Longevity & AgingPressemitteilung

Verzehr von stark verarbeiteten Lebensmitteln erhöht das Demenzrisiko in einer großen Studie um bis zu 58 %

Eine 9-jährige Longitudinalstudie verknüpft einen hohen Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit einem deutlich erhöhten Demenz- und kognitiven Beeinträchtigungsrisiko bei älteren Erwachsenen.

Freitag, 5. Juni 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: Eating Ultra-Processed Foods Raises Dementia Risk by Up to 58% in Large Study

Zusammenfassung

Eine große Längsschnittstudie mit über 5.000 älteren US-amerikanischen Erwachsenen ergab, dass Personen mit dem höchsten Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel – darunter zuckerhaltige Getränke, abgepackte Snacks und verarbeitetes Fleisch – über einen Zeitraum von fast neun Jahren ein um 58 % höheres Risiko aufwiesen, an Demenz zu erkranken, und ein um 46 % höheres Risiko, eine leichte kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln. Die im American Journal of Public Health veröffentlichte und von Forschenden der Harvard T.H. Chan School of Public Health geleitete Studie stellte zudem einen Schutzeffekt fest: Personen mit dem höchsten Verzehr minimal verarbeiteter Vollwertkost hatten ein um 41 % geringeres Demenzrisiko. Obwohl es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und die Ernährung auf Selbstauskunft basierte, stehen die Ergebnisse im Einklang mit einer wachsenden Zahl von Belegen, die ultraverarbeitete Lebensmittel mit chronischen Krankheiten und nun auch mit der Gehirngesundheit in Verbindung bringen.

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Detaillierte Zusammenfassung

Eine große Längsschnittstudie hat die Gehirngesundheit in die wachsende Liste der Risiken aufgenommen, die mit dem Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln verbunden sind. Sie ergab, dass ältere Erwachsene, die die meisten hochverarbeiteten Lebensmittel aßen, im Verlauf von fast einem Jahrzehnt Follow-up dramatisch höhere Chancen hatten, an Demenz und kognitivem Abbau zu erkranken.

Forschende der Harvard T.H. Chan School of Public Health begleiteten 5.370 ältere US-amerikanische Erwachsene über fast neun Jahre. Diejenigen im höchsten Quintil des Konsums hochverarbeiteter Lebensmittel hatten eine um 58 % höhere Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, eine um 46 % höhere Wahrscheinlichkeit, eine leichte kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln, und eine um 47 % höhere Wahrscheinlichkeit, eines der beiden Ergebnisse zu erleben, verglichen mit denjenigen, die am wenigsten hochverarbeitete Lebensmittel aßen. Zu diesen Lebensmitteln zählten zuckergesüßte Getränke, verpackte Snacks und verarbeitetes Fleisch – Grundnahrungsmittel der modernen amerikanischen Ernährung.

Ebenso bemerkenswert war das Schutzsignal durch Vollwertkost. Teilnehmende, die am meisten minimal verarbeitete Lebensmittel aßen – Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und unverarbeitetes Fleisch – hatten ein um 41 % niedrigeres Demenzrisiko, ein um 24 % niedrigeres Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen und ein um 26 % niedrigeres Risiko für eines der beiden Ergebnisse. Dieser bidirektionale Befund stärkt das Gesamtbild, dass die Ernährungsqualität ein bedeutsamer Hebel für die kognitive Alterung ist.

Die Studie wurde im Rahmen einer Sonderausgabe des American Journal of Public Health veröffentlicht, die mehr als ein Dutzend Arbeiten zu hochverarbeiteten Lebensmitteln umfasst. Die Forschenden nannten auch biologisch plausible Mechanismen und wiesen darauf hin, dass hochverarbeitete Lebensmittel bereits mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas und verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht werden – allesamt Erkrankungen mit bekannten Zusammenhängen zur Gehirngesundheit und Neurodegeneration.

Wichtige Einschränkungen sind zu beachten. Die Studie ist beobachtend und die Ernährung wurde selbst berichtet, was bedeutet, dass keine Kausalität festgestellt werden kann. Der lineare Trend für Demenz speziell erreichte keine statistische Signifikanz, obwohl der Trend für leichte kognitive Beeinträchtigungen und zusammengesetzte Ergebnisse dies tat. Unabhängige Replikation und mechanistische Forschung sind noch erforderlich, doch die Übereinstimmung mit früheren Forschungsergebnissen macht diese Befunde schwer zu ignorieren.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Highest ultraprocessed food consumers were 58% more likely to develop dementia over ~9 years
  • High ultraprocessed intake raised mild cognitive impairment risk by 46% in older adults
  • Eating the most whole, minimally processed foods lowered dementia risk by 41%
  • Findings published in American Journal of Public Health alongside 12+ related ultraprocessed food studies
  • Observational design limits causation claims, but results align with broader chronic disease evidence

Methodik

Dies ist ein Nachrichtenbericht, der eine begutachtete Längsschnitt-Kohortenstudie zusammenfasst, die im American Journal of Public Health veröffentlicht wurde und von Forschern der Harvard T.H. Chan School of Public Health geleitet wurde. Die Evidenzgrundlage ist beobachtend, mit einer großen Stichprobe (~5.370 älteren US-amerikanischen Erwachsenen) und einem Nachbeobachtungszeitraum von fast 9 Jahren; die Ernährung wurde durch Selbstauskunft erfasst, was eine gängige, aber nicht fehlerfreie Messmethode darstellt.

Studienlimitierungen

Die Studie ist beobachtender Natur und kann keinen Kausalzusammenhang zwischen ultraverarbeiteten Lebensmitteln und Demenz belegen. Selbst berichtete Ernährungsdaten führen zu Erinnerungs- und Berichtsverzerrungen. Der lineare Trend für das Demenzrisiko im Speziellen erreichte keine statistische Signifikanz, was eine vorsichtige Interpretation erfordert, bis weitere Replikationen vorliegen.

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