Gut & MicrobiomePressemitteilung

Zahnfleischerkrankung: Bakterien könnten das Wachstum und die Ausbreitung von Brustkrebs fördern

Eine Studie der Johns Hopkins University zeigt, wie Mundbakterien in das Brustgewebe gelangen, dort DNA-Schäden verursachen und das Tumorwachstum beschleunigen können.

Samstag, 28. März 2026 7 Aufrufe
Veröffentlicht in ScienceDaily Cancer
Article visualization: Gum Disease Bacteria May Fuel Breast Cancer Growth and Spread

Zusammenfassung

Forscher der Johns Hopkins University entdeckten, dass *Fusobacterium nucleatum*, ein häufiges Zahnfleischerkrankungs-Bakterium, durch den Blutkreislauf in das Brustgewebe gelangen kann, wo es Entzündungen und DNA-Schäden auslöst. In Laborstudien beschleunigte dieser Mundkeim das Wachstum von Brusttumoren und förderte die Ausbreitung von Krebs in die Lungen. Das Bakterium scheint Krebszellen aggressiver zu machen und deren Resistenz gegenüber Chemotherapie zu erhöhen. Frauen mit *BRCA1*-Genmutationen zeigten eine erhöhte Anfälligkeit, da ihre Zellen einen erhöhten Anteil an Oberflächenzuckern aufwiesen, die Bakterien das Anheften und Eindringen erleichtern. Das Bakterium aktivierte fehleranfällige DNA-Reparatursysteme, die krebsfördernde Mutationen einführen können. Diese Forschung baut auf früheren Studien auf, die Parodontalerkrankungen mit dem Brustkrebsrisiko in Verbindung bringen, und liefert mögliche biologische Mechanismen für diesen Zusammenhang.

Detaillierte Zusammenfassung

Eine bahnbrechende Studie der Johns Hopkins University hat einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Brustkrebs aufgedeckt und zeigt, wie Bakterien bei Zahnfleischerkrankungen direkt zur Krebsentstehung und -progression beitragen können. Diese Forschung ist bedeutsam, weil sie einen potenziell beeinflussbaren Risikofaktor aufzeigt, den Millionen von Menschen durch bessere Mundhygiene angehen könnten.

Die Forscher stellten fest, dass Fusobacterium nucleatum, ein Bakterium, das häufig mit Parodontitis in Verbindung gebracht wird, in den Blutkreislauf gelangen und sich im Brustgewebe ansiedeln kann. Dort löst es Entzündungen aus, verursacht DNA-Schäden und fördert zelluläre Veränderungen, die mit der Krebsentstehung in Zusammenhang stehen. In Tiermodellen beschleunigte die Anwesenheit dieses Bakteriums das Tumorwachstum erheblich und verstärkte die Ausbreitung von Krebs von der Brust in die Lunge.

Die Studie enthüllte wichtige biologische Mechanismen hinter diesen Effekten. Das Bakterium aktiviert fehleranfällige DNA-Reparatursysteme, die krebsfördernde Mutationen einführen können. Zudem erhöht es den PKcs-Proteinspiegel, was die Beweglichkeit, Invasivität und Chemotherapieresistenz von Krebszellen steigert. Frauen mit BRCA1-Genmutationen erwiesen sich als besonders anfällig, da ihre Zellen erhöhte Mengen an Oberflächenzuckern aufwiesen, die Bakterien eine leichtere Anheftung und Penetration ermöglichen.

Diese Erkenntnisse legen nahe, dass eine ausgezeichnete Mundhygiene eine unterschätzte Strategie zur Krebsprävention sein könnte – insbesondere für Menschen mit genetischen Vorbelastungen. Regelmäßige Zahnarztbesuche zur professionellen Zahnreinigung, korrektes Zähneputzen und die Verwendung von Zahnseide sowie eine prompte Behandlung von Zahnfleischerkrankungen könnten das Brustkrebsrisiko möglicherweise senken. Diese Forschung befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium und wurde überwiegend unter Laborbedingungen durchgeführt, weshalb weitere Humanstudien erforderlich sind, um diese Zusammenhänge zu bestätigen und spezifische Präventionsempfehlungen zu entwickeln.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Gum disease bacteria can travel through bloodstream to breast tissue and cause DNA damage
  • Bacterial presence accelerated tumor growth and cancer spread to lungs in animal models
  • BRCA1-mutant cells showed increased susceptibility due to elevated bacterial attachment sites
  • Bacteria activated error-prone DNA repair systems that introduce cancer-promoting mutations
  • Bacterial exposure increased chemotherapy resistance and cancer cell aggressiveness

Methodik

Dies ist eine Forschungszusammenfassung, die über eine von Experten begutachtete Studie berichtet, veröffentlicht in Cell Communication and Signaling von Forschern der Johns Hopkins University. Die Belege basieren auf Laborexperimenten mit Mausmodellen und humanen Brustkrebszellkulturen.

Studienlimitierungen

Die Studie wurde hauptsächlich unter Laborbedingungen mit Tiermodellen und Zellkulturen durchgeführt. Klinische Studien am Menschen sind erforderlich, um diese Erkenntnisse zu bestätigen und eine direkte Kausalität in realen Bevölkerungsgruppen nachzuweisen.

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