Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Körperliche Aktivität schützt vor dem Krebsrisiko durch beschleunigtes biologisches Altern

Eine Studie mit 2.529 Erwachsenen zeigt, dass schnelleres biologisches Altern das Krebsrisiko um 68 % erhöht – körperliche Aktivität hebt diesen Zusammenhang jedoch auf.

Dienstag, 7. April 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in Clin Epigenetics
Active older adults jogging in a park with DNA double helix structures subtly integrated into the background, symbolizing biological aging protection

Zusammenfassung

Forscher analysierten 2.529 US-amerikanische Erwachsene ab 50 Jahren mithilfe der epigenetischen Uhr DunedinPoAm, um das Tempo der biologischen Alterung zu messen. Diejenigen mit dem schnellsten Alterungstempo hatten im Vergleich zu den am langsamsten alternden Personen ein um 68 % höheres Krebsrisiko. Dieses erhöhte Risiko zeigte sich jedoch ausschließlich bei körperlich inaktiven Personen – bei aktiven Personen bestand kein Zusammenhang zwischen dem Alterungstempo und dem Krebsrisiko, was darauf hindeutet, dass körperliche Bewegung vor altersbedingter Krebsentwicklung schützen könnte.

Detaillierte Zusammenfassung

Diese bahnbrechende Studie zeigt, wie das Tempo des biologischen Alterns das Krebsrisiko beeinflusst, und belegt die Schutzwirkung körperlicher Aktivität. Auf der Grundlage von Daten aus 2.529 US-amerikanischen Erwachsenen ab 50 Jahren setzten die Forschenden die epigenetische Uhr DunedinPoAm ein – ein hochmodernes DNA-Methylierungsinstrument, das misst, wie schnell jemand altert, anstatt das aktuelle biologische Alter zu bestimmen.

Die Ergebnisse waren eindrücklich: Personen im obersten Tertil des biologischen Alterungstempos hatten ein um 68 % erhöhtes Krebsrisiko im Vergleich zu jenen, die am langsamsten alterten. Mit jeder Standardabweichung, um die das Alterungstempo zunahm, stieg das Krebsrisiko um 21 %. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Bereinigung um Alter, Geschlecht und weitere Gesundheitsfaktoren statistisch signifikant.

Den überzeugendsten Befund lieferte die Untersuchung des körperlichen Aktivitätsniveaus. Das erhöhte Krebsrisiko durch ein schnelleres biologisches Altern war ausschließlich bei körperlich inaktiven Personen zu beobachten, die pro Standardabweichung Anstieg des Alterungstempos ein um 52 % höheres Krebsrisiko aufwiesen. Bemerkenswert ist, dass körperlich aktive Teilnehmende keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Alterungstempo und Krebsrisiko zeigten.

Auch das Alter erwies sich als modifizierender Faktor – der Zusammenhang zwischen Altern und Krebs war bei Erwachsenen über 65 Jahren am stärksten ausgeprägt, während bei Personen im Alter von 50 bis 65 Jahren kein signifikanter Zusammenhang bestand. Dies deutet darauf hin, dass der Einfluss des biologischen Alterns auf das Krebsrisiko mit zunehmendem kalendarischem Alter stärker werden könnte.

Diese Erkenntnisse haben weitreichende Bedeutung für Krebspräventionsstrategien. Sie legen nahe, dass die Einbeziehung biologischer Alterungsmessungen in Screening-Protokolle helfen könnte, Hochrisikopersonen zu identifizieren – insbesondere solche, die körperlich inaktiv oder älter sind. Noch wichtiger ist, dass die Schutzwirkung körperlicher Aktivität einen konkreten Interventionsweg zur Senkung des altersbedingten Krebsrisikos aufzeigt.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Fastest biological aging increased cancer risk by 68% compared to slowest aging
  • Physical activity completely eliminated the association between aging pace and cancer risk
  • Sedentary individuals showed 52% higher cancer risk per aging acceleration unit
  • Adults over 65 were more susceptible to aging-related cancer risk than younger adults
  • DunedinPoAm epigenetic clock effectively predicted cancer risk independent of chronological age

Methodik

Querschnittsanalyse der NHANES-Daten von 1999–2002 unter Verwendung der epigenetischen Uhr DunedinPoAm zur Messung des biologischen Alterungstempos anhand der DNA-Methylierung aus Vollblut. Gewichtete logistische Regression zur Beurteilung von Krebsassoziationen mit Stratifizierung nach körperlicher Aktivität.

Studienlimitierungen

Das Querschnittsdesign verhindert kausale Schlussfolgerungen. Selbst berichtete Daten zu Krebs und körperlicher Aktivität können zu Verzerrungen führen. Die Studie beschränkt sich auf Erwachsene ab 50 Jahren und erfordert eine Validierung in jüngeren Populationen sowie Interventionsstudien.

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