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Nachtschichtarbeit beschleunigt das Altern und reduziert die Lebenserwartung um fast ein Jahr

Große britische Studie zeigt: Nachtschichtarbeiter altern biologisch schneller und verlieren fast ein Jahr ihrer Lebenserwartung.

Sonntag, 3. Mai 2026 32 Aufrufe
Veröffentlicht in QJM
Hospital corridor at night with nurse walking under fluorescent lights, clock showing 3 AM, emphasizing the disruption of natural circadian rhythms

Zusammenfassung

Eine bedeutende UK Biobank-Studie mit fast 193.000 Teilnehmern ergab, dass Nachtschichtarbeiter eine beschleunigte biologische Alterung und eine reduzierte Lebenserwartung aufweisen. Im Vergleich zu Tagarbeitern zeigten reguläre Nachtschichtarbeiter messbare Zunahmen biologischer Alterungsmarker und verloren bis zum Alter von 45 Jahren 0,94 Jahre Lebenserwartung. Die Auswirkungen verschlimmerten sich mit häufigeren und länger andauernden Nachtschichten. Veränderungen des Körpergewichts vermittelten etwa ein Drittel dieses Zusammenhangs, was darauf hindeutet, dass ein gesundes Gewicht einen Teil der negativen Auswirkungen ausgleichen könnte.

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Detaillierte Zusammenfassung

Nachtschichtarbeit steht seit Langem im Verdacht, der Gesundheit zu schaden – diese groß angelegte Studie liefert nun konkrete Belege für ihre Auswirkungen auf Alterung und Langlebigkeit. Forscher analysierten Daten von 192.764 Teilnehmern der UK Biobank, um zu verstehen, wie Nachtarbeit biologische Alterungsprozesse beeinflusst.

Die Studie maß das biologische Alter anhand zweier validierter Methoden: KDM-BA und PhenoAge, die auf Grundlage von Blut-Biomarkern und körperlichen Messwerten – statt des chronologischen Alters – erfassen, wie schnell jemand altert. Nachtschichtarbeiter zeigten bei beiden Maßen eine signifikant beschleunigte biologische Alterung im Vergleich zu Tagarbeitern.

Besonders auffällig war der Befund zur Lebenserwartung: Übliche Nachtschichtarbeiter verloren bis zum Alter von 45 Jahren nahezu ein volles Lebensjahr. Die Effekte folgten einem Dosis-Wirkungs-Muster, das heißt, häufigere und länger andauernde Nachtschichten führten zu einer fortschreitend stärkeren Alterungsbeschleunigung. Dieser Zusammenhang zeigte sich in verschiedenen demografischen Gruppen und blieb auch nach Berücksichtigung anderer Gesundheitsfaktoren deutlich bestehen.

Die Forscher identifizierten das Körpergewicht als wichtigen Mediator, der 29–43 % des Zusammenhangs zwischen Nachtarbeit und beschleunigter Alterung erklärte. Dies deutet darauf hin, dass Nachtschichtarbeiter, die ein gesundes Gewicht aufrechterhalten, einige Alterungseffekte möglicherweise teilweise abmildern können – wenngleich die zugrundeliegende zirkadiane Störung wahrscheinlich dennoch Schaden anrichtet.

Diese Erkenntnisse haben bedeutende Konsequenzen für die Millionen von Menschen, die im Gesundheitswesen, in der Fertigung und in der Dienstleistungsbranche Nachtschichten arbeiten. Auch wenn Nachtarbeit in manchen Fällen unvermeidbar ist, legen die Ergebnisse nahe, die Exposition nach Möglichkeit zu minimieren und dem Gewichtsmanagement als potenzielle Schutzstrategie besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Night shift workers showed accelerated biological aging on validated aging biomarkers
  • Life expectancy reduced by 0.94 years at age 45 for usual night shift workers
  • Aging acceleration increased with more frequent and longer night shift exposure
  • Body weight changes mediated 29-43% of the night work-aging relationship

Methodik

Prospektive Kohortenstudie mit 192.764 UK Biobank-Teilnehmern unter Verwendung validierter Maße zur biologischen Alterung (KDM-BA und PhenoAge), die aus Blutbiomarkern und anthropometrischen Daten abgeleitet wurden. Zur Beurteilung der Zusammenhänge wurden multiple lineare Regression und Mediationsanalyse eingesetzt.

Studienlimitierungen

Die Studie beschränkt sich auf die britische Bevölkerung und stützt sich auf selbstberichtete Schichtarbeitsmuster. Die verwendeten Maße des biologischen Alterns sind zwar validiert, erfassen jedoch möglicherweise nicht alle Aspekte des Alterns. Trotz des prospektiven Studiendesigns lässt sich Kausalität nicht eindeutig nachweisen.

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