Heart HealthForschungsarbeitOpen Access

Belastungsuntersuchungen enthüllen verborgene Herzunterschiede bei trainierten Athleten und HCM-Patienten

Selbst gleich fitte Sportler und HCM-Patienten zeigen während Belastungstests deutlich unterschiedliche Atemmuster.

Donnerstag, 2. April 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in Eur J Prev Cardiol
athlete on stationary bike wearing breathing mask connected to gas analysis equipment in modern exercise lab

Zusammenfassung

Forscher verglichen Belastungstestergebnisse zwischen gesunden Athleten und gleich fitten Personen mit hypertropher Kardiomyopathie (HCM). Obwohl beide Gruppen identische Fitnessniveaus aufwiesen (VO2 max 25 % über dem Normalwert), zeigten Personen mit HCM eine schlechtere Atemeffizienz unter Belastung. Dieser Befund legt nahe, dass Parameter der Ventilationseffizienz dabei helfen könnten, zwischen dem Sportlerherz und HCM zu unterscheiden, wenn das Fitnessniveau allein keine diagnostische Aussagekraft hat.

Detaillierte Zusammenfassung

Diese Studie befasst sich mit einer entscheidenden diagnostischen Herausforderung in der Sportkardiologie: der Unterscheidung zwischen dem gesunden „Athletenherz" und der hypertrophen Kardiomyopathie (HCM), einer der häufigsten Ursachen des plötzlichen Herztods bei Sportlern. Das Problem besteht darin, dass beide Zustände zu ähnlichen Herzvergrößerungen führen können und traditionelle Marker bei Sportlern häufig versagen.

Forscher am Massachusetts General Hospital verglichen die Ergebnisse kardiopulmonaler Belastungstests zwischen 30 Personen mit HCM und 60 gesunden Sportlern, die sorgfältig nach Alter, Geschlecht, Körpergröße und – entscheidend – Fitnessniveau abgestimmt wurden. Beide Gruppen wiesen supranormale VO2 max-Werte von etwa 125 % des Vorhersagewerts auf, was eine gleichwertige kardiovaskuläre Fitness belegt.

Trotz identischer Fitnessniveaus zeigte die HCM-Gruppe eine signifikant schlechtere Ventilationseffizienz – also wie effektiv Herz und Lunge zusammenarbeiten, um Kohlendioxid während der Belastung abzuatmen. Konkret wiesen sie höhere VE/VCO2-Steigungen (25,4 vs. 23,4) und Nadirs (27,3 vs. 25,2) sowie niedrigere endtidale CO2-Werte an der Ventilationsschwelle auf. Zwanzig Prozent der HCM-Teilnehmer hatten abnormal hohe VE/VCO2-Nadirs, verglichen mit nur 3 % der Sportler.

Diese Erkenntnisse legen nahe, dass Ventilationseffizienz-Parameter entscheidende diagnostische Hinweise liefern können, wenn VO2 max allein nicht zwischen Athletenherz und HCM unterscheiden kann – ein häufiges klinisches Szenario. Dies könnte Klinikern helfen, in sogenannten „Grauzonenfällen", bei denen die Unterscheidung zwischen physiologischer und pathologischer Herzvergrößerung unklar ist, genauere Diagnosen zu stellen – und so potenziell sowohl unnötige Sportsperrungen als auch übersehene Diagnosen einer möglicherweise tödlichen Erkrankung zu verhindern.

Wichtigste Erkenntnisse

  • HCM patients had 8% higher VE/VCO2 slopes despite identical VO2 max as athletes
  • 20% of HCM patients vs 3% of athletes had abnormally high ventilatory efficiency ratios
  • Both groups achieved supranormal fitness (125% predicted VO2 max)
  • Ventilatory efficiency distinguished groups when traditional fitness metrics couldn't

Methodik

Prospektive Kohortenstudie, in der 30 HCM-Patienten mit 60 gematchten gesunden Athleten mittels standardisiertem Fahrradergometer-Test verglichen wurden. Die Gruppen wurden präzise nach Alter, Geschlecht, Körpergröße, Gewicht und Fitnessniveau gematcht.

Studienlimitierungen

Einzel-Zentrum-Studie mit relativ kleiner Stichprobengröße. HCM-Patienten wurden gezielt als nicht-obstruktiv und medikamentenfrei ausgewählt, was die Verallgemeinerbarkeit auf alle HCM-Präsentationen einschränkt.

Hat dir diese Zusammenfassung gefallen?

Erhalte die neueste Longevity-Forschung jede Woche in deinen Posteingang.

E-Mail-Adresse zum Abonnieren eingeben: