Perimenopause verdoppelt das Herzerkrankungsrisiko, noch bevor die Menopause überhaupt beginnt
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die kardiovaskuläre Gesundheit in der Perimenopause stark abnimmt – ein kritisches Zeitfenster für frühzeitige Intervention.
Zusammenfassung
Eine groß angelegte Studie mit über 9.000 Frauen ergab, dass die kardiovaskuläre Gesundheit bereits während der Perimenopause – der Übergangsphase vor der Menopause – deutlich abnimmt und nicht erst danach. Mithilfe des „Life's Essential 8"-Bewertungssystems der American Heart Association stellten die Forscher fest, dass Frauen in der Perimenopause im Vergleich zu prämenopausalen Frauen ein doppelt so hohes Risiko für eine schlechte Herzgesundheit aufwiesen – selbst nach Bereinigung um das Alter. Blutfettwerte und Blutzucker verzeichneten den stärksten Rückgang. Experten bezeichnen diese Phase als „Gelegenheitsfenster", in dem Frauen Ausgangswerte für Blutdruck, Cholesterin und Glukose bestimmen lassen und Ernährung sowie Lebensstil anpassen sollten, bevor sich das kardiovaskuläre Risiko weiter erhöht.
Detaillierte Zusammenfassung
Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen wartet nicht auf die Menopause – es beginnt bereits während der Perimenopause zu steigen, jener Übergangsphase, die durch unregelmäßige Zyklen und schwankende Hormonspiegel gekennzeichnet ist. Eine neue, über Lifespan.io veröffentlichte Studie von Forscherinnen und Forschern der University of Alabama at Birmingham zeigt, dass in diesem Zeitfenster die Herzgesundheit erstmals messbar und statistisch signifikant abnimmt.
Die Studie analysierte Daten von 9.248 Frauen im Alter von 18 bis 80 Jahren aus der National Health and Nutritional Examination Survey der Jahre 2007 bis 2020. Die Forschenden verwendeten den Life's Essential 8 (LE8)-Score der American Heart Association – ein zusammengesetztes Maß von 0 bis 100, das körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Schlaf, Blutdruck, Blutfette, Blutzucker und BMI erfasst – um die kardiovaskuläre Gesundheit in prä-, peri- und postmenopausalen Gruppen zu vergleichen.
Die LE8-Gesamtwerte sanken von 72,2 bei prämenopausalen Frauen auf 67,3 bei perimenopausalen und 64,0 bei postmenopausalen Frauen. Besonders auffällig: Perimenopausale Frauen hatten im Vergleich zu prämenopausalen Frauen etwa doppelt so hohe Chancen auf einen schlechten Gesamtwert. Die Wahrscheinlichkeit eines schlechten Blutfett-Scores war um 76 % erhöht, die eines schlechten Blutzucker-Scores um 83 % – beides bedeutende Warnsignale für ein langfristiges kardiometabolisches Risiko. Die Ernährung schnitt in allen Gruppen am schlechtesten ab, was darauf hindeutet, dass sie den vielversprechendsten Ansatzpunkt für Interventionen darstellt.
Die Forschenden betrachten die Perimenopause als „Gelegenheitsfenster" und nicht lediglich als Abschnitt des Verfalls. Eine frühzeitige Überwachung von Cholesterin, Blutdruck und Blutzucker in dieser Phase – bevor postmenopausale Veränderungen das Risiko weiter verstärken – könnte rechtzeitige Lebensstil- oder klinische Maßnahmen ermöglichen, um die Herz-Kreislauf-Belastung bei Frauen in der Lebensmitte zu senken.
Einschränkungen sind zu beachten: Die Studie ist querschnittlich angelegt, weshalb weder Kausalität noch individuelle Verläufe über die Zeit nachgewiesen werden können. Zudem beruhen mehrere Komponenten der Daten auf Selbstauskünften. Dennoch liefert diese Untersuchung belastbare bevölkerungsweite Belege dafür, dass kardiovaskuläres Screening bereits mit der Perimenopause beginnen sollte – und nicht erst danach.
Wichtigste Erkenntnisse
- Perimenopausal women had roughly twice the odds of poor cardiovascular health scores versus premenopausal women, adjusted for age.
- Blood lipid levels were 76% more likely to score poorly during perimenopause compared to the premenopausal baseline.
- Blood glucose scores were 83% more likely to be poor during perimenopause, signaling early metabolic risk.
- Diet was the lowest-scoring LE8 component across all three groups, making nutrition the top modifiable risk factor.
- Experts recommend starting heart health monitoring — cholesterol, blood pressure, blood sugar — during perimenopause, not after.
Methodik
Hierbei handelt es sich um eine Forschungszusammenfassung, die über eine querschnittliche Beobachtungsstudie mit NHANES-Daten (2007–2020) von 9.248 Frauen berichtet. Die Quelle, Lifespan.io, ist ein seriöses, auf Langlebigkeit ausgerichtetes Medium. Die Evidenz ist auf Bevölkerungsebene angesiedelt und korrelativ, nicht kausal.
Studienlimitierungen
Das Querschnittsstudiendesign verhindert kausale Schlussfolgerungen oder die Verfolgung individueller Gesundheitsverläufe über die Zeit. Mehrere LE8-Komponenten basieren auf selbstberichteten Daten, was zu einem Erinnerungsbias führt. Die Ergebnisse lassen sich möglicherweise nicht gleichermaßen auf alle ethnischen oder sozioökonomischen Gruppen übertragen.
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