Selbst berichtete Taubheit mit beschleunigtem biologischen Altern bei US-amerikanischen Erwachsenen in Verbindung gebracht
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Hörverlust zelluläre Alterungsprozesse beschleunigen kann, während Sehprobleme keinen ähnlichen Effekt aufweisen.
Zusammenfassung
Eine Studie mit 2.344 US-amerikanischen Erwachsenen ergab, dass selbst berichtete Taubheit mit beschleunigten epigenetischen Alterungsmarkern assoziiert war, insbesondere GrimAge2 und DunedinPoAm. Diese auf DNA-Methylierung basierenden Biomarker sagen Krankheitsrisiko und Sterblichkeit besser vorher als das chronologische Alter. Teilnehmer, die Taubheit angaben, zeigten ein biologisches Alter, das einem Mehrwert von über 4 Jahren im Vergleich zu Personen mit gutem Hörvermögen entsprach. Sehprobleme zeigten keine vergleichbaren Assoziationen, was darauf hindeutet, dass Hörverlust möglicherweise einzigartige Auswirkungen auf zelluläre Alterungsprozesse hat.
Detaillierte Zusammenfassung
Hörverlust betrifft bis zu 94 % der älteren Erwachsenen und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich, doch sein Zusammenhang mit biologischen Alterungsprozessen war bislang unklar. Diese wegweisende Studie untersuchte, ob sensorische Beeinträchtigungen mit epigenetischen Alterungsmarkern korrelieren, die Krankheits- und Mortalitätsrisiken vorhersagen.
Die Forschenden analysierten Daten von 2.344 US-amerikanischen Erwachsenen ab 50 Jahren aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (1999–2002) und untersuchten die Zusammenhänge zwischen selbst berichteter Hör- und Sehfunktion sowie sieben epigenetischen Alterungsbiomarkern, die aus DNA-Methylierungsmustern abgeleitet wurden.
Die Ergebnisse zeigten auffällige Assoziationen mit Hörverlust. Teilnehmende, die Taubheit angaben, wiesen eine signifikant beschleunigte biologische Alterung auf: GrimAge2 lag um 4,19 Jahre höher, und DunedinPoAm (Alterungstempo) war im Vergleich zu Personen mit gutem Hörvermögen deutlich erhöht. Taubheit war zudem mit höheren geschätzten Spiegeln entzündlicher Marker wie TIMP1 und C-reaktivem Protein assoziiert. Überraschenderweise wurden keine Zusammenhänge zwischen Sehproblemen und epigenetischen Alterungsmarkern festgestellt.
Diese Befunde legen nahe, dass Hörverlust tiefergreifende biologische Alterungsprozesse auslösen oder widerspiegeln könnte, die über einen einfachen sensorischen Abbau hinausgehen. Die verwendeten epigenetischen Marker sind leistungsstarke Prädiktoren für Morbidität und Mortalität, was darauf hindeutet, dass Taubheit eine beschleunigte zelluläre Alterung signalisieren kann, die sich auf die allgemeinen Gesundheitsergebnisse auswirkt. Diese Forschung liefert erstmals bevölkerungsweite Belege, die selbst berichteten Hörverlust mit biologischen Alterungsmarkern in einer repräsentativen US-amerikanischen Stichprobe verknüpfen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Self-reported deafness associated with 4.19 years higher GrimAge2 biological age
- Deafness linked to elevated DunedinPoAm pace-of-aging marker
- Higher inflammatory markers (TIMP1, CRP) observed in deaf participants
- Vision problems showed no associations with epigenetic aging markers
- Findings suggest hearing loss may reflect deeper biological aging processes
Methodik
Querschnittsanalyse von 2.344 US-amerikanischen Erwachsenen ab 50 Jahren aus NHANES 1999–2002. Sieben epigenetische Alterungsbiomarker wurden anhand der DNA-Methylierung aus Vollblut mittels Illumina EPIC Arrays gemessen. Selbstberichtete Hör- und Sehfunktion wurde durch standardisierte Fragebögen erfasst.
Studienlimitierungen
Das Querschnittsdesign verhindert die Bestimmung von Kausalität. Selbstberichtete Sinnesfunktionen spiegeln möglicherweise keine objektiven Messungen wider. Die geringe Stichprobengröße bei schweren Beeinträchtigungen begrenzt die statistische Aussagekraft für einige Analysen.
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