Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Neue CardioMetAge-Uhr sagt Herzerkrankungen besser voraus als bestehende Alterungstests

Wissenschaftler haben eine spezialisierte Altersuhr entwickelt, die 12 Biomarker nutzt und aktuelle Tests bei der Vorhersage des Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisikos übertrifft.

Sonntag, 29. März 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in BMC medicine
Scientific visualization: New CardioMetAge Clock Predicts Heart Disease Better Than Existing Aging Tests

Zusammenfassung

Forscher haben CardioMetAge entwickelt, eine neue biologische Altersuhr, die speziell darauf ausgelegt ist, kardiometabolische Erkrankungen wie Herzerkrankungen und Diabetes vorherzusagen. Mithilfe des chronologischen Alters und 12 gängiger klinischer Biomarker übertraf dieses Tool bestehende Altersuhren bei der Vorhersage von Krankheitsrisiko, Mortalität und Krankheitsverlauf deutlich. Die Studie ergab, dass CardioMetAge kardiometabolische Todesfälle um 87 % genauer vorhersagte und den Krankheitsbeginn um 35 % besser prognostizierte. Bedeutsam ist zudem, dass Lebensstilfaktoren und Kalorienrestriktion das Fortschreiten von CardioMetAge verlangsamen können – zwei Jahre Kalorienrestriktion reduzierten das biologische Alter um 1,23 Jahre im Vergleich zu normaler Ernährung.

Detaillierte Zusammenfassung

Wissenschaftler haben CardioMetAge entwickelt, eine revolutionäre biologische Altersuhr, die speziell auf kardiometabolische Gesundheitsrisiken abzielt. Im Unterschied zu bestehenden Alterungstests, die die allgemeine biologische Alterung messen, konzentriert sich dieses neue Instrument ausschließlich auf die Vorhersage von Herzerkrankungen, Diabetes und verwandten Erkrankungen, die zu den Hauptursachen vorzeitigen Todes und von Behinderungen zählen.

Die Forschenden analysierten Daten von über 100.000 Teilnehmenden aus mehreren groß angelegten Studien, darunter NHANES und UK Biobank. Sie entwickelten CardioMetAge auf Basis des chronologischen Alters in Kombination mit 12 leicht verfügbaren klinischen Biomarkern, die Ärztinnen und Ärzte routinemäßig bei Vorsorgeuntersuchungen bestimmen.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert. CardioMetAge zeigte 87 % stärkere Assoziationen mit der kardiometabolischen Sterblichkeit im Vergleich zu bestehenden Altersuhren wie PhenoAge. Die Vorhersagegenauigkeit für das Auftreten von Erkrankungen war 35 % höher, und die Verfolgung des Krankheitsverlaufs – von der Gesundheit über die Erstdiagnose bis hin zu mehreren gleichzeitigen Erkrankungen – gelang deutlich besser. Das Instrument übertraf zudem herkömmliche Modelle bei der Vorhersage des 10-Jahres-Krankheitsrisikos durchgängig.

Entscheidend ist, dass die Forschung zeigte, dass CardioMetAge auf Interventionen anspricht. Zwei Jahre kalorische Restriktion verlangsamten das Fortschreiten von CardioMetAge im Vergleich zu normaler Ernährung um 1,23 Jahre. Lebensstilfaktoren und der sozioökonomische Status beeinflussten die kardiometabolische Alterung, wobei der Lebensstil 34,5 % des Effekts auf das Krankheitsrisiko über CardioMetAge erklärte.

Diese spezialisierte Altersuhr bietet eine bisher unerreichte Präzision bei der Beurteilung der kardiometabolischen Gesundheit und der Überwachung der Wirksamkeit von Interventionen. Da sie auf gängigen Biomarkern basiert, ist sie sofort für den klinischen Einsatz geeignet und könnte die Art und Weise, wie wir altersbedingten Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen vorbeugen, sie vorhersagen und ihren Verlauf verfolgen, grundlegend verändern.

Wichtigste Erkenntnisse

  • CardioMetAge predicts cardiometabolic death 87% more accurately than existing aging clocks
  • Two years of caloric restriction reduced biological aging by 1.23 years versus normal eating
  • Lifestyle factors account for 34.5% of disease risk through cardiometabolic aging pathways
  • The clock uses only 12 common biomarkers, making it immediately practical for clinical use

Methodik

Die Forscher analysierten Daten aus NHANES-III zur Modellentwicklung und validierten die Ergebnisse in kontinuierlichen NHANES- und UK Biobank-Kohorten mit insgesamt über 100.000 Teilnehmern. Die Studie verfolgte Krankheitsverläufe, Sterblichkeit und Progression über mehrere Jahre mit strengen statistischen Kontrollen.

Studienlimitierungen

Die Studie war beobachtend angelegt, was kausale Schlussfolgerungen über Alterungsmechanismen einschränkt. Das Modell wurde hauptsächlich an westlichen Bevölkerungsgruppen entwickelt, was die Übertragbarkeit auf andere ethnische Gruppen potenziell begrenzt. Langzeitvalidierungsstudien sind erforderlich, um eine anhaltende Vorhersagegenauigkeit zu bestätigen.

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