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Europäische Kardiologie-Experten bewerten die besten Ernährungsformen zur Prävention von Herzerkrankungen

Eine wichtige wissenschaftliche Stellungnahme der ESC fasst die neuesten Erkenntnisse zu Ernährung, Nährstoffen und Ernährungsmustern zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen.

Mittwoch, 20. Mai 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in Eur J Prev Cardiol
Colorful Mediterranean meal spread — olive oil, vegetables, fish, legumes, and whole grains on a rustic wooden table in warm sunlight.

Zusammenfassung

Eine wissenschaftliche Stellungnahme der European Society of Cardiology aus dem Jahr 2025 fasst die Evidenz zu Ernährung und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) zusammen. Pflanzenbasierte Ernährungsweisen mit einem hohen Anteil an minimal verarbeiteten Lebensmitteln senken das CVD-Risiko, während stark verarbeitete Lebensmittel, übermäßiger Fleischkonsum, Salz, Zucker und gesättigte Fettsäuren es erhöhen. Die mediterrane Ernährung, die DASH-Diät sowie vegetarische Ernährungsformen zeigen einen eindeutigen Nutzen; vegane Ernährung bietet keinen zusätzlichen Vorteil. Kohlenhydratarme Ernährungsweisen erscheinen vielversprechend, entbehren jedoch einer langfristigen Bestätigung. Fastenstrategien und eine ausgewogene Mahlzeitverteilung über den Tag zeigen günstige Effekte. Moderater Kaffeekonsum gilt als unbedenklich; eine Alkoholeinheit täglich kann das CVD-Risiko geringfügig senken. Vitamin- und Mineralstoff-Nahrungsergänzungsmittel zeigen überwiegend keinen Nutzen, wenngleich eine hohe Kaliumzufuhr vorteilhaft und ein hoher Natriumkonsum schädlich ist. Die Stellungnahme fordert Kliniker auf, die Ernährungsanamnese als festen Bestandteil in die kardiologische Routineversorgung zu integrieren.

Detaillierte Zusammenfassung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache weltweit, und die Ernährung zählt zu den am besten beeinflussbaren Risikofaktoren. Dennoch fehlt vielen Angehörigen der Gesundheitsberufe ein klares, evidenzbasiertes Rahmenwerk für die Ernährungsberatung. Dieses wissenschaftliche Statement der European Association of Preventive Cardiology schließt diese Lücke, indem es den aktuellen Forschungsstand zu Ernährungsmustern, einzelnen Lebensmitteln und spezifischen Nährstoffen zusammenführt.

Die Übersichtsarbeit untersuchte den Einfluss von Ernährungsmustern, bestimmten Lebensmitteln, Vitaminen, Mineralstoffen und pflanzlichen bioaktiven Verbindungen auf Biomarker des Herz-Kreislauf-Risikos. Die Evidenz wurde aus bestehenden Forschungsarbeiten abgeleitet und nicht aus einer neuen klinischen Studie – dieses Dokument ist daher als umfassende Evidenzbewertung und klinische Orientierungshilfe einzuordnen.

Die wichtigste Erkenntnisse bestätigen, dass pflanzenbasierte Ernährungsmuster – insbesondere die Mittelmeerdiät und die DASH diet – konsistent mit einem reduzierten Herz-Kreislauf-Risiko assoziiert sind. Auch vegetarische Ernährungsweisen zeigen einen Nutzen, während vegane Ernährung gegenüber anderen pflanzenbetonten Ansätzen keinen zusätzlichen Vorteil erkennen ließ. Ultra-verarbeitete Lebensmittel, rotes und verarbeitetes Fleisch, hoher Natriumgehalt, zugesetzter Zucker und gesättigte Fettsäuren wurden mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung gebracht. Kohlenhydratarme Ernährungsweisen können von Nutzen sein, erfordern jedoch längerfristige Untersuchungen. Intermittierendes Fasten und zeitlich begrenztes Fasten können das Herz-Kreislauf-Risiko senken, wobei die Adhärenz in der Praxis eine Herausforderung darstellt. Moderater Kaffeekonsum ist kardiovaskulär unbedenklich, und ein alkoholisches Getränk pro Tag könnte ein geringes Schutzsignal aufweisen.

Hinsichtlich der Nahrungsergänzungsmittel ist die Evidenzlage weitgehend negativ: Vitamine und Mineralstoffe in Supplementform reduzieren das Herz-Kreislauf-Risiko für die meisten Menschen nicht. Eine hohe Kaliumzufuhr über die Ernährung ist bei gesunden Personen vorteilhaft, während eine hohe Natriumzufuhr eindeutig schädlich ist.

Die klinischen Implikationen sind erheblich: Kardiologinnen und Kardiologen, Pflegefachpersonen und weitere Gesundheitsberufe werden ausdrücklich dazu aufgefordert, die Ernährung ihrer Patientinnen und Patienten routinemäßig zu erfassen und evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen als festen Bestandteil kardiovaskulärer Präventionsstrategien zu vermitteln.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Mediterranean and DASH diets consistently reduce CVD risk; vegan diets offer no additional benefit over vegetarian approaches.
  • Ultra-processed foods, saturated fat, excess sodium, and red meat are associated with increased cardiovascular risk.
  • Fasting strategies (intermittent, time-restricted, alternate-day) can reduce CVD risk but face adherence challenges.
  • Vitamin and mineral supplementation generally does not reduce CVD risk; high potassium intake is beneficial.
  • Moderate coffee consumption is safe; one alcohol unit per day may modestly lower cardiovascular risk.

Methodik

Dies ist ein wissenschaftliches Statement – ein strukturiertes Evidenzreview und Expertenkonsens-Dokument – keine primäre klinische Studie oder Metaanalyse. Die Autoren bewerteten vorhandene Forschungsergebnisse zu Ernährungsmustern, spezifischen Lebensmitteln und Mikronährstoffen in Bezug auf CVD-Risikobiomarker. Es wurden keine neuen Daten erhoben.

Studienlimitierungen

Die Aussage basiert auf einer Auswertung bestehender Evidenz, die hinsichtlich Studiendesign, Dauer und Studienpopulation stark variiert, was kausale Schlussfolgerungen einschränkt. Die Langzeiteffekte kohlenhydratarmer Ernährungsweisen und Fastenregime sind nach wie vor unzureichend charakterisiert. Der bescheidene Nutzen, der einem täglichen alkoholischen Getränk zugeschrieben wird, sollte angesichts der sich entwickelnden Evidenz zu Alkohol und Krebsrisiko mit Vorsicht interpretiert werden.

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