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PQQ-Nahrungsergänzungsmittel stärkt Mitochondrien, zeigt jedoch keinen Effekt auf Gewicht oder Stoffwechsel bei Mäusen

Eine dreimonatige Studie zeigt, dass PQQ die mitochondriale Biogenese und antioxidative Kapazität erhöht, jedoch keinen Einfluss auf Körpergewicht oder Energieverbrauch hat.

Sonntag, 5. April 2026 33 Aufrufe
Veröffentlicht in Metabol Open
orange-brown PQQ supplement capsules scattered on a white laboratory bench next to a digital scale and measuring beakers

Zusammenfassung

Forscher untersuchten, ob Pyrrolochinolinchinon (PQQ), ein Nahrungsergänzungsmittel, das dafür bekannt ist, die Mitochondrienproduktion zu steigern, Gewicht und Stoffwechsel bei Mäusen beeinflussen kann. Nach dreimonatiger Supplementierung steigerte PQQ die mitochondriale Biogenese und die antioxidative Kapazität im Lebergewebe signifikant. Allerdings hatte es keinen Einfluss auf Körpergewicht, Nahrungsaufnahme, Energieverbrauch oder Fettansammlung bei Mäusen, die entweder eine normale oder eine fettreiche Diät erhielten. Obwohl PQQ die Expression stoffwechselbezogener Gene veränderte, führten diese zellulären Veränderungen nicht zu messbaren Verbesserungen des Ganzkörper-Energiestoffwechsels oder zur Prävention von Adipositas.

Detaillierte Zusammenfassung

Diese kontrollierte Studie untersuchte, ob eine Supplementierung mit Pyrrolochinolinchinon (PQQ) Gewichtszunahme verhindern und den Energiestoffwechsel durch eine verbesserte Mitochondrienfunktion steigern kann. Die Forscher teilten 64 männliche Mäuse in vier Gruppen ein: Normalkost, Normalkost plus PQQ, fettreiche Ernährung und fettreiche Ernährung plus PQQ. Die Behandlung erfolgte über drei Monate mit 30 mg/L PQQ im Trinkwasser.

Die Ergebnisse offenbarten eine Diskrepanz zwischen zellulären und systemischen Effekten. PQQ erhöhte den mitochondrialen DNA-Gehalt (als Hinweis auf eine größere Mitochondrienzahl) signifikant und verbesserte die antioxidative Kapazität im Lebergewebe von Mäusen mit Normalkost. Zudem steigerte es die Spontanaktivität: PQQ-behandelte Mäuse legten in Verhaltenstests größere Strecken zurück und verbrachten weniger Zeit in Ruhe.

Diese zellulären Verbesserungen schlugen sich jedoch nicht in metabolischen Vorteilen nieder. PQQ hatte weder in der einen noch in der anderen Ernährungsgruppe einen signifikanten Einfluss auf Gewichtszunahme, Nahrungsaufnahme, Sauerstoffverbrauch, Wärmeproduktion oder Fettansammlung. Mäuse mit fettreicher Ernährung nahmen 1,19 g pro Woche zu, gegenüber 0,68 g bei Mäusen mit Normalkost – doch PQQ veränderte diese Raten nicht. Ebenso wenig verbesserte PQQ die Insulinsensitivität oder den Glukosestoffwechsel in einer der beiden Gruppen.

Interessanterweise veränderte PQQ die Expression wichtiger Stoffwechselgene, darunter CPT1a (Fettoxidation), SCD1 (Fettsynthese) sowie die Hexokinasen HK2 und HK3 (Glukosestoffwechsel), was auf zelluläre Stoffwechselveränderungen hindeutet. Die Autoren schlussfolgern, dass PQQ zwar auf zellulärer Ebene die mitochondriale Biogenese und die antioxidativen Abwehrmechanismen verbessert, diese Veränderungen jedoch nicht ausreichen, um den Gesamtenergiehaushalt des Körpers nennenswert zu beeinflussen oder einer ernährungsbedingten Adipositas bei gesunden männlichen Mäusen vorzubeugen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • PQQ increased mitochondrial DNA content in liver tissue, indicating enhanced mitochondrial biogenesis
  • Total antioxidant capacity in liver increased significantly in PQQ-treated normal diet mice
  • PQQ had no effect on body weight gain rates (0.68g/week normal diet vs 1.19g/week high-fat diet unchanged)
  • No significant changes in oxygen consumption, heat production, or respiratory quotient with PQQ treatment
  • PQQ increased autonomous activity distance and reduced resting time in normal diet mice only
  • Expression of metabolism genes CPT1a, SCD1, FABP1, HK2, HK3, and PGK1 was altered by PQQ supplementation
  • No effect on fat mass accumulation, insulin levels, or glucose metabolism in either diet group

Methodik

Kontrollierte Studie mit 64 männlichen C57BL/6J-Mäusen (8–10 Wochen alt), aufgeteilt in 4 Gruppen à 16 Tiere, die über 3 Monate mit 30 mg/L PQQ im Trinkwasser behandelt wurden. Die Forscher maßen Nahrungsaufnahme, Körpergewicht, Energiestoffwechsel mittels indirekter Kalorimetrie, autonome Aktivität, Blutzucker/Insulin, mitochondrialen DNA-Gehalt, antioxidative Kapazität sowie Genexpression mittels RT-qPCR. Die statistische Auswertung erfolgte mittels ANOVA mit Bonferroni-Korrektur; P<0,05 wurde als signifikant gewertet.

Studienlimitierungen

Die Studie beschränkte sich ausschließlich auf männliche Mäuse, was möglicherweise nicht die Auswirkungen bei Weibchen oder Menschen widerspiegelt. Die Dosierung von 30 mg/L ist möglicherweise nicht optimal, und längere Behandlungszeiträume könnten erforderlich sein, um systemische Effekte zu beobachten. Die Autoren weisen auf die Diskrepanz zwischen zellulären Veränderungen und dem Gesamtstoffwechsel hin, was auf komplexe regulatorische Mechanismen hindeutet, die nicht vollständig untersucht wurden.

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