und werfen Fragen zur Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln auf.

Samstag, 28. März 2026 6 Aufrufe
Veröffentlicht in ScienceDaily Aging
Article visualization: Brain Supplement Tyrosine May Shorten Men's Lives by Nearly a Year

Zusammenfassung

Eine groß angelegte Studie mit über 270.000 Personen ergab, dass Männer mit höheren Tyrosin-Blutspiegeln – einer Aminosäure, die häufig als gehirnförderndes Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird – möglicherweise fast ein Jahr kürzer leben als jene mit niedrigeren Werten. Tyrosin kommt natürlicherweise in proteinreichen Lebensmitteln vor und ist bei Menschen beliebt, die ihre Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit verbessern möchten. Die Untersuchung nutzte sowohl Beobachtungsdaten als auch genetische Analysen, um diesen Zusammenhang zu belegen, wobei bei Frauen kein ähnlicher Effekt festgestellt wurde. Wissenschaftler vermuten, dass der Unterschied damit zusammenhängen könnte, wie Männer und Frauen Stresshormone und Insulin unterschiedlich verarbeiten. Obwohl Tyrosin eine wichtige Rolle bei der Produktion von Gehirnbotenstoffen wie Dopamin spielt, deuten diese Ergebnisse auf potenzielle Risiken hin, die bislang nicht bekannt waren – insbesondere für Männer, die Tyrosin-Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Detaillierte Zusammenfassung

Eine bahnbrechende Studie mit über 270.000 Teilnehmern hat einen unerwarteten Zusammenhang zwischen dem beliebten Gehirn-Nahrungsergänzungsmittel Tyrosin und einer verkürzten Lebenserwartung bei Männern aufgedeckt. Diese Forschung ist bedeutsam, weil Tyrosin weit verbreitet als Nahrungsergänzungsmittel zur kognitiven Leistungssteigerung eingenommen wird, seine Langzeitauswirkungen auf die Gesundheit jedoch bis jetzt kaum verstanden wurden.

Forscher der University of Hong Kong und der University of Georgia stellten fest, dass Männer mit erhöhten Tyrosin-Blutspiegeln eine um fast ein Jahr kürzere Lebenserwartung aufwiesen als jene mit niedrigeren Werten. Wichtig ist, dass dieser Zusammenhang spezifisch für Männer war – Frauen zeigten kein ähnliches Muster. Die Studie nutzte sowohl Beobachtungsdaten als auch genetische Analysetechniken, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu stärken.

Tyrosin ist eine Aminosäure, die an der Produktion von Dopamin und anderen Neurotransmittern beteiligt ist, die für Stimmung, Motivation und kognitive Funktion entscheidend sind. Es kommt natürlich in proteinreichen Lebensmitteln vor, wird aber auch als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet, das auf Fokus und geistige Leistungsfähigkeit ausgerichtet ist. Die Forscher wiesen darauf hin, dass Männer typischerweise höhere Tyrosin-Grundspiegel aufweisen als Frauen, was den anhaltenden Unterschied in der Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern teilweise erklären könnte.

Die praktischen Implikationen sind bedeutsam für die Millionen von Menschen – insbesondere Männer –, die Tyrosin-Nahrungsergänzungsmittel verwenden. Obwohl die Studie Nahrungsergänzungsmittel nicht direkt untersuchte, wirft sie wichtige Fragen zur Langzeitsicherheit auf. Wissenschaftler vermuten, dass der Effekt Insulinresistenz oder stressbedingte Hormonstoffwechselwege betreffen könnte, die bei Männern und Frauen unterschiedlich funktionieren.

Allerdings bleiben wichtige Vorbehalte bestehen. Diese Beobachtungsstudie kann keine Kausalität schlüssig belegen, und die biologischen Mechanismen sind noch unklar. Weitere Forschung ist erforderlich, um optimale Tyrosinspiegel zu ermitteln und zu klären, ob Nahrungsquellen im Vergleich zu Nahrungsergänzungsmitteln unterschiedliche Risiken bergen, bevor definitive Empfehlungen zum Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ausgesprochen werden können.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Men with higher tyrosine levels showed nearly one year shorter life expectancy
  • No lifespan association found in women, suggesting sex-specific effects
  • Men naturally have higher baseline tyrosine levels than women
  • Effect remained after controlling for related amino acid phenylalanine
  • Findings based on 270,000+ participants using genetic and observational data

Methodik

Dies ist eine Forschungszusammenfassung, die über eine begutachtete Studie berichtet, die in Aging-US veröffentlicht wurde. Die Forschung verwendete Daten der UK Biobank mit sowohl beobachtenden Analysen als auch Mendelschen Randomisierungstechniken zur Beurteilung der Kausalität und liefert damit eine verhältnismäßig hohe Evidenzqualität.

Studienlimitierungen

Die Studie war beobachtend und kann Kausalität nicht definitiv belegen. Die biologischen Mechanismen sind noch unklar, und die Untersuchung testete nicht direkt den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln im Vergleich zur Tyrosinaufnahme über die Ernährung – eine Überprüfung anhand primärer Quellen ist daher erforderlich.

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