Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Epigenetische Uhren sagen Sterberisiko voraus, zeigen jedoch rassische Unterschiede bei US-amerikanischen Erwachsenen

Eine Studie mit 2.105 Amerikanern zeigt, dass epigenetische Altersbeschleunigung die Sterblichkeit vorhersagt, die Wirksamkeit jedoch je nach Rasse und Ethnizität erheblich variiert.

Dienstag, 7. April 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in Geroscience
Split DNA double helix with clock hands overlaid, one side showing normal aging patterns, other side showing accelerated methylation changes

Zusammenfassung

Forscher analysierten neun epigenetische Uhren bei 2.105 US-amerikanischen Erwachsenen ab 50 Jahren über einen Zeitraum von 17,5 Jahren, um das Sterblichkeitsrisiko vorherzusagen. Die GrimAge-Uhr sagte das allgemeine Sterberisiko am genauesten vorher, während verschiedene Uhren unterschiedlich gut für kardiovaskuläre Todesfälle und Krebstodesfälle geeignet waren. Bemerkenswert ist, dass mehrere epigenetische Uhren, die bei nicht-hispanischen weißen Teilnehmern zuverlässig funktionierten, bei hispanischen Teilnehmern keine Sterblichkeit vorhersagen konnten – was erhebliche ethnische Unterschiede in der klinischen Aussagekraft dieser Alterungs-Biomarker offenbart.

Detaillierte Zusammenfassung

Diese bahnbrechende Studie untersuchte, ob epigenetische Uhren – molekulare Maße des biologischen Alterns – das Sterberisiko in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zuverlässig vorhersagen können. Die Forschung ist bedeutsam, weil diese Instrumente revolutionieren könnten, wie wir die gesunde Lebensspanne bewerten und Interventionen gezielt einsetzen – allerdings nur, wenn sie für alle Gruppen gleichermaßen funktionieren.

Die Forschenden analysierten Daten von 2.105 Amerikanern ab 50 Jahren aus der National Health and Nutrition Examination Survey und beobachteten sie über bis zu 20,7 Jahre. Sie berechneten die epigenetische Altersbeschleunigung (EAA) anhand von neun verschiedenen molekularen Uhren und erfassten 998 Todesfälle, darunter 272 durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 209 durch Krebs.

Die GrimAge-Uhr erwies sich als stärkster Prädiktor für die Gesamtmortalität, gefolgt von Hannum, PhenoAge, Horvath und Vidal-Bralo. Bei Herz-Kreislauf-Todesfällen war GrimAge am aussagekräftigsten, während Hannum, Horvath und GrimAge die Krebssterblichkeit am besten vorhersagten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass unterschiedliche epigenetische Signaturen verschiedene Alterungspfade erfassen können.

Die Studie deckte jedoch beunruhigende Ungleichheiten auf. Während diese Uhren die Sterblichkeit bei nicht-hispanischen weißen Teilnehmenden zuverlässig vorhersagten, konnten die Uhren Horvath, Hannum und GrimAge die Gesamtmortalität bei hispanischen Teilnehmenden nicht vorhersagen. Ebenso war die Hannum-Uhr nicht in der Lage, Krebstodesfälle bei hispanischen Personen vorherzusagen. Dies legt nahe, dass aktuelle epigenetische Uhren vorwiegend anhand von Bevölkerungsgruppen europäischer Abstammung entwickelt wurden.

Diese Erkenntnisse haben weitreichende Auswirkungen auf die Präzisionsmedizin und gesundheitliche Chancengleichheit. Obwohl epigenetische Uhren für personalisierte Langlebigkeits-Interventionen vielversprechend sind, müssen ihre derzeitigen Einschränkungen bei diversen Bevölkerungsgruppen behoben werden, bevor sie klinisch breit eingesetzt werden können.

Wichtigste Erkenntnisse

  • GrimAge clock most accurately predicted overall mortality risk over 17.5 years of follow-up
  • Different epigenetic clocks showed varying effectiveness for cardiovascular versus cancer deaths
  • Horvath, Hannum, and GrimAge clocks failed to predict mortality in Hispanic participants
  • 998 deaths occurred among 2,105 participants, with 272 cardiovascular and 209 cancer deaths
  • Epigenetic age acceleration varied significantly between different molecular clock algorithms

Methodik

Prospektive Kohortenstudie mit NHANES-Daten aus den Jahren 1999–2002 und einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 20,7 Jahren. Die epigenetische Altersbeschleunigung wurde aus den Residuen von neun verschiedenen Uhren berechnet, die auf das chronologische Alter regressiert wurden, mit Cox-Proportional-Hazards-Modellen, adjustiert für demografische und gesundheitliche Faktoren.

Studienlimitierungen

Die Studie ist auf Teilnehmer ab 50 Jahren beschränkt, ein potenzieller Überlebensbias ist nicht auszuschließen, und epigenetische Uhren wurden möglicherweise vorwiegend anhand von Bevölkerungsgruppen europäischer Abstammung entwickelt. Die Stichprobengrößen für einige rassische/ethnische Untergruppen waren relativ klein, was die statistische Aussagekraft für stratifizierte Analysen einschränkt.

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