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Fünf Tage Fasten reduzieren Körperfett, heben die Stimmung und formen den Stoffwechsel um

Eine Studie mit 42 Frauen zeigt, dass 5-tägiges Fasten Leptin, Insulin und Glukose senkt sowie Ketone und die Stimmung verbessert – doch die psychologische Einstellung beeinflusst die Ergebnisse.

Samstag, 30. Mai 2026 3 Aufrufe
Veröffentlicht in PLoS One
A woman at dawn drinking water beside a window, ketone meter and blood-draw vial on the table, soft golden light

Zusammenfassung

Ein 5-tägiges Wasserfasten bei 42 Frauen mittleren Alters führte zu signifikanten Reduktionen von Körpermasse, Taillenumfang, Leptin, Glukose und Insulin, begleitet von steigenden Ketonkörpern als Signal für eine metabolische Umstellung auf Fettverbrennung. Die Stimmung verbesserte sich deutlich – Vitalität nahm zu und Anspannung ab – trotz moderater Anstiege entzündlicher Marker (TNF-alpha, IL-6). Irisin sank, während BDNF und Adiponektin stabil blieben. Bemerkenswert ist, dass psychologische Faktoren die Ergebnisse vorhersagten: Frauen mit höherem Wohlbefinden vor dem Fasten, höherer emotionaler Intelligenz und geringerer Impulsivität verloren mehr Fettmasse, während jene mit höheren Werten in Neurotizismus und Impulsivität mehr Muskelmasse verloren. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass personalisierte, psychologisch informierte Fastenstrategien die Vorteile optimieren und Muskelmasseverluste minimieren können.

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Detaillierte Zusammenfassung

Verlängertes Fasten wird zunehmend auf sein metabolisches, entzündungshemmendes und neuroprotektives Potenzial hin untersucht, doch Daten zu mehrtägigem vollständigen Fasten – insbesondere in Kombination mit gleichzeitigem psychologischem Profiling – bleiben spärlich. Diese litauische Studie zielte darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem sie ein breites Panel an Biomarkern und validierte psychologische Skalen über ein strukturiertes fünftägiges Fasten hinweg verfolgte.

Zweiundvierzig gesunde Frauen (Durchschnittsalter 49,8 ± 9,3 Jahre) absolvierten vom 19. bis 23. September 2022 ein überwachtes fünftägiges Fasten. Die Körperzusammensetzung wurde mittels bioelektrischer Impedanzanalyse (Tanita BC-300) gemessen, und venöse Blutproben erfassten Leptin, Adiponectin, TNF-alpha, IL-6, BDNF, Irisin, Insulin, Glukose und Ketonkörper vor und nach dem Fasten. Zu den psychologischen Beurteilungen gehörten die Brunel Mood Scale (BRUMS-LTU), der Schutte Emotional Intelligence Test, die 10-Item Perceived Stress Scale, das Big-Five-Persönlichkeitsinventar sowie Impulsivitätsmessungen. Die Teilnehmerinnen füllten außerdem Fragebögen zu körperlicher Aktivität und Lebensstil aus.

Physiologisch führte das Fasten zu signifikanten Verlusten an Körpermasse und Taillenumfang, zu starken Rückgängen bei Leptin, Insulin und Nüchternglukose sowie zu einem deutlichen Anstieg zirkulierender Ketonkörper – was den klassischen metabolischen Wechsel von Glukose zu fettbasiertem Brennstoff bestätigte. Der basale Energieverbrauch sank, was mit adaptiver Thermogenese vereinbar ist. Die Entzündungszytokine TNF-alpha und IL-6 stiegen moderat an, was auf eine vorübergehende Stressreaktion hindeutet. Irisin – ein muskelabgeleitetes Exerkin, das mit der Bräunung von Fettgewebe in Verbindung gebracht wird – nahm ab, was möglicherweise die reduzierte körperliche Aktivität während des Fastens widerspiegelt. BDNF und Adiponectin blieben statistisch unverändert, was im Gegensatz zu einigen früheren Studien zum intermittierenden Fasten steht, die Anstiege berichteten.

Die psychologischen Daten zeichneten ein eindrucksvolles Bild: Trotz des metabolischen Stresses berichteten die Teilnehmerinnen von einer verbesserten Gesamtstimmung, mit gesteigerter Vitalität und verminderter Anspannung am fünften Tag. Noch bemerkenswerter waren die prädiktiven Zusammenhänge zwischen der Psychologie vor dem Fasten und den Ergebnissen der Körperzusammensetzung. Größeres Wohlbefinden vor dem Fasten, höhere emotionale Intelligenz und geringere Impulsivität waren mit größeren Reduktionen der Fettmasse assoziiert. Umgekehrt sagten höherer Neurotizismus und Anspannung vor dem Fasten einen stärkeren Verlust an Magermasse voraus – ein unerwünschtes Ergebnis, das darauf hindeutet, dass psychische Vulnerabilität den fastenbedingten Katabolismus eher in Richtung Muskelabbau als Fettabbau lenken kann.

Die Autoren interpretieren diese Befunde als Beleg dafür, dass Fasten keine einheitliche Intervention darstellt; individuelle psychologische Profile modulieren die metabolischen Ergebnisse in bedeutsamer Weise. Praktisch gesehen spricht dies für ein psychologisches Screening vor längeren Fastenprogrammen sowie dafür, Fasten mit Stressreduktions- und Emotionsregulationsmaßnahmen zu verbinden. Wesentliche Einschränkungen umfassen die ausschließlich weibliche, mittelalte Stichprobe, die die Verallgemeinerbarkeit begrenzt, das Fehlen einer Kontrollgruppe, den unkontrollierten Menopausenstatus sowie das kurze fünftägige Zeitfenster, das keine Schlussfolgerungen über langfristige Effekte erlaubt.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Five-day fasting significantly reduced body mass, waist circumference, leptin, insulin, and fasting glucose in 42 women.
  • Ketone bodies rose substantially, confirming a metabolic shift from glucose to fat-derived fuel within five days.
  • Mood improved: vigor increased and tension fell, despite modest rises in TNF-alpha and IL-6 inflammatory markers.
  • BDNF and adiponectin did not change significantly; irisin declined, possibly due to reduced activity during fasting.
  • Higher pre-fast well-being and emotional intelligence predicted greater fat loss; neuroticism and impulsivity predicted greater lean mass loss.

Methodik

Einarmige, prospektive Beobachtungsstudie (Prä-Post-Design) mit 42 gesunden Frauen (Alter 40–60 Jahre), die im September 2022 ein beaufsichtigtes fünftägiges Fasten absolvierten. Blutbiomarker und Körperzusammensetzung wurden vor und nach dem Fasten gemessen; validierte psychologische Fragebögen erfassten zu Beginn Stimmung, Persönlichkeit, Stress und emotionale Intelligenz.

Studienlimitierungen

Der Studie fehlte eine Kontrollgruppe, sodass es unmöglich war, die Fasteneffekte von zeitlichen oder saisonalen Einflüssen zu trennen. Die ausschließlich weibliche, mittelalte Stichprobe und der unkontrollierte Menopausenstatus schränken die Verallgemeinerbarkeit ein. Das fünftägige Zeitfenster ist zu kurz, um anhaltende metabolische oder psychologische Effekte zu beurteilen, und selbst berichtete Lebensstildaten bergen ein potenzielles Erinnerungsverzerrungsrisiko.

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