Longevity & AgingPressemitteilung

Ältere Erwachsene mit Adipositas erreichen bei wichtigen Herzrisikomarkern nun das Niveau von Gleichaltrigen mit normalem BMI

Eine bedeutende globale Studie zeigt, dass BMI-bedingte Unterschiede bei Blutdruck und Cholesterin bei älteren Erwachsenen nahezu verschwunden sind – bei jungen Erwachsenen besteht jedoch weiterhin ein erhöhtes Risiko.

Donnerstag, 2. Juli 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: Older Adults With Obesity Now Match Normal-BMI Peers on Key Heart Risk Markers

Zusammenfassung

Eine große internationale Studie, die Erwachsene von 1990 bis 2024 verfolgte, ergab, dass ältere Erwachsene mit Adipositas nun ähnliche Blutdruck- und Cholesterinwerte aufweisen wie Personen mit normalem BMI. Diese Annäherung ist weitgehend auf den weit verbreiteten Einsatz von Blutdruck- und cholesterinsenkenden Medikamenten zurückzuführen. Junge Erwachsene unter 40 mit Adipositas tragen jedoch nach wie vor ein deutlich höheres kardiovaskuläres Risiko und werden für diese Erkrankungen nur selten behandelt. Experten warnen, dass dies nicht bedeutet, Adipositas sei harmlos – sie bleibt mit Diabetes, Nierenerkrankungen, Fettleber, Krebs und Entzündungen verbunden. Die Ergebnisse verdeutlichen eine Lücke in der Präventivversorgung jüngerer Erwachsener und unterstreichen, dass der Medikamenteneinsatz die umfassendere metabolische Belastung durch Adipositas verschleiert, aber nicht beseitigt.

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Detaillierte Zusammenfassung

Eine umfassende Längsschnittstudie, veröffentlicht in The Lancet, zeigt eine deutliche Veränderung im Stoffwechselprofil älterer Erwachsener mit Adipositas – mit wichtigen Implikationen dafür, wie wir das kardiovaskuläre Risiko über die gesamte Lebensspanne verstehen und behandeln.

Forscher der NCD Risk Factor Collaboration unter der Leitung von Majid Ezzati vom Imperial College London analysierten Daten aus mehreren Ländern im Zeitraum von 1990 bis 2024. Sie stellten fest, dass der mittlere Nicht-HDL-Cholesterinwert und der systolische Blutdruck über alle BMI-Kategorien hinweg im Laufe der Zeit zurückgingen. Entscheidend ist, dass sich die Lücke zwischen Menschen mit Adipositas und solchen mit normalem BMI bei Erwachsenen über 40 erheblich verringert hat – bis zu dem Punkt, an dem ältere Erwachsene mit Adipositas in Ländern wie den USA, England, Japan, Südkorea und Thailand hinsichtlich dieser beiden Marker stoffwechselmäßig nicht mehr von Normalgewichtigen zu unterscheiden waren – oder ihnen gegenüber sogar im Vorteil lagen.

Die treibende Kraft hinter dieser Annäherung ist der Einsatz von Medikamenten. Ältere Erwachsene mit Adipositas erhalten heute weitaus häufiger Antihypertensiva und lipidsenkende Medikamente verschrieben, was die Risikodifferenz, die Adipositas einst für kardiovaskuläre Outcomes so gefährlich machte, faktisch schließt. Dies spiegelt die allgemeinen Fortschritte in der präventiven Kardiologie wider, einschließlich früherer Vorsorgeuntersuchungen und einer wachsenden Zahl pharmakologischer Optionen.

Jüngere Erwachsene unter 40 mit Adipositas zeichnen jedoch ein anderes Bild. Ihre Blutdruck- und Cholesterinunterschiede im Vergleich zu Normalgewichtigen haben sich seit 1990 kaum verändert, und sie werden für diese Erkrankungen selten behandelt. Forscher vermuten, dass dies damit zusammenhängt, wie das absolute kardiovaskuläre Risiko – das mit dem Alter steigt – Behandlungsentscheidungen beeinflusst, wodurch jüngere Hochrisikopersonen unzureichend behandelt werden.

Experten warnen eindringlich davor, diese Ergebnisse als Beleg dafür zu interpretieren, dass Adipositas harmlos geworden sei. Adipositas treibt nach wie vor Diabetes, chronische Nierenerkrankungen, Fettlebererkrankungen, Krebs, Schlafstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und systemische Entzündungen voran – allesamt Aspekte, die durch Blutdruck oder Cholesterin allein nicht erfasst werden. Die Ergebnisse weisen stattdessen auf eine verpasste Präventionschance bei jüngeren Erwachsenen hin und verdeutlichen die Notwendigkeit, bei der Beurteilung der gesamten gesundheitlichen Last durch Adipositas über traditionelle kardiovaskuläre Biomarker hinauszublicken.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Older adults with obesity now have blood pressure and cholesterol similar to normal-BMI peers in several countries.
  • The convergence in metabolic markers is driven largely by increased medication use in adults over 40.
  • Young adults under 40 with obesity remain at significantly higher cardiovascular metabolic risk than normal-weight peers.
  • Young adults with obesity are rarely treated for high blood pressure or cholesterol, representing a prevention gap.
  • Obesity still drives diabetes, kidney disease, fatty liver, cancer, and inflammation regardless of these cardiovascular trends.

Methodik

Dieser Nachrichtenbericht fasst eine große längsschnittliche, länderübergreifende Beobachtungsstudie zusammen, die in The Lancet von der NCD Risk Factor Collaboration veröffentlicht wurde – einem hochangesehenen globalen Forschungsnetzwerk. Die Studie umfasst den Zeitraum von 1990 bis 2024 und bezieht mehrere Industrienationen ein, was ihr eine erhebliche geografische und zeitliche Breite verleiht. Ein begleitendes Editorial der Yale School of Medicine liefert eine unabhängige Expertenperspektive.

Studienlimitierungen

Der Artikel beschreibt nicht im Detail, welche spezifischen Länder oder Datensätze über einige namentlich genannte Nationen hinaus einbezogen wurden, was eine vollständige Beurteilung der Generalisierbarkeit einschränkt. Der Befund zur Angleichung gilt ausschließlich für Nicht-HDL-Cholesterin und den systolischen Blutdruck – andere für die Langlebigkeit relevante Ergebnisse werden nicht erfasst. Leserinnen und Leser sollten die primäre Lancet-Publikation für die vollständige Methodik, Effektgrößen und länderspezifische Aufschlüsselungen konsultieren.

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