Autoimmune & ArthritisForschungsarbeitKostenpflichtig

Neues orales Psoriasis-Medikament Icotrokinra übertrifft bestehende Behandlung in Phase-3-Studien

Orales Peptid, das den IL-23-Rezeptor angreift, zeigt überlegene Wirksamkeit gegenüber Placebo und Deucravacitinib bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.

Mittwoch, 8. April 2026 5 Aufrufe
Veröffentlicht in Lancet
a close-up of clear, healthy skin on an arm next to a bottle of white oral medication tablets on a clean medical examination table

Zusammenfassung

Zwei Phase-3-Studien testeten Icotrokinra, ein neues orales Peptid-Medikament, das auf den Interleukin-23-Rezeptor abzielt, im Vergleich zu Placebo und Deucravacitinib bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. Die Studien schlossen 1.505 Teilnehmer aus mehreren Ländern ein. Nach 16 Wochen erreichten 68–70 % der Icotrokinra-Patienten eine vollständige oder nahezu vollständige Hautklärung, verglichen mit 9–11 % in der Placebogruppe. Ebenso erzielten 55–57 % eine 90-prozentige Verbesserung der Psoriasis-Schweregradscores gegenüber 1–4 % unter Placebo. Icotrokinra zeigte zudem bessere Ergebnisse als Deucravacitinib bei gleichzeitig weniger unerwünschten Ereignissen. Die häufigsten Nebenwirkungen waren leichte Atemwegsinfektionen. Dies stellt einen potenziellen Durchbruch als wirksame orale Alternative zu injizierbaren Psoriasis-Behandlungen dar.

Detaillierte Zusammenfassung

Die Behandlung von Psoriasis stützte sich lange auf injizierbare Biologika, die auf Entzündungswege abzielen, doch eine neue orale Option könnte dieses Bild verändern. In zwei großen Phase-3-Studien wurde Icotrokinra, ein orales Peptid, das selektiv an den Interleukin-23-Rezeptor bindet, sowohl gegen Placebo als auch gegen das bestehende orale Medikament Deucravacitinib getestet.

Die ICONIC-ADVANCE-Studien schlossen 1.505 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis aus 13 Ländern ein. Die Teilnehmer erhielten einmal täglich Icotrokinra 200mg, Placebo oder Deucravacitinib 6mg über einen Zeitraum von 16–24 Wochen. Die primären Endpunkte erfassten klare oder nahezu klare Haut sowie eine 90-prozentige Verbesserung des Psoriasis-Schweregrads.

Die Ergebnisse waren beeindruckend: 68–70 % der Icotrokinra-Patienten erreichten nach 16 Wochen klare oder nahezu klare Haut, verglichen mit nur 9–11 % in der Placebo-Gruppe. Bei der 90-Prozent-Verbesserungsschwelle erzielten 55–57 % der Icotrokinra-Patienten dieses Ziel, gegenüber 1–4 % unter Placebo. Bedeutsam ist auch, dass Icotrokinra Deucravacitinib übertraf und dabei weniger unerwünschte Ereignisse verursachte (57 % vs. 65 % über 24 Wochen).

Das Sicherheitsprofil erschien günstig; die häufigsten Nebenwirkungen waren Nasopharyngitis und Infektionen der oberen Atemwege, deren Häufigkeit der des Placebos ähnelte. Dies legt nahe, dass Icotrokinra Psoriasis-Patienten eine wirksame orale Alternative zu injizierbaren Behandlungen bieten könnte, was potenziell die Therapietreue und Lebensqualität verbessert. Langfristige Sicherheitsdaten und Erkenntnisse zur Wirksamkeit im klinischen Alltag stehen jedoch noch aus.

Wichtigste Erkenntnisse

  • 68-70% of patients achieved clear/almost clear skin vs 9-11% on placebo at 16 weeks
  • 55-57% reached 90% psoriasis improvement vs 1-4% on placebo
  • Outperformed existing oral drug deucravacitinib with fewer side effects
  • Most common adverse events were mild respiratory infections
  • First oral peptide targeting IL-23 receptor to show phase 3 efficacy

Methodik

Zwei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-3-Studien schlossen 1.505 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis an 149–114 Standorten in 11–13 Ländern ein. Die Teilnehmer wurden randomisiert Icotrokinra 200 mg täglich, Placebo oder Deucravacitinib 6 mg täglich zugeteilt.

Studienlimitierungen

Zusammenfassung basiert nur auf dem Abstract. Langzeit-Sicherheits- und Haltbarkeitsdaten über 24 Wochen hinaus sind nicht verfügbar. Reale Wirksamkeit und vergleichende Kosteneffektivität gegenüber etablierten Biologika bleiben unbekannt. Die Finanzierung durch Johnson & Johnson kann zu einer Verzerrung führen.

Hat dir diese Zusammenfassung gefallen?

Erhalte die neueste Longevity-Forschung jede Woche in deinen Posteingang.

E-Mail-Adresse zum Abonnieren eingeben: