ESPEN 2025 Chirurgische Ernährungsleitlinien befürworten frühzeitige Ernährung und Prähabilitierung
Aktualisierte ESPEN-Leitlinien liefern 44 evidenzbasierte Empfehlungen für die perioperative Ernährung und betonen frühzeitige orale Ernährung, Frailty-Assessment und ERAS-Integration.
Zusammenfassung
Die chirurgischen Ernährungsleitlinien der ESPEN 2025 umfassen 44 klinische Empfehlungen zur Optimierung der perioperativen Ernährungsversorgung. Zu den wichtigsten Prioritäten zählen die frühzeitige orale Ernährung nach der Operation, die Vermeidung eines verlängerten präoperativen Fastens sowie die Integration der Ernährung in Enhanced Recovery After Surgery (ERAS)-Protokolle. Die Leitlinien führen neue Empfehlungen zur Frailty-Beurteilung, zur Sarkopenie-Diagnose und zur Prähabilitation ein – einer proaktiven ernährungs- und bewegungsbezogenen Konditionierung vor der Operation. Mangelernährung und Unterernährung werden als wesentliche Risikofaktoren für postoperative Komplikationen eingestuft, weshalb eine Ernährungstherapie für gefährdete Patienten – insbesondere bei Eingriffen am oberen Gastrointestinaltrakt oder bei größeren onkologischen Operationen – als obligatorisch gilt. Den Empfehlungen sind Entscheidungsflussdiagramme beigefügt, die die praktische klinische Anwendung unterstützen. Dieses umfassende, international erarbeitete Update spiegelt die wachsende Evidenz wider, dass eine metabolische Optimierung über den gesamten operativen Behandlungspfad hinweg Komplikationen nachweislich reduziert und die Genesung der Patienten verbessert.
Detaillierte Zusammenfassung
Mangelernährung betrifft einen erheblichen Anteil chirurgischer Patienten und ist ein gut belegter Treiber postoperativer Komplikationen, verlängerter Krankenhausaufenthalte und erhöhter Sterblichkeit. Da chirurgische Eingriffe zunehmend komplexer werden – insbesondere in der Onkologie –, ist die Optimierung des Ernährungsstatus vor, während und nach einer Operation zu einer klinischen Notwendigkeit geworden. Das ESPEN-Leitlinien-Update 2025 zur klinischen Ernährung in der Chirurgie begegnet diesem Bedarf mit einem umfassenden, evidenzbasierten Rahmenwerk.
Die Leitlinie wurde von einem internationalen Expertengremium aus den Bereichen Chirurgie, klinische Ernährung, Anästhesiologie und Onkologie entwickelt. Auf Grundlage aktualisierter Evidenz präsentieren die Autoren 44 Empfehlungen für elektive und nicht-elektive chirurgische Patientengruppen. Die Empfehlungen umfassen das gesamte perioperative Kontinuum – von der präoperativen Ernährungsscreening bis zur postoperativen Genesungsunterstützung.
Zu den zentralen Erkenntnissen gehört die Bestätigung der frühen oralen Ernährung als bevorzugte Ernährungsform für chirurgische Patienten; von einer verlängerten präoperativen Nahrungskarenz wird ausdrücklich abgeraten. Die Leitlinien betonen, dass die Ernährungstherapie beginnen sollte, sobald ein Ernährungsrisiko identifiziert wird – und nicht erst, wenn Komplikationen aufgetreten sind. Zu den metabolischen Prioritäten zählen die Blutzuckerkontrolle, die Minimierung stressbedingten Katabolismus, die Reduktion des postoperativen Einsatzes von Muskelrelaxanzien sowie die Förderung früher Mobilisation zur Unterstützung der Muskelproteinsynthese.
Bemerkenswert ist, dass das Update 2025 neue Empfehlungen zur Gebrechlichkeitsbeurteilung (Frailty-Assessment), zur Sarkopenie-Diagnostik und zur Prähabiliation einführt – Letztere umfasst gezielte ernährungs- und bewegungsbezogene Konditionierung in den Wochen vor dem Eingriff. Diese Ergänzungen spiegeln die zunehmende Erkenntnis wider, dass die präoperative funktionelle Reserve den chirurgischen Outcome maßgeblich beeinflusst, insbesondere bei älteren Patienten und onkologischen Patienten.
Die Leitlinien enthalten weiterhin Entscheidungsflussdiagramme zur Erleichterung der klinischen Anwendung am Patientenbett. Ein wichtiger Vorbehalt ist, dass diese Zusammenfassung ausschließlich auf dem Abstract basiert; die vollständige Empfehlungsbewertung, die zugrundeliegenden Evidenzniveaus sowie differenzierte Hinweise für klinische Subgruppen erfordern den Zugang zur vollständigen Publikation. Darüber hinaus haben mehrere Autoren finanzielle Beziehungen zu Herstellern von Ernährungsprodukten offengelegt, was bei der Interpretation produktbezogener Empfehlungen berücksichtigt werden sollte.
Wichtigste Erkenntnisse
- Early oral feeding is the preferred postoperative nutritional mode; prolonged fasting should be actively avoided.
- Malnutrition and underfeeding are independent risk factors for postoperative complications requiring mandatory nutritional intervention.
- New 2025 recommendations address frailty assessment, sarcopenia diagnosis, and preoperative prehabilitation programs.
- Nutritional therapy should start as soon as nutritional risk is identified, especially in major cancer surgery patients.
- Early mobilization and minimizing postoperative paralytic agents are key to preserving muscle function and protein synthesis.
Methodik
Dies ist eine aktualisierte klinische Praxisleitlinie, die von einem internationalen ESPEN-Expertengremium entwickelt wurde. Die Empfehlungen basieren auf einer systematischen Überprüfung der verfügbaren Evidenz und wurden gemäß standardisierten Evidenzqualitätsrahmen bewertet. Die Version 2025 aktualisiert die früheren ESPEN-Leitlinien zur chirurgischen Ernährung mit neuen Erkenntnissen und erweiterten klinischen Bereichen.
Studienlimitierungen
Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, sodass spezifische Evidenzgrade, Subgruppen-Nuancen und vollständige Empfehlungsbegründungen ohne den vollständigen Text nicht verfügbar sind. Mehrere Leitlinienautoren haben finanzielle Beziehungen zu Herstellern von Ernährungsprodukten offengelegt, was bei produktspezifischen Empfehlungen zu potenziellen Verzerrungen führen kann. Da es sich um eine Leitlinie und nicht um eine primäre klinische Studie handelt, hängt die Stärke einzelner Empfehlungen von der zugrunde liegenden Evidenzbasis ab, die je nach Thema variiert.
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