Gleichzeitige COVID- und Grippeimpfungen stellen kein zusätzliches Risiko dar, bestätigt eine große Studie
Eine VA-Studie mit 2,5 Millionen Personen zeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von COVID- und Grippeimpfstoffen am selben Tag genauso sicher ist wie eine Grippeimpfung allein.
Zusammenfassung
Eine große Studie auf Basis von VA-Gesundheitsakten ergab, dass die gleichzeitige Verabreichung eines COVID-Impfstoffs und einer Grippeimpfung am selben Tag das Risiko unerwünschter Ereignisse im Vergleich zur alleinigen Grippeimpfung nicht erhöht. Die Forscher untersuchten 46 verschiedene potenzielle Nebenwirkungen bei über 2,5 Millionen Personen und fanden bei der gleichzeitigen Verabreichung keinen statistisch signifikanten Anstieg schwerwiegender, klinisch relevanter oder auch nur milder unerwünschter Ereignisse. Die Studie erstreckte sich über drei Ären der COVID-Impfstoffformulierungen von 2022 bis 2025 und ist damit für aktuelle Impfstoffe relevanter als ältere Sicherheitsdaten aus der Pandemiezeit. Die Ergebnisse sind besonders beruhigend für ältere Erwachsene und Menschen mit chronischen Erkrankungen und bestätigen, dass die COVID-Impfung weiterhin ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis aufweist.
Detaillierte Zusammenfassung
Für gesundheitsbewusste Erwachsene, die jährliche Impfpläne koordinieren müssen, liefert eine neue großangelegte Studie klare praktische Orientierung: COVID- und Grippeimpfung am selben Tag zu erhalten ist genauso sicher wie die Grippeimpfung allein. Die in den Annals of Internal Medicine veröffentlichte Studie analysierte elektronische Gesundheitsdaten des VA und umfasste mehr als 2,5 Millionen Menschen über drei aktuelle COVID-Impfstoffformulierungsperioden zwischen September 2022 und August 2025.
Die Studie verwendete ein Target-Trial-Emulationsdesign und verglich 705.124 Personen, die beide Impfungen am selben Tag erhielten, mit 1.813.205 Personen, die nur eine Grippeimpfung erhielten. Bedeutsam ist, dass das Active-Comparator-Design — bei dem zwei geimpfte Gruppen miteinander verglichen werden, anstatt Geimpfte mit Ungeimpften zu vergleichen — dazu beitrug, den Healthy-Vaccinee-Bias zu reduzieren und damit die Validität der Ergebnisse zu stärken.
Die Forscher untersuchten 46 einzelne unerwünschte Ereignisse in drei zusammengesetzten Ergebniskategorien: schwerwiegend oder lebensbedrohlich, klinisch bedeutsam sowie weniger schwerwiegend oder selbstlimitierend. Nach Korrektur für multiple Vergleiche erreichte keines statistische Signifikanz. Zwei Ergebnisse zeigten nominelle Signale — ein leicht erhöhtes Synkopen-Risiko und ein leicht verringertes Tinnitus-Risiko — doch keines hielt einer strengen statistischen Korrektur stand. Das Myokarditis-Risiko war in beiden Gruppen gering.
Der Untersuchungszeitraum der Studie ist eine wesentliche Stärke. Die meisten vielzitierten Impfstoffsicherheitsdaten stammen noch immer aus der frühen Pandemiephase mit Impfstoffen, die an immunologisch naiven Bevölkerungsgruppen verabreicht wurden. Diese Studie spiegelt die zeitgemäße hybride Immunität wider — Menschen, die mehrere Impfdosen und wahrscheinlich auch eine frühere Infektion hatten — und bietet damit eine relevantere Sicherheitsaussage für die heutige Bevölkerung.
Der leitende Forscher Ziyad Al-Aly betonte, dass COVID trotz des rückläufigen Schweregrades eine reale Bedrohung bleibt, insbesondere für ältere Erwachsene und Menschen mit Komorbiditäten. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis spricht nach wie vor für eine Impfung. Praktisch gesehen spart die gleichzeitige Verabreichung Zeit und kann die Einhaltung beider Impfempfehlungen verbessern, was sie für die meisten Erwachsenen zur sinnvollen Standardoption macht.
Wichtigste Erkenntnisse
- Same-day COVID and flu coadministration showed no increased risk across 46 assessed adverse events in 2.5M+ people.
- No statistically significant increase in myocarditis risk was found with coadministration versus flu vaccine alone.
- Study spans 2022–2025, covering bivalent, XBB-adapted, and KP-adapted COVID vaccine formulations for modern relevance.
- Active-comparator design comparing two vaccinated groups reduces healthy-vaccinee bias, strengthening safety conclusions.
- Findings especially reassure older adults and those with comorbidities that COVID vaccination risk-benefit still favors vaccination.
Methodik
Dies ist ein Nachrichtenbericht, der eine begutachtete Target-Trial-Emulation zusammenfasst, die in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde, einer Fachzeitschrift mit hoher Glaubwürdigkeit. Die Studie verwendete elektronische Gesundheitsdaten des VA von über 2,5 Millionen Personen und nutzte ein Active-Comparator-Design, um Verzerrungen zu reduzieren. Die Qualität der Evidenz ist aufgrund der großen Stichprobengröße und der Impfstoffabdeckung über mehrere Zeiträume als stark einzustufen.
Studienlimitierungen
Die VA-Population ist überwiegend männlich (über 92 %) und weiß, was die Übertragbarkeit auf Frauen und vielfältigere Bevölkerungsgruppen einschränkt. Die Studie hat ein beobachtendes Design – auch mit Emulationsmethodik –, sodass nicht gemessene Störvariablen nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Leser sollten die primäre Publikation in den Annals of Internal Medicine für vollständige statistische Details und Ergebnisdefinitionen konsultieren.
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