Kakaoextrakt verhindert Bluthochdruck bei älteren Erwachsenen mit normalem Blutdruck
Eine große Studie zeigt, dass Kakaoflavanole das Risiko einer Hypertonie bei älteren Menschen mit einem systolischen Ausgangswert unter 120 mmHg über einen Zeitraum von 3,4 Jahren um 24 % senken.
Zusammenfassung
Die COSMOS-Studie untersuchte die Nahrungsergänzung mit Kakaoextrakt bei 8.905 älteren Erwachsenen ohne Bluthochdruck. Obwohl kein allgemeiner Nutzen festgestellt wurde, verzeichneten Teilnehmer mit normalem Ausgangsblutdruck (systolisch <120 mmHg) eine 24%ige Reduktion des Bluthochdruckrisikos. Der Kakaoextrakt enthielt täglich 500mg Flavanole, darunter 80mg Epicatechin. Die Vorteile zeigten sich erst nach zwei Jahren der Nahrungsergänzung, was darauf hindeutet, dass gezielte Präventionsstrategien für Personen mit optimalem Blutdruck am wirksamsten sein könnten.
Detaillierte Zusammenfassung
Bluthochdruck betrifft Millionen älterer Erwachsener und stellt einen bedeutenden kardiovaskulären Risikofaktor dar. Während Kurzzeitstudien darauf hindeuteten, dass Kakaoflavanole den Blutdruck senken könnten, hatte bislang keine groß angelegte Studie ihre Wirkung auf die Vorbeugung von Bluthochdruck untersucht.
Forscher führten den COSMOS-Trial durch, eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 8.905 älteren Erwachsenen (Durchschnittsalter 71 Jahre) ohne Bluthochdruck zu Studienbeginn. Die Teilnehmer erhielten entweder Kakaoextrakt-Nahrungsergänzungsmittel mit 500mg täglichen Flavanolen (darunter 80mg Epicatechin) oder ein Placebo über einen medianen Zeitraum von 3,4 Jahren. Der primäre Endpunkt war neu aufgetretener Bluthochdruck, definiert anhand einer ärztlichen Diagnose, der Einleitung einer medikamentösen Therapie oder erhöhter Blutdruckmesswerte.
Insgesamt zeigte der Kakaextrakt keinen signifikanten Effekt auf die Entwicklung von Bluthochdruck (Hazard Ratio 0,96). Die Subgruppenanalyse offenbarte jedoch deutliche Unterschiede je nach Ausgangsblutdruck. Bei Teilnehmern mit normalem systolischen Blutdruck (<120 mmHg) reduzierte die Kakaosupplementierung das Bluthochdruckrisiko um 24% (Hazard Ratio 0,76). Dies entsprach ungefähr 0,7 zusätzlichen bluthochdruckfreien Monaten über vier Jahre. Der Schutzeffekt wurde nach zwei Jahren der Supplementierung sichtbar.
Interessanterweise wurde bei Teilnehmern mit erhöht-normalem Blutdruck (120–139 mmHg) kein Nutzen beobachtet, was darauf hindeutet, dass die Intervention am wirkungsvollsten als primäre Prävention bei Personen mit optimalem Blutdruck ist. Der Mechanismus beruht wahrscheinlich auf der Fähigkeit von Kakaoflavanolen, die Stickoxidproduktion anzuregen und die ACE-Aktivität zu hemmen, was die Gefäßgesundheit unterstützt.
Diese Ergebnisse legen einen Präzisionsmedizin-Ansatz zur Bluthochdruckprävention nahe, bei dem eine Kakaextrakt-Supplementierung für ältere Erwachsene, die einen normalen Blutdruck aufrechterhalten, am vorteilhaftesten sein könnte. Die Studie stützte sich jedoch auf selbstberichtete Endpunkte und umfasste überwiegend weiße Teilnehmer, was die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse einschränkt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Cocoa extract reduced hypertension risk by 24% in adults with baseline systolic BP <120 mmHg
- No overall benefit was observed across all participants in the 3.4-year trial
- Protective effects became apparent after 2 years of supplementation
- Benefits were specific to those with normal baseline blood pressure levels
- Daily dose contained 500mg cocoa flavanols including 80mg epicatechin
Methodik
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 8.905 älteren Erwachsenen (≥60–65 Jahre) ohne vorbestehende Hypertonie. Die Teilnehmer erhielten über einen medianen Zeitraum von 3,4 Jahren täglich Kakaoextrakt (500 mg Flavanole) oder Placebo; neu aufgetretene Hypertonie wurde mittels Selbstauskunft erfasst.
Studienlimitierungen
Die Studie stützte sich auf selbst berichtete Bluthochdruck-Ergebnisse anstelle standardisierter Blutdruckmessungen. Die Studienpopulation bestand überwiegend aus älteren weißen Personen, was die Übertragbarkeit auf jüngere oder vielfältigere Bevölkerungsgruppen einschränkt.
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