Longevity & AgingPressemitteilung

Nur 1 von 100 Bluthochdruck-Patienten wird auf eine behandelbare verborgene Ursache untersucht

Eine Real-World-Studie zeigt, dass 8,7 % der auf Bluthochdruck untersuchten Patienten einen primären Aldosteronismus aufweisen – dennoch werden weniger als 1 % jemals getestet.

Montag, 15. Juni 2026 3 Aufrufe
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: Only 1 in 100 Hypertension Patients Screened for a Treatable Hidden Cause

Zusammenfassung

Primärer Hyperaldosteronismus ist eine hormonelle Erkrankung, bei der die Nebennieren zu viel Aldosteron produzieren, was zu schwer kontrollierbarem Bluthochdruck führt. Sie gilt als häufig, wird jedoch massiv unterdiagnostiziert. Eine neue Realstudie mit 2,5 Millionen Erwachsenen mit Bluthochdruck ergab, dass weniger als 1 % jemals darauf untersucht wurden – doch unter denjenigen, die getestet wurden, war fast 1 von 12 positiv. Dies ist bedeutsam, weil primärer Hyperaldosteronismus bei fehlender Behandlung mit deutlich erhöhten Risiken für Schlaganfall, kardiovaskulären Tod und Gesamtmortalität verbunden ist. Spezifische Behandlungen – darunter das Medikament spironolactone oder ein chirurgischer Eingriff – können die eigentliche Ursache direkt bekämpfen, anders als herkömmliche Blutdruckmedikamente. Die Leitlinien der Endocrine Society empfehlen bereits ein universelles Screening, doch die meisten Kliniker halten sich nicht daran.

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Detaillierte Zusammenfassung

Primärer Hyperaldosteronismus ist eine hormonelle Störung, bei der die Nebennierendrüsen überschüssiges Aldosteron produzieren, was den Blutdruck auf eine Weise erhöht, die mit herkömmlichen Antihypertensiva nicht vollständig beherrschbar ist. Obwohl dieser Zustand weithin als häufig und unterdiagnostiziert anerkannt ist, zeigt eine bemerkenswerte neue Studie, wie selten Patienten in der klinischen Praxis tatsächlich darauf untersucht werden.

Forscher analysierten Daten von über 2,5 Millionen Erwachsenen mit neu diagnostizierter Hypertonie aus einer großen US-amerikanischen Datenbank mit Abrechnungsdaten und elektronischen Gesundheitsakten, die den Zeitraum von 2011 bis 2023 abdeckt. Von dieser Gruppe wurden lediglich 18.787 Personen — nur 0,76 % — jemals auf primären Hyperaldosteronismus gescreent. Unter den 9.414 Personen mit vollständigen biochemischen Daten fiel der Test bei 819 positiv aus, was einer Positivrate von 8,7 % entspricht. Diese auf dem ENDO 2026 vorgestellten Ergebnisse legen nahe, dass Millionen von Hypertoniekranken möglicherweise mit einer unerkannten, behandelbaren hormonellen Ursache ihrer Erkrankung leben.

Der Einsatz ist hoch. Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2023 verknüpfte primären Hyperaldosteronismus mit einem um 23 % höheren Risiko für Gesamtmortalität, einem um 57 % höheren Risiko für kardiovaskulären Tod und einem um 85 % höheren Schlaganfallrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Unbehandelte Patienten hatten ein mehr als doppelt so hohes Sterberisiko. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2020 stellte in dieser Gruppe ebenfalls eine erhöhte 3-Jahres-Mortalität im Vergleich zu Personen mit gewöhnlicher essenzieller Hypertonie fest.

Das Screening ist unkompliziert — ein Bluttest zur Messung von Aldosteron- und Renin-Spiegeln. Zu den Prädiktoren eines positiven Screenings zählten höheres Alter, asiatische oder schwarze Hautfarbe sowie ein niedriger Kaliumspiegel (Hypokaliämie). Die Erstlinienbehandlung ist Spironolacton, ein erschwinglicher Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist, oder bei entsprechender Indikation ein chirurgischer Eingriff. Beide Ansätze zielen auf die zugrundeliegende hormonelle Dysfunktion ab, anstatt nur die Blutdrucksymptome zu behandeln.

Die zentrale Schlussfolgerung ist eindeutig: Wer unter schwer einstellbarem Bluthochdruck leidet, könnte durch eine Rücksprache mit dem Arzt über Aldosteron- und Renin-Tests eine behandelbare Grundursache aufdecken — eine Chance, die den meisten Patienten bislang verwehrt bleibt.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Only 0.76% of 2.5 million hypertension patients were screened for primary aldosteronism in real-world practice.
  • 8.7% of screened patients tested positive — roughly 1 in 12 — indicating significant missed diagnoses at scale.
  • Untreated primary aldosteronism raises stroke risk by 85% and cardiovascular death risk by 57% vs. general population.
  • Older age, Asian or Black race, and low potassium are key predictors of a positive aldosteronism screen.
  • Spironolactone and surgery offer targeted treatment that standard blood pressure drugs cannot replicate.

Methodik

Hierbei handelt es sich um einen Kongressbericht von MedPage Today, der auf einer retrospektiven Kohortenstudie basiert, die auf der ENDO 2026 vorgestellt wurde. Die Studie nutzte das Optum Labs Data Warehouse, eine große, validierte US-amerikanische Datenbank aus Abrechnungsdaten und elektronischen Gesundheitsakten (EHR), die den Zeitraum 2011–2023 abdeckt, was eine vertretbare Aussagekraft für reale Versorgungsbedingungen verleiht. Bei den Ergebnissen handelt es sich um vorläufige Kongressdaten, die noch nicht in einer Fachzeitschrift mit Peer-Review veröffentlicht wurden.

Studienlimitierungen

Die Daten stammen aus einer Konferenzpräsentation und wurden noch nicht peer-reviewed, weshalb Details zur Methodik nur begrenzt verfügbar sind. Retrospektive anspruchsbasierte Daten können Kodierungsfehler oder einen Selektionsbias dahingehend einführen, wer ein Screening erhalten hat. Die verwendete Definition eines positiven Screenings kann in verschiedenen klinischen Umgebungen variieren, und Bestätigungsraten über das initiale Screening hinaus wurden nicht berichtet.

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