Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Koffeinhaltiger Kaffee mit 18 % geringerem Demenzrisiko verbunden – 43-jährige Harvard-Studie

Eine Großstudie mit 131.821 Personen zeigt, dass moderater Konsum von koffeinhaltigem Kaffee das Demenzrisiko signifikant senkt und die kognitive Funktion verbessert.

Dienstag, 31. März 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in JAMA
Steaming coffee cup on wooden table next to open book, with brain-shaped coffee foam art, warm morning light streaming through window

Zusammenfassung

Eine umfassende 43-jährige Studie mit 131.821 Teilnehmern aus der Nurses' Health Study und der Health Professionals Follow-up Study der Harvard-Universität ergab, dass regelmäßiger Konsum von koffeinhaltigen Kaffee das Demenzrisiko signifikant senkt. Personen mit dem höchsten Kaffeekonsum hatten ein um 18 % niedrigeres Risiko, an Demenz zu erkranken, verglichen mit jenen mit dem geringsten Konsum. Der Schutzeffekt war bei 2–3 Tassen täglich am stärksten ausgeprägt, während entkoffeinierter Kaffee keinen Nutzen zeigte. Teekonsum wies bei 1–2 Tassen täglich ähnliche Schutzeffekte auf.

Detaillierte Zusammenfassung

Diese wegweisende Studie liefert überzeugende Belege dafür, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee vor kognitivem Abbau und Demenz schützen kann. Die Forscher begleiteten 131.821 Teilnehmer über einen Zeitraum von bis zu 43 Jahren und dokumentierten 11.033 neu aufgetretene Demenzfälle – eine der größten und am längsten angelegten Studien dieser Art.

Das Forschungsteam analysierte Ernährungsdaten, die alle 2–4 Jahre mithilfe validierter Ernährungshäufigkeitsfragebögen erhoben wurden, und unterschied dabei zwischen koffeinhaltigem Kaffee, entkoffeiniertem Kaffee und Tee. Sie untersuchten mehrere kognitive Endpunkte, darunter ärztlich diagnostizierte Demenz, subjektiven kognitiven Abbau sowie objektive kognitive Leistung anhand neuropsychologischer Tests.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Teilnehmer im höchsten Quartil des Konsums von koffeinhaltigem Kaffee wiesen 141 Demenzfälle pro 100.000 Personenjahre auf, verglichen mit 330 Fällen im niedrigsten Quartil – was einer Risikoreduktion von 18 % entspricht. Der Schutzeffekt folgte einem nicht-linearen Dosis-Wirkungs-Muster, mit optimalem Nutzen bei 2–3 Tassen täglich. Teekonsum zeigte bei 1–2 Tassen täglich ähnliche Vorteile, während entkoffeinierter Kaffee keinen kognitiven Schutz bot.

Über die Demenzprävention hinaus war ein höherer Konsum von koffeinhaltigem Kaffee mit besseren Ergebnissen in kognitiven Tests und einem geringeren subjektiven kognitiven Abbau verbunden. Teilnehmer mit dem höchsten Kaffeekonsum erzielten bessere Werte im Telephone Interview for Cognitive Status und berichteten von einem geringeren wahrgenommenen kognitiven Abbau.

Diese Befunde legen nahe, dass Koffein – und nicht andere Kaffeeinhaltsstoffe – die neuroprotektiven Effekte bewirkt. Die Forscher kontrollierten zahlreiche Störfaktoren, darunter Alter, Bildungsgrad, Rauchen, Alkoholkonsum und weitere Ernährungsfaktoren, was die Aussagekraft der Ergebnisse stärkt. Das Beobachtungsdesign erlaubt jedoch keinen definitiven Kausalitätsnachweis, und die individuelle Reaktion auf Koffein variiert erheblich.

Wichtigste Erkenntnisse

  • 18% lower dementia risk with highest vs lowest caffeinated coffee consumption
  • Optimal protection at 2-3 cups daily of caffeinated coffee or 1-2 cups of tea
  • Decaffeinated coffee showed no cognitive benefits, suggesting caffeine drives protection
  • Benefits extended to subjective cognitive decline and objective test performance
  • Non-linear dose-response relationship with diminishing returns at higher intakes

Methodik

Prospektive Kohortenstudie mit 131.821 Teilnehmern aus zwei Harvard-Kohorten über einen Zeitraum von bis zu 43 Jahren. Die Nahrungsaufnahme wurde alle 2–4 Jahre mittels validierter Ernährungshäufigkeitsfragebögen erfasst. Demenz wurde anhand von Sterbeurkunden und ärztlichen Diagnosen identifiziert, wobei die kognitive Funktion durch telefonbasierte neuropsychologische Tests bewertet wurde.

Studienlimitierungen

Beobachtungsdesign kann keine Kausalität beweisen. Die Studienpopulation bestand überwiegend aus weißen Angehörigen der Gesundheitsberufe, was die Verallgemeinerbarkeit einschränkt. Trotz umfangreicher Anpassungen besteht die Möglichkeit eines Residual-Confoundings. Individueller Koffeinmetabolismus und individuelle Toleranz wurden nicht erfasst.

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