Menstruationsphase verändert Fett- oder Kohlenhydratverbrennung beim Sport nicht
Neue Forschungsergebnisse zeigen keine bedeutsamen Unterschiede in der Brennstoffnutzung zwischen Follikel-, Ovulations- und Lutealphase bei aerobem Training.
Zusammenfassung
Eine verbreitete Annahme in der Sportwissenschaft besagt, dass Frauen während der Lutealphase ihres Menstruationszyklus mehr Fett verbrennen. Diese Studie hat diese These direkt überprüft, indem sie die Hormone über alle drei Menstruationsphasen hinweg rigoros verfolgte. Dreizehn Frauen absolvierten in jeder Phase identische 30-minütige aerobe Trainingseinheiten, wobei die Substratverwertung während und nach dem Training gemessen wurde. Die Ergebnisse zeigten keine signifikanten Unterschiede bei der Fettoxidation, der Kohlenhydratoxidation, dem Sauerstoffverbrauch oder dem Stoffwechsel nach dem Training zwischen den Phasen. Die Forschenden verwendeten bewährte Methoden zur Bestimmung der Menstruationsphase, darunter Blutentnahmen und Ovulationstests. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass die Menstruationsphase möglicherweise keinen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie der weibliche Körper beim moderaten aeroben Training unter Nahrungsbedingungen Energie bereitstellt.
Detaillierte Zusammenfassung
Seit Jahren diskutieren Sportwissenschaftler und Trainer, ob Frauen ihr Training an den Menstruationszyklus anpassen sollten, um die Fettverbrennung zu optimieren. Für die Lutealphase, in der Progesteron seinen Höhepunkt erreicht, wurde theoretisch eine begünstigte Fettoxidation angenommen. Eine wachsende Zahl von Belegen stellt jedoch zunehmend in Frage, ob dieser Effekt real ist oder ein Artefakt mangelhafter Studiendesigns darstellt.
Diese Studie der Wilfrid Laurier University hatte zum Ziel, methodisch streng zu prüfen, ob die Menstruationsphase die Substratverwertung während und nach dem Sport beeinflusst. Dreizehn gesunde Frauen absolvierten jeweils 30 Minuten submaximales aerobes Training in der Follikelphase, der Ovulationsphase und der Lutealphase. Entscheidend war, dass die Forscher mehrere Methoden zur Bestätigung der jeweiligen Phase einsetzten – Zyklusaufzeichnung, orale Temperaturmessung, Ovulationstests und Bluthormonanalysen –, womit sie eine wesentliche methodische Schwäche früherer Studien behobten.
Die Ergebnisse waren eindeutig: Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede im respiratorischen Quotienten, in der Fettoxidation, der Kohlenhydratoxidation, dem Sauerstoffverbrauch oder der Stoffwechselrate nach dem Training – und zwar in keiner der drei Phasen. Die Effektgrößen waren gering und die p-Werte lagen deutlich über den üblichen Schwellenwerten.
Diese Erkenntnisse haben praktische Konsequenzen. Frauen und ihre Trainer müssen den Trainingsplan nicht um die Menstruationsphase herum gestalten, um die Substratverwertung beim moderaten aeroben Training zu optimieren. Die Studie verdeutlicht zudem, dass frühere Forschungsergebnisse, die phasenabhängige Unterschiede nahelegten, durch eine ungenaue Phasenverifizierung beeinträchtigt gewesen sein könnten.
Wichtige Einschränkungen sind zu beachten: Die Stichprobe war mit 13 Teilnehmerinnen klein, alle trainierten im nicht-nüchternen Zustand, und das Training war submaximall – bei höheren Intensitäten oder im Nüchternzustand könnten die Ergebnisse anders ausfallen. Die Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, sodass vollständige methodische Details und Datentabellen nicht verfügbar sind. Dennoch gehört diese Studie zu den methodisch sorgfältigeren Arbeiten zu diesem Thema und stellt die Zyklusanpassungs-These in der Sporternährung auf bedeutsame Weise infrage.
Wichtigste Erkenntnisse
- No difference in fat or carbohydrate oxidation during exercise across follicular, ovulatory, and luteal phases.
- Post-exercise metabolism was also unchanged across menstrual phases.
- Rigorous phase verification using blood sampling and ovulation strips strengthens confidence in null findings.
- Results suggest cycle-syncing for fuel optimization during moderate aerobic exercise may not be evidence-based.
- Findings apply specifically to fed-state, submaximal aerobic exercise in healthy young women.
Methodik
Dreizehn Frauen absolvierten 30-minütige submaximale aerobe Trainingseinheiten in drei Menstruationsphasen, wobei die jeweilige Phase durch Zyklusaufzeichnung, orale Temperaturmessung, Ovulationstests und Blutentnahmen bestätigt wurde. Respiratorischer Quotient und Substratumsatz wurden während und nach dem Training gemessen. Lineare gemischte Modelle wurden verwendet, um Phasen-Zeitpunkt-Interaktionen zu bewerten.
Studienlimitierungen
Die Stichprobengröße war gering (n=13), was die statistische Aussagekraft zur Erkennung subtiler Effekte einschränkt. Alle Sitzungen wurden im gesättigten Zustand durchgeführt, sodass Fasten- oder Hochintensitätsbedingungen möglicherweise zu anderen Ergebnissen führen. Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract; vollständige Daten, Tabellen und methodische Details standen nicht zur Überprüfung zur Verfügung.
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