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Verlängertes Fasten kann Entzündungen tatsächlich erhöhen, nicht senken

Eine Scoping-Review von 14 klinischen Studien zeigt, dass Fasten über 48 Stunden häufig CRP, IL-6 und TNF-α erhöht – und damit gängige entzündungshemmende Aussagen in Frage stellt.

Mittwoch, 17. Juni 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in Ageing Res Rev
Close-up of an empty white dinner plate on a wooden table at dusk, soft warm light casting long shadows, a glass of water beside it.

Zusammenfassung

Eine umfassende Scoping-Übersichtsarbeit, die in *Ageing Research Reviews* veröffentlicht wurde, analysierte 14 klinische Humanstudien, um zu untersuchen, wie prolongiertes Fasten (48 Stunden oder länger) wichtige inflammatorische Biomarker beeinflusst – darunter CRP, IL-6 und TNF-α. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass verlängertes Fasten Entzündungen reduziert, verzeichneten die meisten Studien entweder keine Veränderung oder sogar einen tatsächlichen Anstieg dieser Marker während des Fastens – insbesondere CRP, das bei Personen mit Übergewicht oder Adipositas signifikant anstieg. Bemerkenswert ist, dass sich die CRP-Werte nach der Nahrungswiederaufnahme häufig normalisierten, was darauf hindeutet, dass die Entzündungsreaktion möglicherweise vorübergehend oder adaptiver Natur ist und keinen Schaden anrichtet. Die Übersichtsarbeit hebt erhebliche Inkonsistenzen zwischen den Studien hervor, die auf unterschiedliche Fastendauern, Studienpopulationen und Protokolle zurückzuführen sind, und fordert rigorose randomisierte kontrollierte Studien, um die Langzeiteffekte zu klären.

Detaillierte Zusammenfassung

Ausgedehntes Fasten hat als Strategie für Langlebigkeit und metabolische Gesundheit erheblich an Popularität gewonnen, wobei Befürworter behaupten, es reduziere chronische Entzündungen – einen zentralen Treiber von Alterung und Krankheit – auf wirkungsvolle Weise. Die tatsächliche Evidenzgrundlage für diese Behauptung wurde jedoch noch nie systematisch zusammengefasst, was Kliniker und die Öffentlichkeit ohne verlässliche Orientierung lässt.

Dieses Scoping-Review, durchgeführt von Forschern der University of Sydney und veröffentlicht in Ageing Research Reviews, durchsuchte systematisch fünf große Datenbanken und identifizierte 14 begutachtete klinische Humanstudien, die die Auswirkungen von verlängertem Fasten (≥48 Stunden) auf drei etablierte Entzündungsbiomarker untersuchten: C-reaktives Protein (CRP), Interleukin-6 (IL-6) und Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α). Das Review folgte den PRISMA-ScR-Leitlinien, um methodische Strenge zu gewährleisten.

Die Befunde stellen die populäre Erzählung in Frage. Die Mehrheit der eingeschlossenen Studien berichtete während ausgedehnter Fastenperioden entweder von keiner signifikanten Veränderung oder von einem Anstieg der Entzündungsbiomarker. CRP – der am häufigsten gemessene Marker – stieg an, oft signifikant, insbesondere bei Teilnehmern mit Übergewicht oder Adipositas. Anstiege von TNF-α und IL-6 wurden ebenfalls in einigen Studien festgestellt, jedoch mit geringerer Konsistenz über die Studien hinweg.

Eine potenziell bedeutsame Nuance zeichnete sich ab: Mehrere Studien beobachteten, dass erhöhte CRP-Werte nach der Wiederaufnahme der Nahrungszufuhr auf den Normalwert zurückgingen oder absanken. Dies legt nahe, dass die fasteninduzierte Entzündungsreaktion möglicherweise vorübergehend ist oder einen adaptiven physiologischen Mechanismus darstellt – möglicherweise analog zu Hormesis-Stress – und kein Zeichen pathologischer Entzündung.

Das Review warnt, dass die Evidenz begrenzt und inkonsistent bleibt und durch eine große Variation in Fastendauer, Gesundheitsstatus der Teilnehmer und Studiendesign geprägt ist. Die Autoren fordern gut konzipierte randomisierte kontrollierte Studien mit standardisierten Protokollen über diverse Bevölkerungsgruppen hinweg, um die langfristigen Auswirkungen von verlängertem Fasten auf Entzündungen und Stoffwechselerkrankungen angemessen zu bewerten.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Most of 14 clinical trials found prolonged fasting (≥48 h) caused no change or an increase in CRP, IL-6, or TNF-α.
  • CRP rose significantly during fasting, especially in individuals with overweight or obesity.
  • CRP often normalized after refeeding, suggesting the inflammatory response may be transient or adaptive.
  • Evidence is inconsistent across studies due to differing fasting durations, populations, and protocols.
  • No standard fasting protocol exists; randomized controlled trials are urgently needed.

Methodik

Dies ist ein systematisches Scoping-Review nach PRISMA-ScR-Leitlinien, das PubMed, Medline, Web of Science, Embase und Scopus nach bis August 2024 veröffentlichten Studien durchsucht hat. Eingeschlossen wurden ausschließlich peer-reviewte klinische Humanstudien, die die Auswirkungen von prolongiertem Fasten auf Entzündungsmarker untersuchten, woraus 14 geeignete Studien resultierten.

Studienlimitierungen

Nur 14 Studien erfüllten die Einschlusskriterien, was auf eine spärliche und heterogene Evidenzbasis hinweist. Erhebliche Unterschiede in der Fastendauer, den Teilnehmermerkmalen und den Methoden zur Ergebnismessung schränken studienübergreifende Vergleiche ein. Derzeit existieren keine randomisierten kontrollierten Studien mit standardisierten Protokollen, was definitive Schlussfolgerungen verhindert.

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