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Tauchen löst über aufeinanderfolgende Tauchgänge einen progressiven EPO-Anstieg aus

Freizeittaucher zeigen nach drei Tauchgängen in zwei Tagen einen Anstieg des Erythropoietins um 34 % – ein rätselhaftes hyperoxisch-hypoxisches Paradoxon.

Mittwoch, 22. April 2026 3 Aufrufe
Veröffentlicht in Med Sci Sports Exerc
A scuba diver underwater at depth, surrounded by blue water, with diving equipment and bubbles rising toward the surface, shot from below

Zusammenfassung

Eine neue Studie in Medicine & Science in Sports & Exercise verfolgte Erythropoetin (EPO) und Marker der roten Blutkörperchen bei Freizeittauchern über Einzeltauchgänge, aufeinanderfolgende Tauchgänge und eine vollständige Sommersaison. Während ein einzelner Tauchgang keine signifikante EPO-Veränderung hervorrief, bewirkten drei Tauchgänge über zwei Tage einen progressiven Anstieg des EPO um 34 % bis zum letzten Tauchgang. Interessanterweise blieben Erythrozytenzahl, Hämoglobin und Hämatokrit über aufeinanderfolgende und saisonale Tauchgänge hinweg stabil. Dies stellt die Annahme in Frage, dass hyperoxische Bedingungen beim Tauchen EPO schlicht unterdrücken. Die Ergebnisse deuten auf eine komplexe biologische Reaktion hin – als hyperoxisch-hypoxisches Paradoxon bezeichnet –, bei der das Einatmen von Hochdrucksauerstoff paradoxerweise das Hormon stimuliert, das normalerweise durch niedrigen Sauerstoffgehalt ausgelöst wird. Der Mechanismus hinter diesem EPO-Anstieg bleibt unklar und bedarf weiterer Untersuchung.

Detaillierte Zusammenfassung

Tauchen mit Druckluft versetzt den Körper in eine einzigartige physiologische Umgebung: Das Atmen von Pressluft in der Tiefe erzeugt Hyperoxie – erhöhte Sauerstoffwerte –, was eigentlich eine Suppression von Erythropoetin (EPO), dem Hormon, das die Produktion roter Blutkörperchen steuert, erwarten ließe. Neuere Erkenntnisse deuten jedoch auf das Gegenteil hin – ein Phänomen, das als hyperoxisch-hypoxisches Paradoxon bezeichnet wird. Diese Studie hatte zum Ziel, EPO- und Erythrozytenantworten bei unterschiedlichen Tauchexpositionen bei Freizeittauchern systematisch zu charakterisieren.

Die Forscher rekrutierten kroatische Freizeittaucher und untersuchten drei Szenarien: einen einzelnen 30-minütigen Tauchgang auf 30 Meter Tiefe (n=23), drei aufeinanderfolgende 30-minütige Tauchgänge über zwei Tage (n=18) sowie eine vollständige Sommer-Tauschsaison mit mehr als 20 Tauchgängen, die über 21 Wochen beobachtet wurde (n=12). Blutproben wurden zu mehreren Zeitpunkten erhoben: vor, unmittelbar nach und mehrere Stunden nach den Tauchgängen.

Ein einzelner Tauchgang bewirkte zu keinem Zeitpunkt eine signifikante Veränderung des EPO-Spiegels. Bei aufeinanderfolgenden Tauchgängen hingegen stieg EPO nach dem zweiten Tauchgang um 18 %, kletterte vor dem dritten Tauchgang auf 24 % über den Ausgangswert und erreichte nach dem dritten Tauchgang einen Höchststand von 34 % über dem Ausgangswert – ein statistisch robuster, progressiver Anstieg. Trotz dieses hormonellen Signals blieben Erythrozytenzahl, Hämoglobin und Hämatokrit sowohl beim Protokoll der aufeinanderfolgenden Tauchgänge als auch über die gesamte Sommersaison stabil.

Die Diskrepanz zwischen steigendem EPO und unveränderten Erythrozytenparametern ist bemerkenswert. Sie könnte auf eine zeitliche Verzögerung zwischen EPO-Signal und erythropoetischer Reaktion hinweisen oder darauf hindeuten, dass andere Regulationsmechanismen die nachgelagerten Effekte abschwächen. Auch oxidativer Stress durch hyperoxiebedingte Erythrozytenschäden könnte eine Rolle spielen.

Für Kliniker und Sportmediziner werfen diese Befunde Fragen darüber auf, wie sich repetitives Tauchen langfristig auf die hämatologische Physiologie auswirkt. Die Studie ist durch kleine Stichprobengrößen, die ausschließliche Verfügbarkeit als Abstract sowie den Umstand eingeschränkt, dass der biologische Mechanismus des EPO-Anstiegs ungeklärt bleibt. Größere, mechanistisch ausgerichtete Studien sind erforderlich.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Three successive dives over two days drove a progressive 34% increase in EPO by the final dive.
  • A single 30-minute dive to 30 m produced no significant EPO change at any time point.
  • Red blood cell count, hemoglobin, and hematocrit remained stable across successive and seasonal diving.
  • EPO rose significantly before the third dive began, suggesting a carry-over hormonal signal between sessions.
  • A full summer season of recreational diving (20+ dives over 21 weeks) did not alter red blood cell parameters.

Methodik

Prospektive Beobachtungsstudie mit kroatischen Freizeittauchern in drei Protokollen: Einzeltauchgang (n=23), drei aufeinanderfolgende Tauchgänge über zwei Tage (n=18) und eine 21-wöchige Sommersaison (n=12). Blutproben wurden vor dem Tauchgang, unmittelbar nach dem Tauchgang und – sofern zutreffend – 3 Stunden nach dem Tauchgang entnommen. Eine Kontrollgruppe war nicht vorhanden.

Studienlimitierungen

Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, da der vollständige Text nicht als Open Access verfügbar ist, was die Beurteilung methodischer Details, statistischer Strenge und Störvariablen einschränkt. Die Stichprobengrößen sind in allen drei Protokollen gering, was die statistische Aussagekraft und Verallgemeinerbarkeit reduziert. Die Studie verfügt über keine Kontrollgruppe und klärt nicht den biologischen Mechanismus auf, der dem beobachteten EPO-Anstieg zugrunde liegt.

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