Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Neues VITEK MS PRIME erreicht Bruker-Leistungsniveau und reduziert gleichzeitig die Laborbearbeitungszeit

Ein direkter Vergleich zeigt, dass das neueste MALDI-TOF-System von bioMérieux eine vergleichbare Genauigkeit mit Workflow-Vorteilen für Hochdurchsatz-Labore bietet.

Samstag, 4. April 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in J Clin Microbiol
A modern clinical microbiology laboratory with two mass spectrometry instruments side by side, technician in lab coat loading sample targets into the machines, with computer screens displaying bacterial identification results and colorful agar plates with bacterial colonies on the bench

Zusammenfassung

Forscher verglichen das neue VITEK MS PRIME mit dem etablierten Bruker Biotyper zur Bakterienidentifikation in klinischen Labors. Bei der Untersuchung von 154 Isolaten erreichte das PRIME eine Identifikationsrate auf Gattungsebene von 95–96 % gegenüber 99 % beim Biotyper. Beide Systeme zeigten eine vergleichbare Leistung bei der Identifikation von Bakterien aus frühem Blutkulturenwachstum (80–84 % auf Speziesebene). Das PRIME zeigte Zeitersparnisse bei der Verarbeitung mehrerer Proben gleichzeitig und reduzierte die Hands-on-Zeit von 53 auf 39–40 Minuten, wenn mehrere Targets gleichzeitig bearbeitet wurden.

Detaillierte Zusammenfassung

Klinische Mikrobiologielabore sind für die schnelle Bakterienidentifikation auf die MALDI-TOF-Massenspektrometrie angewiesen, jedoch variiert die Arbeitsablaufeffizienz zwischen den Systemen. Forschende der Washington University führten einen umfassenden Direktvergleich des neuen VITEK MS PRIME von bioMérieux mit dem etablierten Bruker Biotyper-Standard durch.

Die Studie testete 154 Bakterien- und Hefeisolate aus verschiedenen klinischen Proben mit drei Methoden: Biotyper mit Zahnstocher-Auftragung, PRIME mit PICKME-Stift und PRIME mit Plastikschleife. PRIME erreichte eine Identifikationsrate auf Genusebene von 96 % (PICKME) bzw. 95 % (Schleife) gegenüber 99 % beim Biotyper. Bei positiven Blutkulturen, die nach kurzer Inkubation von 6–8 Stunden aufbereitet wurden, zeigten alle Systeme vergleichbare Identifikationsraten auf Speziesebene (Biotyper: 84 %, PRIME PICKME: 80 %, PRIME-Schleife: 81 %).

Die Zeitmessung des Arbeitsablaufs offenbarte den wichtigsten Vorteil von PRIME in Hochdurchsatzumgebungen. Die Verarbeitungszeiten für einzelne Targets waren bei allen Methoden ähnlich (55–59 Minuten), jedoch reduzierte PRIME den Zeitaufwand für manuelle Tätigkeiten bei mehreren Targets erheblich – von 53 Minuten beim Biotyper auf 39–40 Minuten bei den PRIME-Methoden. Diese Zeitersparnis von 26 % ergibt sich aus der Fähigkeit von PRIME, bis zu 16 Targets gleichzeitig zu laden und dabei die Analyse fortzusetzen.

Die Studie umfasste 350 Blutkultursiolate, die sowohl von erfahrenen als auch von unerfahrenen Anwendenden getestet wurden, wobei keine signifikanten Leistungsunterschiede zwischen den Erfahrungsstufen festgestellt wurden. Die Frühidentifikation aus Kulturen mit kurzer Inkubationszeit gelang bei vergleichbaren Raten, unabhängig von der Erfahrung der Bedienperson (89–91 % bei erfahrenen gegenüber 79–85 % bei unerfahrenen Anwendenden).

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass PRIME eine vergleichbare diagnostische Genauigkeit bietet und gleichzeitig bedeutsame Verbesserungen im Arbeitsablauf ermöglicht – besonders wertvoll angesichts des aktuellen Fachkräftemangels in Laboratorien und des zunehmenden Zentralisierungsbedarfs.

Wichtigste Erkenntnisse

  • PRIME achieved 95-96% genus-level identification accuracy versus Biotyper's 99% across 154 clinical isolates
  • Short-incubation blood cultures showed similar species identification rates: Biotyper 84%, PRIME PICKME 80%, PRIME loop 81%
  • Multi-target workflow time reduced 26% with PRIME (39-40 min) versus Biotyper (53 min hands-on time)
  • No significant performance difference between high-experience (89-91%) and low-experience users (79-85%) across all methods
  • Single-target processing times remained comparable across all methods (55-59 minutes total)
  • PRIME allows simultaneous loading of up to 16 targets while continuing analysis of other samples
  • Both systems successfully identified bacteria from 6-8 hour cultures without additional extraction steps

Methodik

Prospektive Vergleichsstudie an der Washington University, bei der 154 bakterielle/Hefe-Isolate aus diversen klinischen Proben sowie 350 Blutkultureisolate untersucht wurden. Drei Identifikationsmethoden wurden verglichen: Biotyper mit Zahnstocher, PRIME mit PICKME nib und PRIME mit Plastic Loop. Die Workflow-Zeiten wurden von der Probenverarbeitung bis zur Identifikation gemessen. Sowohl erfahrene (n=300) als auch weniger erfahrene Anwender (n=50) testeten Blutkulturen mit kurzer Inkubationszeit (6–8 h) im Vergleich zu routinemäßig inkubierten Kulturen (18–24 h).

Studienlimitierungen

Die Studie wurde an einem einzigen akademischen Zentrum durchgeführt, was standortspezifische Workflow-Verzerrungen begünstigen könnte. Die Autoren erklären einen Interessenkonflikt aufgrund der Finanzierung durch bioMérieux. Das zielgerichtete Design von PRIME schränkt die Wiederverwendung ungenutzter Spots im Vergleich zur flexibleren Zielnutzung des Biotyper ein. Einige abweichende Ergebnisse erforderten eine Gesamtgenomsequenzierung zur Klärung, was auf Grenzfälle hinweist, in denen keines der beiden Systeme eine eindeutige Identifizierung liefern konnte.

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