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Neue Körpermessung sagt mehrere chronische Krankheiten besser voraus als der BMI

Der gewichtsadjustierte Taillenindex übertrifft BMI und Taillenumfang bei der Vorhersage des Risikos, mehrere chronische Erkrankungen zu entwickeln.

Sonntag, 29. März 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in Experimental gerontology
Scientific visualization: New Body Measurement Predicts Multiple Chronic Diseases Better Than BMI

Zusammenfassung

Forscher haben herausgefunden, dass ein einfaches Maß namens Weight-Adjusted Waist Index (WWI) besser vorhersagt, wer mehrere chronische Erkrankungen entwickeln wird, als herkömmliche Maße wie BMI oder Taillenumfang. Der WWI wird berechnet, indem der Taillenumfang durch die Quadratwurzel des Körpergewichts geteilt wird, und liefert so ein klareres Bild der abdominalen Fettverteilung. In Studien mit über 30.000 US-Amerikanern und 3.000 chinesischen Erwachsenen hatten Personen mit dem höchsten WWI eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, mehrere chronische Erkrankungen aufzuweisen. Dieses Maß zeigte eine Genauigkeit von 71 % bei der Identifizierung von Hochrisikopersonen und übertraf damit sowohl den BMI als auch den Taillenumfang allein.

Detaillierte Zusammenfassung

Eine bahnbrechende Studie zeigt, dass ein neuartiges Körpermaß namens Weight-Adjusted Waist Index (WWI) herkömmliche Kennzahlen wie BMI und Taillenumfang bei der Vorhersage von Multimorbidität – dem gleichzeitigen Vorliegen von zwei oder mehr chronischen Erkrankungen – deutlich übertrifft.

Die Forschenden analysierten Daten von über 30.000 amerikanischen Erwachsenen aus der NHANES-Datenbank (2017–2023) und validierten ihre Ergebnisse in einer 17-jährigen prospektiven Studie mit knapp 3.000 chinesischen Erwachsenen. Der WWI wird einfach als Taillenumfang dividiert durch die Quadratwurzel des Körpergewichts berechnet und soll die Verteilung des Bauchfetts unabhängig von der Muskelmasse besser erfassen.

Die Ergebnisse waren eindrücklich: Teilnehmende mit den höchsten WWI-Werten hatten eine 3,04-mal höhere Chance auf Multimorbidität im Vergleich zu jenen mit den niedrigsten Werten. Der WWI zeigte mit einer Fläche unter der Kurve von 0,709 eine überlegene Vorhersagegenauigkeit und übertraf damit sowohl BMI als auch Taillenumfang. Der Zusammenhang erwies sich überwiegend als linear, was bedeutet, dass das Risiko mit steigendem WWI kontinuierlich zunimmt.

Dies ist für die Langlebigkeit von Bedeutung, da Multimorbidität die gesunde Lebensspanne und die Lebenserwartung erheblich beeinträchtigt. Anders als der BMI, der muskulöse Personen fälschlicherweise als übergewichtig einstufen kann, zielt der WWI gezielt auf zentrale Adipositas ab – das gefährliche Bauchfett, das mit Stoffwechselstörungen, Entzündungen und der Entstehung chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Die frühzeitige Identifikation von Hochrisikopersonen ermöglicht gezielte Interventionen, bevor sich mehrere Erkrankungen entwickeln.

Die Stärke der Studie liegt in ihrer großen Stichprobengröße, der prospektiven Validierung und der umfassenden Berücksichtigung von Lebensstilfaktoren. Sie stützte sich jedoch auf selbst berichtete Krankheitsdiagnosen und wurde vorwiegend in amerikanischen und chinesischen Bevölkerungsgruppen durchgeführt, was die Übertragbarkeit auf andere ethnische Gruppen einschränken könnte.

Wichtigste Erkenntnisse

  • WWI showed 71% accuracy in predicting multimorbidity, outperforming BMI and waist circumference
  • Highest WWI quartile had 3-fold greater odds of multiple chronic diseases
  • WWI better captures dangerous abdominal fat independent of muscle mass
  • Linear relationship means multimorbidity risk increases steadily with higher WWI values
  • Results validated across American and Chinese populations over 17 years

Methodik

Querschnittsanalyse von über 30.000 amerikanischen Erwachsenen aus NHANES 2017–2023 mit prospektiver Validierung an 2.985 chinesischen Erwachsenen, die im Rahmen von CHARLS über 17 Jahre beobachtet wurden. Umfassende Adjustierung für demografische, lebensstilbezogene und ernährungsbezogene Faktoren mit separaten Regressionsmodellen zur Vermeidung von Multikollinearität.

Studienlimitierungen

Die Studie stützte sich auf selbst berichtete Krankheitsdiagnosen, was zu Verzerrungen führen kann. Ergebnisse, die hauptsächlich aus amerikanischen und chinesischen Bevölkerungsgruppen stammen, lassen sich möglicherweise nicht auf andere ethnische Gruppen übertragen. Das Beobachtungsdesign kann trotz prospektiver Validierung keine eindeutige Kausalität belegen.

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