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Hochintensives Training erhält VO2 max bei Erwachsenen über 70 Jahren deutlich besser als moderates Training

Eine 5-Jahres-Studie mit 500 älteren Erwachsenen zeigt, dass hochintensives Training den kardiorespiratorischen Abbau nahezu stoppt – besonders bei Frauen.

Montag, 1. Juni 2026 9 Aufrufe
Veröffentlicht in Med Sci Sports Exerc
An older woman in athletic gear running at a brisk pace on a track, arms pumping, mid-stride, with a clinical exercise lab visible in the background

Zusammenfassung

Eine fünfjährige Studie, die 500 Erwachsene im Alter von 70 bis 77 Jahren begleitete, ergab, dass die Trainingsintensität für den Erhalt der kardiorespiratorischen Fitness im Alter eine enorm wichtige Rolle spielt. Personen, die konsequent hochintensives Training (HIT) absolvierten, verzeichneten deutlich geringere Rückgänge bei der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2 peak) im Vergleich zu Personen mit moderater Trainingsintensität. Männer, die HIT betrieben, verzeichneten einen Rückgang von nur 3,1 %, gegenüber 7,7 % bei moderatem Training. Bemerkenswert ist, dass Frauen, die HIT betrieben, überhaupt keinen signifikanten Rückgang zeigten, während Frauen mit moderater Trainingsintensität einen Rückgang von 4,6 % aufwiesen. Der Vorteil von HIT gegenüber moderatem Training betrug bei beiden Geschlechtern nach fünf Jahren rund 1,3 mL/kg/min. Explorative Analysen deuteten zudem darauf hin, dass die Intensität mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird – und zwar in stärkerem Maße als die gesamte wöchentliche Trainingszeit. Dies ist bedeutsam, da VO2 max einer der stärksten bekannten Prädiktoren für Langlebigkeit und allgemeine Gesundheit ist.

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Detaillierte Zusammenfassung

Kardiorespiratorische Fitness – gemessen als maximale Sauerstoffaufnahme oder VO2 peak – gehört zu den stärksten Prädiktoren für Lebenserwartung und gesunde Lebensspanne. Dennoch war bislang unklar, wie verschiedene Trainingsintensitäten den altersbedingten Rückgang über längere Zeiträume bei älteren Erwachsenen beeinflussen. Diese Studie aus Norwegens Generation 100-Studie liefert nun Längsschnittdaten über fünf Jahre, die Hochintensitätstraining (HIT) und Mittelintensitätstraining (MIT) bei Erwachsenen im Alter von 70–77 Jahren direkt vergleichen.

Die Forschenden führten eine Post-hoc-Beobachtungsanalyse mit 500 Generation 100-Teilnehmenden durch, die über den gesamten Fünfjahreszeitraum kontinuierlich entweder HIT oder MIT betrieben. VO2 peak wurde zu vier klinischen Messzeitpunkten mithilfe standardisierter Belastungstests erfasst. Lineare gemischte Modelle wurden verwendet, um die Längsschnittverläufe zwischen den beiden Gruppen bei Männern und Frauen getrennt zu vergleichen.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert. Männer, die HIT betrieben, verzeichneten über fünf Jahre einen moderaten Rückgang des VO2 peak von 3,1 %, verglichen mit einem Rückgang von 7,7 % bei Männern mit MIT. Frauen, die HIT absolvierten, zeigten praktisch keine Veränderung des VO2 peak (p=0,96), während Frauen mit MIT einen Rückgang von 4,6 % aufwiesen. Nach fünf Jahren verschaffte HIT beiden Geschlechtern einen Vorteil von etwa 1,3 mL/kg/min – ein klinisch bedeutsamer Unterschied. Explorative Analysen ergaben, dass eine höhere selbst berichtete Trainingsintensität mit geringeren VO2 peak-Rückgängen bei den Einzelpersonen assoziiert war, während die wöchentliche Trainingszeit schwächere und inkonsistente Zusammenhänge zeigte.

Diese Erkenntnisse haben wichtige Implikationen dafür, wie ältere Erwachsene ihre Trainingsroutinen gestalten sollten. Das Beibehalten oder die Steigerung der Trainingsintensität scheint die kardiorespiratorische Fitness besser zu schützen als das bloße Ansammeln weiterer Stunden moderater Aktivität. Der besonders ausgeprägte Nutzen bei Frauen bedarf weiterer Untersuchung.

Wichtige Einschränkungen: Es handelt sich um eine Post-hoc-Beobachtungsanalyse, sodass Kausalität nicht belegt werden kann. Die Trainingsintensität wurde selbst berichtet, was Messfehler einführt. Teilnehmende, die bereit waren, fünf Jahre lang konsistentes HIT aufrechtzuerhalten, könnten eine gesündere und motiviertere Teilgruppe älterer Erwachsener repräsentieren, was die Verallgemeinerbarkeit einschränkt.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Women doing high-intensity training showed zero VO2 peak decline over 5 years; moderate exercisers declined 4.6%.
  • Men doing HIT declined only 3.1% in VO2 peak vs. 7.7% for moderate-intensity men over 5 years.
  • HIT conferred roughly 1.3 mL/kg/min VO2 peak advantage over MIT in both sexes at 5 years.
  • Exercise intensity predicted VO2 preservation better than total weekly exercise duration.
  • The benefit of high intensity over moderate intensity appeared to grow larger over time.

Methodik

Post-hoc-Beobachtungsanalyse von 500 älteren Erwachsenen (70–77 Jahre, 52 % Frauen) aus der Generation 100 RCT, die über 5 Jahre konsistent HIT oder MIT selbst berichteten. VO2 peak wurde an vier klinischen Messzeitpunkten mittels Belastungstests erfasst; lineare gemischte Modelle wurden zur Analyse der Längsschnittverläufe eingesetzt.

Studienlimitierungen

Dies ist eine post-hoc-Beobachtungsanalyse, weshalb kausale Schlussfolgerungen eingeschränkt sind. Die Trainingsintensität wurde von den Teilnehmern selbst angegeben, was zu potenziellen Fehlklassifikationsverzerrungen führen kann. Teilnehmer, die 5 Jahre lang HIT durchgehalten haben, könnten eine gesündere, selbst selektierte Untergruppe darstellen, was die Verallgemeinerbarkeit einschränkt. Die Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, da der Volltext nicht verfügbar war.

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