Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Körperliche Aktivität verlangsamt biologisches Altern gemessen an mehreren DNA-Methylierungsuhren

Eine Studie mit 948 Erwachsenen zeigt, dass höhere körperliche Aktivität konsistent mit einem jüngeren biologischen Alter über acht epigenetische Alterungsmarker hinweg assoziiert ist.

Dienstag, 7. April 2026 1 Aufruf
Veröffentlicht in NPJ Aging
Middle-aged adults jogging together in a park with DNA double helix structures subtly overlaid in the background, representing the molecular benefits of exercise

Zusammenfassung

Forscher analysierten 948 US-amerikanische Erwachsene (Durchschnittsalter 62 Jahre), um zu untersuchen, wie körperliche Aktivität das biologische Altern beeinflusst, gemessen anhand von DNA-Methylierungsmustern. Höhere körperliche Aktivität war über alle acht getesteten epigenetischen Uhren hinweg signifikant mit einem jüngeren biologischen Alter assoziiert, wobei die stärksten Effekte bei den SkinBloodAge- und LinAge-Markern beobachtet wurden. Die schützenden Effekte waren am ausgeprägtesten bei nicht-hispanischen Weißen, Personen mit einem BMI von 25–30 sowie ehemaligen Rauchern, was darauf hindeutet, dass die Anti-Aging-Vorteile körperlicher Aktivität in verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Detaillierte Zusammenfassung

Diese umfassende Studie liefert überzeugende Belege dafür, dass körperliche Aktivität das biologische Altern auf zellulärer Ebene verlangsamen kann. Die Forschenden untersuchten 948 US-amerikanische Erwachsene im Alter von 50 bis 85 Jahren, um zu verstehen, wie unterschiedliche Niveaus körperlicher Aktivität DNA-Methylierungs-basierte Alterungsmarker beeinflussen – diese gelten als genauere Indikatoren des biologischen Alters als das chronologische Alter allein.

Die Studie analysierte acht verschiedene epigenetische Uhren – ausgefeilte Werkzeuge, die das Altern anhand von DNA-Methylierungsmustern messen. Dazu gehörten HorvathAge, HannumAge, SkinBloodAge, LinAge, WeidnerAge, VidalBraloAge, ZhangAge und PhenoAge. Jede Uhr erfasst unterschiedliche Aspekte des Alterungsprozesses und bietet so einen umfassenden Blick darauf, wie körperliche Aktivität das biologische Altern beeinflusst.

Die Ergebnisse zeigten, dass höhere körperliche Aktivität durchgängig mit einem jüngeren biologischen Alter bei allen acht Markern assoziiert war. Die ausgeprägtesten Effekte wurden bei den Uhren SkinBloodAge und LinAge beobachtet, was darauf hindeutet, dass diese möglicherweise besonders empfindlich auf Lebensstilinterventionen reagieren. Teilnehmende im höchsten Quartil körperlicher Aktivität wiesen im Vergleich zu jenen im niedrigsten Quartil ein signifikant niedrigeres biologisches Alter auf.

Interessanterweise waren die Vorteile nicht gleichmäßig über alle Bevölkerungsgruppen verteilt. Die Anti-Aging-Effekte körperlicher Aktivität waren am ausgeprägtesten bei nicht-hispanischen Weißen, bei Personen mit einem BMI zwischen 25 und 30 (übergewichtig, aber nicht adipös) sowie bei ehemaligen Rauchenden. Dies legt nahe, dass die Auswirkung körperlicher Aktivität auf das biologische Altern durch genetische, metabolische und lebensstilbezogene Faktoren moduliert werden kann.

Diese Erkenntnisse haben wichtige Implikationen für Strategien des gesunden Alterns. Sie legen nahe, dass regelmäßige körperliche Aktivität eine der wirksamsten Interventionen zur Verlangsamung biologischer Alterungsprozesse sein könnte – mit dem Potenzial, das Risiko altersbedingter Erkrankungen zu senken und die gesunde Lebensspanne zu verlängern. Die Forschung unterstützt die Förderung körperlicher Aktivität, insbesondere bei älteren Erwachsenen und Personen mit höherem BMI, als zentrale Komponente auf Langlebigkeit ausgerichteter Lebensstilinterventionen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Higher physical activity associated with younger biological age across all eight epigenetic clocks
  • Strongest anti-aging effects observed in SkinBloodAge and LinAge methylation markers
  • Benefits most pronounced in non-Hispanic whites, BMI 25-30 individuals, and former smokers
  • Physical activity's anti-aging effects vary significantly across demographic groups
  • Regular exercise may be key modifiable factor for slowing biological aging processes

Methodik

Querschnittsanalyse von 948 US-amerikanischen Erwachsenen im Alter von 50–85 Jahren anhand von NHANES-Daten. Die körperliche Aktivität wurde mittels Fragebogen erfasst und in Quartile eingeteilt. Acht verschiedene DNA-Methylierungs-basierte epigenetische Uhren wurden mithilfe multivariater linearer Regressionsmodelle analysiert, die für soziodemografische und Lebensstilfaktoren adjustiert wurden.

Studienlimitierungen

Das Querschnittsdesign verhindert kausale Schlussfolgerungen. Die körperliche Aktivität wurde mittels Selbstauskunftsfragebogen erfasst statt durch objektives Monitoring. Die Stichprobe bestand überwiegend aus nicht-hispanischen Weißen, was die Generalisierbarkeit auf andere ethnische Gruppen einschränkt.

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