Longevity & AgingPressemitteilung

Neuer Bluttest übertrifft PSA bei der Erkennung gefährlicher Prostatakarzinome

Der Stockholm3-Test erkannte 90 % der klinisch bedeutsamen Prostatakarzinome gegenüber 74 % beim PSA-Test, bei nahezu identischen Falsch-positiv-Raten.

Dienstag, 23. Juni 2026 1 Aufruf
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: New Blood Test Outperforms PSA at Catching Dangerous Prostate Cancers

Zusammenfassung

Ein aus mehreren Komponenten bestehender Bluttest namens Stockholm3 übertrifft das Standard-PSA-Screening bei der Erkennung gefährlicher Prostatakrebserkrankungen deutlich. Anhand der Daten von über 12.000 Männern aus einer schwedischen randomisierten Studie stellten Forscher fest, dass Stockholm3 90 % der klinisch bedeutsamen Prostatakrebsfälle erkannte, verglichen mit lediglich 74 % beim PSA-Test allein – bei nahezu identischen Falsch-positiv-Raten. Der Test kombiniert PSA mit zusätzlichen Protein-Biomarkern, einem polygenen Risiko-Score und klinischen Variablen. Bezogen auf 1.000 gescreente Männer entdeckte Stockholm3 etwa 6 zusätzliche Krebsfälle und übersah dabei deutlich weniger Fälle. Laut den Forschern unterstützt der Test einen präziseren, risikobasierten Screening-Ansatz, der unnötige Biopsien reduziert, ohne die Erkennung von Krebserkrankungen zu beeinträchtigen, die tatsächlich einer Behandlung bedürfen.

Deep Dive Audio
0:00--:--

Detaillierte Zusammenfassung

Das Prostatakrebsscreening stützt sich seit Langem auf den PSA-Bluttest, der jedoch unvollkommen ist – er übersieht Krebserkrankungen und löst unnötige Biopsien aus. Eine neue Analyse legt nahe, dass ein ausgefeilterer blutbasierter Test die Früherkennung der tatsächlich relevanten Krebserkrankungen deutlich verbessern könnte.

Der Stockholm3-Test kombiniert den Standard-PSA-Wert mit zusätzlichen Plasmaprotein-Biomarkern, einem polygenen Risiko-Score, der das genetische Krebsrisiko widerspiegelt, sowie klinischen Variablen wie Alter und Familienanamnese. Forscher des Karolinska Institutet führten eine Sekundäranalyse der randomisierten STHLM3-MRI-Studie durch und untersuchten über 12.600 schwedische Männer, die zwischen 2018 und 2020 gescreent wurden, mit einer zweijährigen Nachbeobachtungszeit.

Die in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten Ergebnisse waren bemerkenswert. Stockholm3 erkannte 90 % der klinisch signifikanten Prostatakrebserkrankungen – definiert als Gradegruppe 2 oder höher – gegenüber 74 % bei PSA allein. Entscheidend ist, dass diese Verbesserung nicht mit einer nennenswerten Zunahme falsch positiver Befunde einherging: Die Falsch-positiv-Rate betrug 11 % für Stockholm3 gegenüber 10 % für PSA. Pro 1.000 gescreenten Männern identifizierte Stockholm3 31,6 signifikante Krebserkrankungen gegenüber 25,8 bei PSA, während die Anzahl unnötiger diagnostischer Abklärungen ähnlich blieb.

Dies ist von Bedeutung, da die Nachteile einer Überdiagnose von Prostatakrebs gut dokumentiert sind – unnötige Biopsien bergen Infektionsrisiken, verursachen Ängste und können zur Überbehandlung langsam wachsender Krebserkrankungen führen, die niemals Schaden anrichten würden. Stockholm3 adressiert beide Seiten dieses Problems: Es erfasst mehr gefährliche Krebserkrankungen und vermeidet gleichzeitig mehr Fehlalarme.

Der Test wird bereits klinisch in Teilen Europas eingesetzt und wurde in früheren Phasen der STHLM3-MRI-Studie validiert. Es handelte sich jedoch um eine Sekundäranalyse und keinen primären Studienendpunkt, und die Übertragbarkeit auf nicht-europäische Bevölkerungsgruppen muss noch weiter untersucht werden. Männer und Kliniker, die ihr Prostatakrebsscreening optimieren möchten, sollten besprechen, ob multikomponentielle Tests verfügbar und angesichts individueller Risikoprofile geeignet sind.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Stockholm3 detected 90% of significant prostate cancers vs 74% for standard PSA screening
  • False-positive rates were nearly identical: 11% for Stockholm3 vs 10% for PSA
  • Per 1,000 men screened, Stockholm3 found ~6 more clinically significant cancers
  • Stockholm3 combines PSA, protein biomarkers, polygenic risk score, and clinical variables
  • Results support a risk-adapted screening strategy reducing unnecessary biopsies

Methodik

Dies ist ein Nachrichtenbericht, der eine Sekundäranalyse des randomisierten STHLM3-MRI-Trials zusammenfasst, veröffentlicht im begutachteten Fachjournal Annals of Internal Medicine. Die Studie umfasste 12.670 Männer mit einem Nachbeobachtungszeitraum von zwei Jahren und bietet damit eine erhebliche statistische Aussagekraft. Die Glaubwürdigkeit der Quelle ist hoch – MedPage Today ist ein renommiertes medizinisches Nachrichtenportal, und die Forschung stammt vom Karolinska Institutet.

Studienlimitierungen

Dies war eine Sekundäranalyse und kein primär vorab festgelegtes Studienergebnis, was inhärente interpretatorische Einschränkungen mit sich bringt. Die Studienpopulation bestand überwiegend aus Schweden, sodass die Übertragbarkeit auf andere ethnische Gruppen – die unterschiedliche Ausgangsrisikoprofile für Prostatakrebs aufweisen – unsicher ist. Die Verfügbarkeit von Stockholm3 außerhalb Europas bleibt begrenzt, und die Kosteneffizienz in verschiedenen Gesundheitssystemen ist noch nicht vollständig belegt.

Hat dir diese Zusammenfassung gefallen?

Erhalte die neueste Longevity-Forschung jede Woche in deinen Posteingang.

E-Mail-Adresse zum Abonnieren eingeben: