Normales BMI bedeutet nicht, dass Sie vor den gesundheitlichen Risiken von Übergewicht sicher sind
Über 26 % der Erwachsenen mit normalem BMI erfüllen die neuen klinischen Kriterien für Adipositas. Was das für Ihre Gesundheit bedeutet.
Zusammenfassung
Eine bedeutende nationale Studie ergab, dass mehr als jeder vierte US-amerikanische Erwachsene mit einem normalen BMI tatsächlich die neuen klinischen Adipositas-Kriterien erfüllt, die von der Lancet Diabetes and Endocrinology-Kommission entwickelt wurden. Der neue Rahmen geht über den BMI hinaus, indem er mindestens eine zusätzliche Körpermessung – wie den Taillenumfang oder das Taille-zu-Körpergröße-Verhältnis – sowie den Nachweis einer Organ- oder körperlichen Funktionsstörung voraussetzt. Als Forscher diese erweiterte Definition anwendeten, verdoppelte sich die Adipositasprävalenz im Vergleich zu Beurteilungen, die ausschließlich auf dem BMI basieren, nahezu. Dies ist bedeutsam, da überschüssiges Körperfett – selbst bei schlank wirkenden Personen – still und heimlich Bluthochdruck, Gelenkprobleme, chronische Erschöpfung und andere Erkrankungen begünstigen kann. Die Ergebnisse legen nahe, dass Millionen von Amerikanern wichtige Gesundheitsinterventionen möglicherweise verpassen, schlicht weil ihr BMI normal erscheint.
Detaillierte Zusammenfassung
Seit Jahrzehnten ist der BMI das Standardinstrument zur Diagnose von Adipositas, doch eine wachsende Zahl von Belegen – und nun eine bedeutende nationale Studie – legt nahe, dass er einen erheblichen Teil der Menschen mit gefährlich hohen Körperfettanteilen übersieht. Die im Annals of Internal Medicine veröffentlichte und von Forschern der University of Southern California geleitete Querschnittsstudie wendete ein neues Diagnoserahmenwerk, das die Lancet Diabetes and Endocrinology-Kommission im Januar 2025 vorgeschlagen hatte, auf eine national repräsentative Stichprobe US-amerikanischer Erwachsener an.
Der zentrale Befund ist bemerkenswert: 26,1 % der Erwachsenen mit einem normalen BMI (18,5–24,9) erfüllten die Kriterien der Kommission für klinische Adipositas. Dieser Anteil stieg auf 50,3 % bei Personen, die nach dem BMI als übergewichtig eingestuft wurden. Wenn überschüssige Adipositas anhand von zwei oder drei auffälligen Körpermaßen definiert wurde – wie Taillenumfang, Taille-Hüft-Verhältnis oder Taille-Größe-Verhältnis – erfüllten 78 % aller Erwachsenen die Kriterien, was nahezu dem doppelten Anteil entspricht, der allein durch den BMI erfasst wird.
Das Rahmenwerk der Lancet-Kommission unterscheidet zwischen klinischer Adipositas, definiert als überschüssige Adipositas, die eine aktive Organ- oder Gewebedysfunktion verursacht (einschließlich Bluthochdruck, Knieschmerzen oder chronischer Müdigkeit), und präklinischer Adipositas, bei der überschüssiges Fett vorhanden ist, aber noch keinen messbaren Schaden verursacht. Diese Unterscheidung ist klinisch bedeutsam: Sie identifiziert Personen, die jetzt einer Intervention bedürfen, gegenüber solchen, die einer Überwachung bedürfen.
Für gesundheitsbewusste Personen ist die praktische Schlussfolgerung eindeutig: Ein normaler BMI ist kein Freifahrtschein. Körperzusammensetzungsmetriken – insbesondere Taillenmaße und idealerweise DEXA- oder Bioimpedanztests – bieten ein genaueres Bild des Stoffwechselrisikos. Jemand mit geringer Muskelmasse und Normalgewicht kann genug viszerales Fett tragen, um ernsthafte Krankheitsprozesse anzutreiben.
Wichtige Vorbehalte bleiben bestehen. Es handelt sich um eine Querschnittsstudie, was bedeutet, dass keine Kausalität festgestellt werden kann. Die Forscher selbst forderten Folgestudien, um zu bestätigen, ob die Anwendung dieses neuen Rahmenwerks tatsächlich die Gesundheitsergebnisse verbessert. Die neuen Kriterien könnten zudem die Diagnoseraten erheblich erhöhen, was Fragen zur Kapazität des Gesundheitssystems und zu einer möglichen Überdiagnose aufwirft.
Wichtigste Erkenntnisse
- 26% of normal-BMI U.S. adults met new Lancet commission criteria for clinical obesity in this national study.
- 78% of all adults showed excess adiposity when two or three body measurements were used instead of BMI alone.
- The new framework requires BMI plus waist circumference, waist-to-hip ratio, or DEXA scan for accurate obesity diagnosis.
- Clinical obesity is defined as excess fat actively causing dysfunction like hypertension, joint pain, or fatigue — not just high weight.
- Researchers urge follow-up studies to confirm whether the new diagnostic criteria actually improve patient health outcomes.
Methodik
Dies ist ein Nachrichtenbericht, der eine begutachtete Querschnittsstudie zusammenfasst, die in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde und von Forschern der University of Southern California geleitet wurde. Die Studie wandte das diagnostische Rahmenwerk der Lancet Diabetes and Endocrinology-Kommission von 2025 auf eine national repräsentative Stichprobe US-amerikanischer Erwachsener an. Das Querschnittsdesign schränkt kausale Schlussfolgerungen ein.
Studienlimitierungen
Das Querschnittsdesign bedeutet, dass die Studie nicht feststellen kann, ob die neuen Diagnosekriterien zu besseren Gesundheitsergebnissen führen – eine Frage, die die Forschenden selbst als offen bezeichneten. Der Rahmen der Lancet-Kommission wurde neu vorgeschlagen und ist noch kein klinischer Standard, sodass Langzeit-Validierungsdaten fehlen. Leserinnen und Leser sollten die Originalpublikation in den Annals of Internal Medicine konsultieren, um vollständige Angaben zur Methodik und zur untersuchten Population zu erhalten.
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