Krebs beschleunigt das biologische Altern bei gesunden älteren Erwachsenen um 3 bis 7 Monate
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Krebs die biologische Alterung und den körperlichen Verfall bei gesunden Senioren innerhalb von nur drei Jahren beschleunigt.
Zusammenfassung
Eine bahnbrechende Dreijahresstudie mit über 2.000 gesunden älteren Erwachsenen ergab, dass jene, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, eine beschleunigte biologische Alterung von 3,5 bis 6,8 Monaten im Vergleich zu ihrem tatsächlichen Alter aufwiesen. Die Forscher verfolgten die Teilnehmer mithilfe fortschrittlicher Alterungsuhren und Tests zur körperlichen Funktionsfähigkeit. Krebspatienten zeigten stärkere Rückgänge bei der Griffstärke und der Fähigkeit, fünfmal aus einem Stuhl aufzustehen. Die Studie verwendete mehrere biologische Alterungsmaße, darunter die Horvath-, Hannum- und PhenoAge-Uhren, um die zelluläre Alterung zu bewerten. Diese Forschung stützt die Geroscience-Hypothese, dass Krebs und Alterung gemeinsame biologische Pfade teilen, was darauf hindeutet, dass die gezielte Beeinflussung von Alterungsprozessen dazu beitragen könnte, Krebs vorzubeugen oder zu behandeln.
Detaillierte Zusammenfassung
Diese wegweisende Studie liefert überzeugende Belege dafür, dass Krebs den Alterungsprozess bei älteren Erwachsenen beschleunigt, und bietet neue Einblicke in die Beziehung zwischen Krebs und biologischem Altern. Das Verständnis dieses Zusammenhangs könnte die Art und Weise, wie wir Krebsprävention und -behandlung bei alternden Bevölkerungsgruppen angehen, grundlegend verändern.
Forscher begleiteten 2.152 allgemein gesunde Erwachsene (Durchschnittsalter 75 Jahre) über drei Jahre im Rahmen der DO-HEALTH-Studie. Sie maßen sowohl die körperliche Funktionsfähigkeit anhand von Tests wie Griffstärke und Aufstehübungen vom Stuhl als auch das biologische Altern mithilfe fortschrittlicher epigenetischer Uhren, die DNA-Methylierungsmuster analysieren, um das zelluläre Alter im Vergleich zum chronologischen Alter zu bestimmen.
Teilnehmer, die an Krebs erkrankten, zeigten ein signifikant beschleunigtes biologisches Altern, wobei ihre Zellen 3,5 bis 6,8 Monate über ihr chronologisches Alter hinaus alterten. Sie erlitten zudem einen stärkeren funktionellen Abbau: Sie verloren mehr Griffstärke und benötigten länger für die Aufstehtests als krebsfreie Teilnehmer. Mehrere Alterungsuhren bestätigten diese Befunde und stärkten damit die Evidenz.
Diese Erkenntnisse unterstützen die Gerowissenschafts-Hypothese, dass Altern und Krebs gemeinsame biologische Pfade teilen. Dies legt nahe, dass Interventionen, die auf Alterungsprozesse abzielen, gleichzeitig das Krebsrisiko senken und die Behandlungsergebnisse verbessern könnten. Die Forschung zeigt zudem, dass das biologische Alter – nicht nur das chronologische Alter – für die Krebsprognose und Behandlungsentscheidungen von entscheidender Bedeutung sein könnte.
Die Studie konzentrierte sich jedoch auf allgemein gesunde ältere Erwachsene, weshalb die Ergebnisse möglicherweise nicht auf jüngere Bevölkerungsgruppen oder Personen mit bestehenden Erkrankungen übertragbar sind. Die Messungen des biologischen Alterns stellen trotz ihrer Komplexität Assoziationen dar und belegen keine definitiven Kausalzusammenhänge zwischen Krebs und beschleunigtem Altern.
Wichtigste Erkenntnisse
- Cancer patients showed 3.5-6.8 months of accelerated biological aging beyond chronological age
- Grip strength declined significantly more in cancer patients versus healthy controls
- Chair stand test performance worsened more dramatically in those who developed cancer
- Multiple epigenetic aging clocks confirmed accelerated cellular aging in cancer patients
- Physical function decline correlated with biological aging acceleration
Methodik
Dreijährige randomisierte kontrollierte Studie mit 2.152 gesunden Erwachsenen (Durchschnittsalter 74,9 Jahre). Biologisches Alter wurde bei 777 Teilnehmern mittels Horvath-, Hannum-, GrimAge-, PhenoAge-Uhren und DunedinPACE gemessen. Die körperliche Funktionsfähigkeit wurde durch standardisierte Leistungstests bewertet.
Studienlimitierungen
Die Studie beschränkt sich auf generell gesunde ältere Erwachsene, was die Übertragbarkeit auf jüngere oder kränkere Bevölkerungsgruppen einschränkt. Messungen des biologischen Alterns zeigen Assoziationen, beweisen jedoch keine Kausalität. Langzeitergebnisse über drei Jahre hinaus sind bislang unbekannt.
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