Longevity & AgingPressemitteilung

Gürtelrose-Impfstoff zeigt schwächere Immunantwort bei Patienten mit systemischer Sklerose, bleibt aber sicher

SSc-Patienten entwickeln nach Shingrix eine geringere Antikörperreaktion als gesunde Kontrollpersonen, dennoch löst der Impfstoff keine Krankheitsschübe aus – Ärzte empfehlen ihn weiterhin.

Donnerstag, 11. Juni 2026 3 Aufrufe
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: Shingles Vaccine Shows Weaker Response in Systemic Sclerosis Patients But Remains Safe

Zusammenfassung

Eine prospektive Studie aus Brasilien ergab, dass Patienten mit systemischer Sklerose (SSc), einer autoimmunen Bindegewebserkrankung, nach der Impfung mit dem rekombinanten Gürtelrose-Impfstoff Shingrix deutlich schwächere Antikörperreaktionen entwickelten als gesunde Kontrollpersonen. Die Serokonversionsraten betrugen 92,6 % bei SSc-Patienten gegenüber 99,7 % in der Kontrollgruppe, und die Antikörperkonzentrationen waren etwa halb so hoch wie bei den Kontrollpersonen. Wichtig ist, dass der Impfstoff die SSc-Symptome weder verschlechterte noch Krankheitsschübe auslöste. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass SSc-Patienten die Impfung aufgrund des guten Sicherheitsprofils weiterhin erhalten sollten, auch wenn der Langzeitschutz möglicherweise eingeschränkt ist. Weitere Studien sind erforderlich, um zu bestimmen, wie dauerhaft der Immunschutz in dieser Patientengruppe tatsächlich ist.

Detaillierte Zusammenfassung

Für Menschen mit systemischer Sklerose, einer chronischen Autoimmunerkrankung, die Haut und innere Organe betrifft, ist die Wirksamkeit von Impfstoffen nicht garantiert. Eine neue Sekundäranalyse, die in Rheumatology veröffentlicht wurde, beleuchtet, wie gut der rekombinante Herpes-Zoster-Impfstoff — Shingrix — in dieser vulnerablen Bevölkerungsgruppe tatsächlich wirkt, und die Ergebnisse werfen wichtige Fragen zum Langzeitschutz auf.

Forscher der Universidade de Sao Paulo in Brasilien analysierten Daten von 68 SSc-Patienten und 299 gesunden Kontrollpersonen, die das standardmäßige Zwei-Dosen-Schema von Shingrix erhalten hatten. Während 92,6 % der SSc-Patienten technisch gesehen eine Serokonversion erreichten — definiert als vierfacher Anstieg der Anti-Glykoprotein-E-Antikörper — lag dies hinter der Rate von 99,7 % in der Kontrollgruppe zurück. Noch auffälliger war, dass die geometrischen mittleren Antikörperkonzentrationen und die Faktorzunahmen bei SSc-Patienten etwa halb so groß waren wie bei den Kontrollpersonen, was darauf hindeutet, dass selbst Patienten mit technisch nachgewiesener Konversion möglicherweise einen schwächeren Immunschutz aufweisen.

Die gute Nachricht ist, dass die Sicherheit kein Problem darstellte. SSc-Patienten erlebten keine Zunahme von Krankheitsschüben, keine Verschlechterung der Symptome, und Nebenwirkungen waren vergleichbar mit oder milder als bei den Kontrollpersonen, einschließlich weniger Injektionsstellenreaktionen. Die zellvermittelte Immunität, ein weiterer Arm der Immunabwehr, war im Vergleich zu gesunden Personen nicht signifikant reduziert.

Die Forscher führen die abgeschwächte Antikörperreaktion teilweise auf die der SSc inhärente Immunfehlregulation und teilweise auf die immunsuppressiven Medikamente — wie Mycophenolat Mofetil — zurück, die viele Patienten einnehmen. Dies spiegelt Muster wider, die bei anderen Impfstoffen in Autoimmunpopulationen beobachtet wurden.

In der Praxis sollten Kliniker und SSc-Patienten diese Ergebnisse nicht als Grund interpretieren, auf eine Impfung zu verzichten. Die Autoren befürworten ausdrücklich die Integration von Shingrix in SSc-Präventionsprotokolle. Diese Studie unterstreicht jedoch die Notwendigkeit von Langzeit-Follow-up-Daten, um zu bestimmen, ob Auffrischungsdosen oder alternative Dosierungsstrategien einen dauerhaften Schutz bei immungeschwächten Rheumapatienten verbessern könnten.

Wichtigste Erkenntnisse

  • SSc patients had 92.6% seroconversion vs 99.7% in healthy controls after Shingrix vaccination.
  • Antibody concentrations in SSc patients were roughly half those seen in healthy controls.
  • No disease flares or worsening of SSc symptoms were observed post-vaccination.
  • Cell-mediated immunity was not significantly diminished in SSc patients compared to controls.
  • Researchers still recommend Shingrix for SSc patients due to its favorable safety profile.

Methodik

Dies ist ein Nachrichtenbericht, der eine begutachtete Sekundäranalyse zusammenfasst, die in der Fachzeitschrift Rheumatology veröffentlicht wurde und auf einer prospektiven randomisierten Studie basiert, die in Brasilien durchgeführt wurde. Die Studie umfasste 68 SSc-Patienten und 299 gesunde Kontrollpersonen – eine verhältnismäßig kleine Patientenstichprobe, die jedoch von einem prospektiven Studiendesign und einer direkten Vergleichsgruppe profitiert. Die Glaubwürdigkeit der Quelle ist hoch – MedPage Today ist ein renommiertes medizinisches Nachrichtenportal, das über Arbeiten eines etablierten brasilianischen akademischen Medizinzentrums berichtet.

Studienlimitierungen

Die SSc-Patientenkohorte war mit 68 Personen relativ klein, was die statistische Aussagekraft für Subgruppenanalysen einschränkt. Da Patienten unter Rituximab- und Cyclophosphamid-Therapie ausgeschlossen wurden, lassen sich die Ergebnisse möglicherweise nicht auf die gesamte SSc-Population übertragen. Langzeit-Follow-up-Daten zur tatsächlichen Gürtelrose-Inzidenz bei geimpften SSc-Patienten liegen noch nicht vor, sodass die reale Schutzwirkung weiterhin ungewiss bleibt.

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