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Höhere DHEA-S-Spiegel mit kürzerer Lebenserwartung bei Männern assoziiert – nicht bei Frauen

Eine Mendel'sche Randomisierungsstudie zeigt, dass genetisch erhöhte DHEA-S-Spiegel bei Männern mit einer kürzeren Lebenserwartung assoziiert sind – und wirft damit Fragen zur unregulierten Einnahme von DHEA-Nahrungsergänzungsmitteln auf.

Dienstag, 26. Mai 2026 7 Aufrufe
Veröffentlicht in Nutr Metab Cardiovasc Dis
A close-up of white DHEA supplement capsules spilling from an amber bottle onto a white surface, with a measuring tape and a male silhouette chart in the soft background

Zusammenfassung

DHEA ist ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, das häufig mit Anti-Aging-Vorteilen vermarktet wird – doch diese groß angelegte Genetics-Studie stellt diese Erzählung zumindest für Männer in Frage. Die Forscher nutzten Mendel'sche Randomisierung, eine Methode, die genetische Varianten als Stellvertreter verwendet, um Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu untersuchen, und prüften, ob höhere DHEA-Sulfat-Spiegel die Lebenserwartung beeinflussen. Anhand von Daten aus über 400.000 Personen der UK Biobank stellten sie fest, dass genetisch höhere DHEA-S-Werte bei Männern mit einer um etwa 1,15 Jahre kürzeren Lebenserwartung assoziiert waren, während bei Frauen kein signifikanter Effekt festgestellt wurde. Männer mit höheren DHEA-S-Werten wiesen zudem tendenziell erhöhten Blutdruck auf, was den Befund zur Lebenserwartung teilweise erklären könnte. Die Autoren legen nahe, dass Regulierungsbehörden in Ländern wie den Vereinigten Staaten, wo DHEA frei als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird, dessen Status möglicherweise überdenken sollten.

Detaillierte Zusammenfassung

DHEA (Dehydroepiandrosteron) und seine sulfatierte Form DHEA-S sind Steroidhormone, die mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise abnehmen, was viele zu der Theorie veranlasst hat, sie könnten einen Schutzeffekt gegen das Altern besitzen. Diese Annahme hat die weit verbreitete Verwendung von DHEA als rezeptfreies Nahrungsergänzungsmittel befeuert, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Beobachtungsdaten sind jedoch leicht durch Störvariablen verzerrt, und keine klinische Studie hat bislang eindeutig einen Nutzen für die Lebenserwartung nachgewiesen.

Um diese Störvariablen zu eliminieren, setzten die Forscher Schooling und Zhao auf die Zweistichproben-Mendel'sche Randomisierung (MR), die genetische Varianten, die auf natürliche Weise mit DHEA-S-Spiegeln assoziiert sind, als Instrumente verwendet, um kausale Effekte zu schätzen – im Wesentlichen eine Nachahmung einer randomisierten Studie mithilfe natürlicher genetischer Variation. Geschlechtsspezifische genetische Instrumente für DHEA-S wurden aus den Life-Adult/Life-Heart-Kohorten gewonnen, während Endpunkte wie Lebenserwartung (über das von den Eltern erreichte Lebensalter), Blutdruck, ApoB und HbA1c aus der UK Biobank stammten.

Das Hauptergebnis war bemerkenswert: Genetisch bedingt höhere DHEA-S-Spiegel waren bei Männern mit einer um etwa 1,15 Jahren kürzeren Lebenserwartung assoziiert (95%-KI: -1,72 bis -0,58), während Frauen keinen signifikanten Effekt zeigten. Dieser Geschlechtsunterschied war statistisch robust (p = 0,0017). Bei Männern war DHEA-S zudem mit höherem systolischen und diastolischen Blutdruck assoziiert – ein möglicher Mechanismus für die verkürzte Lebenserwartung. Eine mögliche Assoziation mit niedrigerem ApoB bei Männern wurde ebenfalls festgestellt, ein teilweise ausgleichender Befund, der weiterer Untersuchung bedarf.

Diese Ergebnisse haben reale Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. DHEA-Nahrungsergänzungsmittel sind in den USA rezeptfrei erhältlich und werden häufig für Anti-Aging, Energie und hormonelle Balance beworben. Das genetische Studiendesign dieser Untersuchung stärkt die Hypothese, dass die Beziehung bei Männern möglicherweise nicht unbedenklich ist.

Wichtige Einschränkungen sind zu beachten. Der MR-Ansatz setzt voraus, dass die genetischen Instrumente Endpunkte ausschließlich über DHEA-S beeinflussen – eine Annahme, die sich nicht vollständig überprüfen lässt. Darüber hinaus wurde die Lebenserwartung über das von den Eltern erreichte Lebensalter geschätzt – ein Näherungswert mit inhärenter Ungenauigkeit. Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract; die vollständige Methodik und ergänzende Analysen konnten nicht eingesehen werden.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Genetically higher DHEA-S was linked to ~1.15 fewer years of lifespan in men but had no effect in women.
  • Men with higher DHEA-S showed elevated systolic and diastolic blood pressure, a potential lifespan mechanism.
  • DHEA-S may be associated with modestly lower ApoB in men, a partial cardiovascular counterpoint.
  • No lifespan or blood pressure effects were detected in women, highlighting a clear sex-specific divergence.
  • Authors suggest regulatory consideration of DHEA supplements in the U.S., where they are sold freely.

Methodik

Zwei-Stichproben-Mendelian-Randomisierung unter Verwendung geschlechtsspezifischer genetischer Instrumente für DHEA-S aus den Life-Adult/Life-Heart-Kohorten (Männer n=4.327; Frauen n=3.501). Als Endpunkte wurden in der UK Biobank die Lebenserwartung anhand des erreichten Alters der Eltern (n>400.000) sowie kardiometabolische Marker (n>160.000 je Geschlecht) erfasst. Es wurden Schätzer mit inverser Varianzgewichtung sowie Sensitivitätsanalysen eingesetzt.

Studienlimitierungen

Die Lebenserwartung wurde anhand des erreichten Alters der Eltern als Näherungswert geschätzt, was zu Messungenauigkeiten führt. Der Mendelian-Randomisierungs-Ansatz setzt voraus, dass genetische Instrumente die Lebenserwartung ausschließlich über DHEA-S beeinflussen – eine Annahme, die sich nicht vollständig überprüfen lässt. Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, da der vollständige Text nicht zugänglich war.

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