Ligandrol SARM reduziert die Ausdauer und stört den Hormonhaushalt bei männlichen Ratten
Eine neue Studie zeigt, dass das beliebte Bodybuilding-Nahrungsergänzungsmittel Ligandrol die kardiovaskuläre Fitness und die Hormongesundheit beeinträchtigt – trotz Zuwächsen an Muskelkraft.
Zusammenfassung
Forscher testeten Ligandrol (LGD-4033), ein beliebtes, aber unreguliertes Bodybuilding-Nahrungsergänzungsmittel, über 8 Wochen an männlichen Ratten. Obwohl Ligandrol die Griffstärke erhöhte, reduzierte es die Ausdauerkapazität, den maximalen Sauerstoffverbrauch und den Testosteronspiegel signifikant. Die Verbindung verschlechterte außerdem das Lipidprofil, indem sie Triglyceride und Cholesterin erhöhte. Überraschenderweise bot die Kombination von Ligandrol mit Ausdauertraining gegenüber dem Training allein keine Vorteile und minderte sogar einige Trainingseffekte. Diese Erkenntnisse stellen die weit verbreitete Überzeugung in Frage, dass SARMs sicherere Alternativen zu anabolen Steroiden seien.
Detaillierte Zusammenfassung
Diese kontrollierte Studie untersuchte Ligandrol (LGD-4033), einen der beliebtesten selektiven Androgenrezeptormodulatoren (SARMs), der von Bodybuildern und Sportlern illegal eingesetzt wird. Obwohl SARMs von der WADA verboten und nicht für den menschlichen Gebrauch zugelassen sind, sind sie online weit verbreitet und werden bei Dopingkontrollen zunehmend nachgewiesen.
Die Forscher teilten 40 männliche Ratten in vier Gruppen ein: sitzende Kontrollgruppe, sitzende Gruppe mit Ligandrol (0,4 mg/kg, 5x/Woche), Trainingsgruppe (40 Min. Laufband, 5x/Woche) sowie Trainingsgruppe mit Ligandrol. Nach 8 Wochen wurden umfassende Fitness-, Stoffwechsel- und Hormonparameter gemessen.
Die Ergebnisse zeigten besorgniserregende Abwägungen. Obwohl Ligandrol die Griffstärke erhöhte, beeinträchtigte es die kardiovaskuläre Fitness erheblich. Die submaximale Ausdauer nahm ab, und der maximale Sauerstoffverbrauch (VO2 max) sank im Vergleich zur Kontrollgruppe. Ligandrol störte zudem das Hormongleichgewicht, indem es den Testosteron- und den follikelstimulierenden Hormonspiegel senkte. Stoffwechselseitig verschlechterte die Substanz das Lipidprofil durch einen Anstieg von Triglyceriden und Gesamtcholesterin bei gleichzeitig sinkenden Glukosewerten.
Am überraschendsten war, dass die Kombination von Ligandrol mit Ausdauertraining gegenüber dem Training allein keinen Vorteil brachte. Tatsächlich schien Ligandrol einige Trainingsanpassungen abzuschwächen: Es reduzierte die VEGF-a-Genexpression (wichtig für die Blutgefäßneubildung) und verringerte die Größe der Typ-I- und Typ-IIa-Muskelfasern bei trainierten Tieren. Training allein erzielte bei mehreren Fitnessparametern überlegene Ergebnisse.
Diese Erkenntnisse stellen die verbreitete Annahme in Frage, dass SARMs muskelaufbauende Vorteile ohne die kardiovaskulären und hormonellen Risiken anaboler Steroide bieten. Die Studie legt nahe, dass die negativen Auswirkungen von Ligandrol auf Ausdauer, Lipidstoffwechsel und Hormonproduktion seinen bescheidenen Kraftzuwachs überwiegen könnten – insbesondere für Sportlerinnen und Sportler mit Fokus auf kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit.
Wichtigste Erkenntnisse
- Ligandrol reduced submaximal endurance capacity and maximal oxygen consumption (VO2max) compared to controls
- Testosterone levels decreased significantly in ligandrol-treated rats versus vehicle controls
- Follicle-stimulating hormone (FSH) concentrations dropped with ligandrol treatment
- Triglycerides and total cholesterol increased in ligandrol groups, worsening lipid profiles
- Grip strength increased with ligandrol treatment, confirming some anabolic effects
- Blood glucose levels decreased in ligandrol-treated animals
- Training plus ligandrol showed no advantage over training alone across multiple parameters
Methodik
Kontrollierte Studie mit 40 vierzehn Wochen alten männlichen Wistar-Ratten, aufgeteilt in vier Gruppen (n=10 je Gruppe) über einen Zeitraum von 8 Wochen. Ligandrol wurde subkutan in einer Dosierung von 0,4 mg/kg fünfmal wöchentlich verabreicht. Die Trainingsgruppen absolvierten fünfmal wöchentlich 40-minütige Laufbandeinheiten bei 25 m/min und 5° Steigung. Die umfassende Bewertung umfasste Funktionstests (VO2 max, Ausdauer, Griffstärke), Hormonanalysen, Lipidprofile, histologische Untersuchungen sowie Genexpressionsanalysen mittels ANOVA mit Post-hoc-Tests.
Studienlimitierungen
Die Studie wurde an Ratten durchgeführt, sodass die Übertragbarkeit auf den Menschen durch klinische Studien bestätigt werden muss. Die achtwöchige Dauer erfasst möglicherweise keine Langzeiteffekte. Die Dosierung auf Grundlage von Online-Produktkonzentrationen spiegelt möglicherweise nicht die optimalen therapeutischen Bereiche wider. Die Autoren gaben keine Interessenkonflikte an. Die Stichprobengröße war relativ klein (n=10 pro Gruppe) und beschränkte sich ausschließlich auf männliche Probanden.
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