Longevity & AgingPressemitteilung

Melatonin steigert DNA-Reparatur bei Nachtschichtarbeitern in neuer Studie um 80 %

Eine kleine klinische Studie zeigt, dass Melatonin-Nahrungsergänzungsmittel die DNA-Reparaturaktivität bei Nachtschichtarbeitern während des Tagesschlafs signifikant erhöhten.

Sonntag, 31. Mai 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in ScienceDaily Aging
Article visualization: Melatonin Boosts DNA Repair in Night Shift Workers by 80% in New Trial

Zusammenfassung

Eine neue klinische Studie, die in *Occupational & Environmental Medicine* veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass Melatonin-Nahrungsergänzungsmittel Nachtschichtarbeitern dabei helfen könnten, DNA-Schäden zu reparieren, die durch die Nachtarbeit verursacht werden. Vierzig Arbeitnehmer wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt: Sie nahmen entweder täglich 3 mg Melatonin oder ein Placebo über vier Wochen ein, jeweils etwa eine Stunde vor dem Tagesschlaf. Die Forscher maßen den Gehalt von 8-OHdG im Urin – einem Biomarker, der die oxidative DNA-Reparaturaktivität widerspiegelt. Arbeitnehmer, die Melatonin einnahmen, wiesen während des Tagesschlafs 80 % höhere 8-OHdG-Werte auf als die Placebo-Gruppe, was auf eine verstärkte DNA-Reparatur hindeutet. Es ist bekannt, dass Nachtschichtarbeit die natürliche Melatoninproduktion unterdrückt und die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigt, oxidative DNA-Schäden zu beheben – ein Prozess, der mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht wird. Die Forscher warnen, dass größere Studien erforderlich sind, bevor Melatonin offiziell empfohlen werden kann.

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Detaillierte Zusammenfassung

Nachtschichtarbeit ist mit gut dokumentierten gesundheitlichen Risiken verbunden, darunter erhöhte Raten bestimmter Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen und beschleunigtes zelluläres Altern. Ein zentraler Mechanismus ist die Unterdrückung von Melatonin – dem Hormon, das normalerweise bei Dunkelheit ansteigt und eine Rolle weit über die Schlafregulation hinaus spielt: Es unterstützt auch die Fähigkeit des Körpers, oxidative DNA-Schäden zu reparieren. Wenn Melatonin chronisch unterdrückt wird, kann die DNA-Reparaturkapazität abnehmen, sodass sich zelluläre Schäden im Laufe der Zeit ansammeln.

Eine neue randomisierte placebokontrollierte Studie, veröffentlicht in Occupational & Environmental Medicine, hat direkt untersucht, ob die Einnahme von Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel diese Reparaturkapazität wiederherstellen kann. Vierzig erfahrene Nachtschichtarbeiter – alle mit mindestens zwei Nachtschichten pro Woche über einen Zeitraum von sechs oder mehr Monaten – erhielten über vier Wochen hinweg entweder 3mg Melatonin oder ein entsprechendes Placebo, jeweils etwa eine Stunde vor dem Tagesschlaf.

Der primäre Endpunkt war urinary 8-OHdG, ein validierter Biomarker für oxidative DNA-Reparaturaktivität. Eine höhere Ausscheidung im Urin während des Schlafs weist darauf hin, dass der Körper aktiv DNA-Schäden repariert. Die Arbeiter in der Melatonin-Gruppe zeigten während des Tagesschlafs 80% höhere 8-OHdG-Werte im Vergleich zur Placebo-Gruppe – ein substanzieller und statistisch bedeutsamer Unterschied, der auf eine deutlich gesteigerte Reparaturaktivität hindeutet.

Interessanterweise wurde dieser Effekt während der darauffolgenden Nachtschicht nicht beobachtet, was darauf hindeutet, dass der Nutzen spezifisch an schlafphasenbezogene Reparaturprozesse gebunden ist und keinen kontinuierlichen Effekt über den gesamten Tag hinweg darstellt. Dieser Befund deckt sich mit der bekannten Rolle von Melatonin bei der Unterstützung regenerativer biologischer Funktionen, die vorrangig während des Schlafs stattfinden.

Trotz des überzeugenden Signals sind wichtige Einschränkungen zu beachten. Die Studie war klein – mit nur 40 Teilnehmern – und dauerte lediglich vier Wochen. Die Forscher warnen ausdrücklich davor, Melatonin als Krebsvorbeugungsstrategie zu empfehlen, bis größere Langzeitstudien die Ergebnisse bestätigen. Dennoch stellen diese Erkenntnisse für die weltweit geschätzt Millionen von chronischen Nachtschichtarbeitern einen praktischen, kostengünstigen und risikoarmen Ansatz dar, den es zu verfolgen lohnt, während sich die Evidenzlage weiterentwickelt.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Melatonin (3mg daily) increased DNA repair biomarker 8-OHdG by 80% during daytime sleep in night shift workers
  • DNA repair benefit appeared specifically during sleep, not during subsequent night shift hours
  • Night shift work suppresses natural melatonin, potentially weakening oxidative DNA repair and raising cancer risk
  • Trial was randomized and placebo-controlled, strengthening reliability despite its small size of 40 participants
  • Researchers caution larger studies are needed before melatonin is recommended for cancer risk reduction

Methodik

Dies ist eine Forschungszusammenfassung, die über eine kleine randomisierte placebokontrollierte klinische Studie berichtet, die in *Occupational & Environmental Medicine* veröffentlicht wurde – einem von Experten begutachteten Journal der BMJ Group, was der Quelle eine solide Glaubwürdigkeit verleiht. Die Studie verwendete einen validierten Biomarker (urinäres 8-OHdG), um die DNA-Reparaturaktivität zu messen, und setzte Activity-Tracker zur objektiven Schlafmessung ein. Mit nur 40 Teilnehmern über vier Wochen sind die Belege vorläufig, methodisch jedoch solide für eine frühe Studienphase.

Studienlimitierungen

Die Studie umfasste lediglich 40 Teilnehmer über einen Zeitraum von vier Wochen, was keine ausreichende Grundlage für Schlussfolgerungen über langfristige Krebsrisiken oder klinische Ergebnisse bietet. Der Biomarker 8-OHdG spiegelt die Reparaturaktivität wider, bestätigt jedoch nicht direkt eine verringerte Krebsinzidenz oder Krankheitsprävention. Bevor formale Empfehlungen ausgesprochen werden können, ist eine unabhängige Replikation in größeren, diverseren Bevölkerungsgruppen über längere Zeiträume erforderlich.

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