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Nahrungsergänzungsmittel mit verzögerter Freisetzung von AKG mit 1,8 Jahren jüngerem biologischen Alter in Verbindung gebracht

Eine Studie mit 4.260 Gesundheitsbegeisterten ergab, dass Calcium-AKG mit verzögerter Freisetzung mit einem messbar jüngeren epigenetischen Alter assoziiert war.

Freitag, 22. Mai 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in Aging Cell
Rows of supplement bottles and pill organizers on a white lab bench next to a DNA methylation test kit with a saliva collection tube

Zusammenfassung

Forscher der National University of Singapore analysierten speichelbasierte epigenetische Daten von über 4.000 gesundheitsbewussten Erwachsenen, die detaillierte Fragebögen zu Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensstil ausfüllten. Unter 84 getesteten Nahrungsergänzungsmitteln war eine Formulierung mit verzögerter Freisetzung von Calcium-Alpha-Ketoglutarat namens Rejuvant mit einem biologischen Alter verbunden, das etwa 1,8 Jahre jünger war als erwartet – selbst nach Bereinigung um Alter, Geschlecht und Raucherstatus. Standard-AKG ohne die Formulierung mit verzögerter Freisetzung zeigte einen deutlich geringeren, nicht signifikanten Effekt. CoQ10 zeigte ebenfalls Potenzial in der Längsschnittanalyse, obwohl die Ergebnisse die multivariate Korrektur nicht überstanden. Die Studie unterstreicht den Wert der Rekrutierung von Kohorten gesundheitsbegeisterter Personen für die Nahrungsergänzungsmittelforschung und benennt AKG und CoQ10 als Kandidaten für künftige kontrollierte Studien.

Detaillierte Zusammenfassung

Zu identifizieren, welche Nahrungsergänzungsmittel das biologische Altern tatsächlich verlangsamen, ist notorisch schwierig. Den meisten Bevölkerungsstudien fehlt die statistische Aussagekraft, um Effekte zu erkennen, da die Einnahmequoten von Nahrungsergänzungsmitteln zu niedrig oder die Fragebogendaten zu grob sind. Diese Studie ging das Problem an, indem sie sich auf Menschen konzentrierte, die bereits stark in ihre Gesundheit investieren.

Die Forscher rekrutierten 4.260 Erwachsene, die zwischen 2020 und 2025 mindestens einen speichelbasierten DNA-Methylierungstest erworben hatten. Die Teilnehmer füllten detaillierte Fragebögen zu Nahrungsergänzungsmitteln, Medikamenten und Lebensstilfaktoren aus. Das biologische Alter wurde mithilfe einer proprietären epigenetischen Uhr mit 9 CpG-Stellen und einem mittleren absoluten Fehler von 5,4 Jahren gemessen; die Ergebnisse wurden als Age Residual ausgedrückt – die Differenz zwischen biologischem und chronologischem Alter.

Der zentrale Befund: Anwender von Rejuvant, einer Formulierung aus verzögert freisetzendem Calcium-alpha-Ketoglutarat und Vitaminen, wiesen ein durchschnittlich 1,8 Jahre niedrigeres biologisches Alter auf als Nicht-Anwender. Dieser Zusammenhang blieb nach Adjustierung für mehrere Störvariablen bestehen. Bemerkenswert: Teilnehmer, die reguläres AKG ohne verzögerte Freisetzung einnahmen, zeigten nur einen minimalen, nicht signifikanten Nutzen – was darauf hindeutet, dass der Abgabemechanismus eine Rolle spielt. Bei den Medikamenten zeigte die Einnahme von Antihistaminika einen positiven Trend, allerdings waren die Stichprobengrößen zu klein, um Schlussfolgerungen zu ziehen. CoQ10 zeigte günstige longitudinale Zusammenhänge, die jedoch die multivariate Korrektur nicht überstanden.

Die praktische Schlussfolgerung ist bemerkenswert: Das Verabreichungsformat eines Nahrungsergänzungsmittels – nicht nur sein Wirkstoff – kann die Ergebnisse erheblich beeinflussen. Der AKG-Befund bedarf der Replikation in randomisierten kontrollierten Studien, die einen Healthy-User-Bias ausschließen können.

Wichtige Vorbehalte sind angebracht. Es handelt sich um eine Querschnittsstudie mit einer selbst selektierten Kohorte von Gesundheitsenthusiasten, was einen Healthy-User-Bias zu einem ernsthaften Störfaktor macht. Menschen, die epigenetische Tests kaufen und Rejuvant einnehmen, unterscheiden sich wahrscheinlich in vielerlei nicht gemessenen Eigenschaften von der Allgemeinbevölkerung. Die verwendete epigenetische Uhr ist proprietär und hat eine vergleichsweise geringe Auflösung. Aus diesem Studiendesign lässt sich keine Kausalität ableiten, und die Befunde der longitudinalen Teilgruppe waren exploratorischer Natur.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Delayed-release calcium-AKG (Rejuvant) was associated with 1.8 years lower biological age after covariate adjustment.
  • Standard AKG without delayed-release formulation showed no significant biological age benefit.
  • CoQ10 was associated with improved epigenetic aging in longitudinal analysis, though not significant after correction.
  • Antihistamine use trended toward lower biological age but was underpowered to reach significance.
  • 71% supplement use rate in the cohort provided unusually high statistical power to detect supplement effects.

Methodik

Querschnittskohorte von 4.260 selbst ausgewählten Gesundheitsenthusiasten, die Speichel-basierte DNA-Methylierungstests und detaillierte Fragebögen zu Nahrungsergänzungsmitteln ausfüllten. Das biologische Alter wurde mithilfe einer proprietären 9-CpG-epigenetischen Uhr quantifiziert. Zusammenhänge zwischen 84 Nahrungsergänzungsmitteln und dem Age Residual wurden untersucht, wobei multivariate Modelle für Alter, Geschlecht, Rauchverhalten und Gesundheitsstatus adjustiert wurden.

Studienlimitierungen

Die Studie ist querschnittlich angelegt und stützt sich auf eine selbst selektierte Kohorte von Gesundheitsbegeisterten, was zu einer ausgeprägten Healthy-User-Verzerrung und einem Rekrutierungsbias führt. Die verwendete epigenetische Uhr ist proprietär und basiert auf lediglich 9 CpG-Stellen, was ihre Auflösung und unabhängige Validierung einschränkt. Der vollständige Text war nicht verfügbar; diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, sodass die vollständige Methodik und ergänzende Befunde nicht berücksichtigt werden konnten.

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