Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Das Cortisol-DHEAS-Verhältnis sagt biologisches Altern besser vorher als jedes Hormon für sich allein

Neue Studie zeigt: Die Kombination von Stresshormonen liefert im Vergleich zu Einzelmessungen eine überlegene Vorhersage der epigenetischen Altersbeschleunigung.

Montag, 6. April 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in Biogerontology
Split molecular structure showing cortisol and DHEAS molecules connected by a mathematical ratio symbol, with DNA double helix in background

Zusammenfassung

Forscher analysierten 969 Erwachsene und stellten fest, dass das Cortisol/DHEAS-Verhältnis der stärkste Prädiktor für biologisches Altern war, gemessen anhand epigenetischer Uhren. Während Cortisol allein gewisse Zusammenhänge mit Alterungsmarkern zeigte, wies DHEAS für sich genommen keine signifikanten Beziehungen auf. Das Verhältnis übertraf einzelne Hormonmessungen bei mehreren epigenetischen Altersrechnern, was darauf hindeutet, dass die gleichzeitige Messung beider Stresshormone eine genauere Beurteilung des stressbedingten Alterns ermöglicht als die alleinige Messung von Cortisol.

Detaillierte Zusammenfassung

Diese bahnbrechende Studie befasst sich mit einer kritischen Einschränkung der Altersforschung: der Unzuverlässigkeit einzelner Stresshormonmessungen zur Vorhersage des biologischen Alters. Anhand von Daten aus 969 Teilnehmern der Midlife in the United States-Studie untersuchten die Forscher, wie Cortisol, DHEAS und ihr Verhältnis mit der epigenetischen Altersbeschleunigung zusammenhängen.

Das Forschungsteam analysierte sechs verschiedene epigenetische Uhren (Horvath, Hannum, PhenoAge, GrimAge und andere), um das biologische Altern zu messen. Diese Uhren verwenden DNA-Methylierungsmuster, um abzuschätzen, wie schnell jemand im Vergleich zu seinem chronologischen Alter altert. Die Teilnehmer stellten Blutproben für die Hormonanalyse zur Verfügung, wobei demografische Faktoren wie Alter, Geschlecht und selbst identifizierte biosoziale Gruppen sorgfältig berücksichtigt wurden.

Die wichtigste Erkenntnis war, dass das Cortisol/DHEAS-Verhältnis einzeln gemessene Hormone bei der Vorhersage der epigenetischen Altersbeschleunigung deutlich übertraf. Cortisol zeigte positive Korrelationen mit drei der sechs epigenetischen Uhren, während DHEAS allein keine signifikanten Zusammenhänge mit Alterungsmarkern aufwies. Das Verhältnis war besonders aussagekräftig bei der Vorhersage der Hannum-epigenetischen Altersbeschleunigung, was darauf hindeutet, dass es chronische Stresseffekte besser erfasst als Einzelmessungen.

Diese Erkenntnisse haben wichtige Implikationen für die Altersforschung und die klinische Praxis. Das Cortisol/DHEAS-Verhältnis könnte als zuverlässigerer Biomarker für stressbedingtes Altern dienen und möglicherweise dabei helfen, Personen mit einem Risiko für beschleunigtes biologisches Altern zu identifizieren. Dies könnte Maßnahmen zur Stressbewältigung und zu Strategien für gesundes Altern beeinflussen.

Die Studie weist jedoch Einschränkungen auf, darunter ihr Querschnittsdesign und der Fokus auf zwei demografische Gruppen. Künftige Längsschnittstudien an diversen Bevölkerungsgruppen werden benötigt, um diese Zusammenhänge zu bestätigen und die Kausalität zwischen hormonellen Ungleichgewichten und Altersbeschleunigung zu etablieren.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Cortisol/DHEAS ratio was the strongest predictor of epigenetic age acceleration
  • Cortisol alone correlated with 3 of 6 epigenetic clocks, DHEAS showed no associations
  • Age, sex, and biosocial group significantly influenced all three hormonal measures
  • Ratio outperformed individual hormones across multiple aging biomarkers
  • Findings support co-measuring both hormones rather than cortisol alone

Methodik

Querschnittsanalyse von 969 Erwachsenen aus der MIDUS-Studie unter Verwendung von Nüchternblutproben zur Hormonmessung und DNA-Methylierungsanalyse mit sechs verschiedenen epigenetischen Altersrechnern. Statistische Modelle wurden für Alter, Geschlecht und selbstidentifizierte biosoziale Gruppe kontrolliert.

Studienlimitierungen

Das Querschnittsdesign verhindert die Feststellung von Kausalität. Die Studie konzentrierte sich hauptsächlich auf kaukasische und afroamerikanische Teilnehmer, was die Verallgemeinerbarkeit einschränkt. Einmalige Hormonmessungen erfassen möglicherweise keine langfristigen Stressmuster, trotz der theoretischen Vorteile des Verhältnisses.

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