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Testosterontherapie gefährdet die Fruchtbarkeit – So schützen Sie die Spermien

TRT unterdrückt die Spermienproduktion bei Männern im reproduktionsfähigen Alter, doch neue Formulierungen und ergänzende Therapien können die Fruchtbarkeit erhalten.

Freitag, 15. Mai 2026 6 Aufrufe
Veröffentlicht in Nat Rev Urol
Close-up molecular rendering of testosterone molecules alongside sperm cells in a vivid blue-toned cellular environment

Zusammenfassung

Die Testosteron-Ersatztherapie (TRT) wird zunehmend bei Männern mit niedrigem Testosteron verschrieben, doch exogene Androgene unterdrücken die für die Spermienproduktion notwendigen Hormonsignale stark. Dieser Review von Experten der Cleveland Clinic erklärt, wie TRT die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse stört, den intratesticulären Testosteronspiegel drastisch senkt und die Spermatogenese beeinträchtigt. Obwohl die Spermienproduktion nach dem Absetzen von TRT häufig wieder einsetzt, verläuft die Erholung langsam und unvorhersehbar – ein ernstes Problem für Männer mit Kinderwunsch. Ergänzende Behandlungen wie Aromatasehemmer, selektive Östrogenrezeptorantagonisten und Gonadotropine (hCG, FSH) können dabei helfen, die Fruchtbarkeit zu erhalten oder wiederherzustellen. Neuere kurzwirksame TRT-Formulierungen, wie orales Testosteron undecanoate und nasales Testosteron-Gel, können zu einer geringeren Suppression führen und die Spermienproduktion teilweise aufrechterhalten.

Detaillierte Zusammenfassung

Testosteronersatztherapie gehört zu den am häufigsten verschriebenen hormonellen Interventionen bei Männern, insbesondere da symptomatischer Testosteronmangel mit zunehmendem Alter häufiger auftritt. Doch bei Männern im reproduktiven Alter birgt die TRT ein kritisches und oft unterschätztes Risiko: eine ausgeprägte Unterdrückung der Spermienproduktion, die noch lange nach dem Ende der Behandlung anhalten kann.

Dieser umfassende Review aus dem Jahr 2025, veröffentlicht in Nature Reviews Urology, untersucht die Mechanismen, durch die exogenes Testosteron die Spermatogenese stört. Wird Testosteron von außen zugeführt, unterdrückt es das Gonadotropin-Releasing-Hormon und nachgeschaltete Signale, was zu einem starken Abfall des luteinisierenden Hormons (LH) und des follikelstimulierenden Hormons (FSH) führt. Die Folge ist ein steiler Rückgang des intratesticulären Testosterons – jener lokal hohen Konzentrationen, die für die Spermienreifung unerlässlich sind – wodurch die Spermatogenese effektiv zum Stillstand gebracht oder schwerwiegend beeinträchtigt wird.

Ein zentrales Problem, das die Autoren identifizieren, ist die Variabilität der Spermienregeneration nach dem Absetzen der TRT. Zwar erholen sich bei den meisten Männern die Spermienproduktion letztlich wieder, doch der Zeitverlauf ist kaum vorhersehbar und kann sich über Monate bis Jahre erstrecken, was Familienplanungsentscheidungen erheblich erschwert. Diese Ungewissheit erfordert eine proaktive Fruchtbarkeitsberatung vor Beginn einer TRT bei jedem Mann im reproduktiven Alter.

Der Review hebt mehrere pharmakologische Strategien hervor, um das Fertilitätsrisiko zu minimieren. Aromatasehemmer und selektive Östrogenrezeptorantagonisten können den endogenen Gonadotropinspiegel anheben, während exogene Gonadotropine – humanes Choriongonadotropin (hCG) und FSH – die Hodenfunktion während oder nach der TRT direkt stimulieren können. Diese Ansätze können bei ausgewählten Patienten dazu beitragen, die Spermatogenese zu erhalten oder wiederherzustellen.

Bemerkenswert ist, dass die Autoren darauf hinweisen, dass neuere, kürzer wirksame TRT-Formulierungen – orales Testosteronundecanoat und nasales Testosterongel – die HPG-Achse möglicherweise unvollständig supprimieren und die Spermienproduktion teilweise erhalten können, was potenzielle Optionen für symptomatische Männer bietet, die ihre Fertilität aufrechterhalten möchten. Dennoch bleibt die TRT bei Männern, die aktiv versuchen, ein Kind zu zeugen, kontraindiziert.

Wichtigste Erkenntnisse

  • TRT drastically reduces intratesticular testosterone, suppressing spermatogenesis in reproductive-age men.
  • Sperm recovery after TRT cessation is highly variable, potentially taking months to years.
  • hCG, FSH, aromatase inhibitors, and SERMs can preserve or restore sperm production during TRT.
  • Short-acting formulations like nasal testosterone gel may partially preserve the HPG axis and fertility.
  • TRT is contraindicated in men actively trying to conceive; counseling before initiation is essential.

Methodik

Dies ist ein narrativer Übersichtsartikel, der in Nature Reviews Urology veröffentlicht wurde und die bestehende Literatur zu TRT und deren Auswirkungen auf die männliche Fertilität zusammenfasst. Die Autoren sind Urologen am Glickman Urological Institute der Cleveland Clinic. Im Rahmen dieser Publikation wurden keine Primärdaten erhoben und keine klinische Studie durchgeführt.

Studienlimitierungen

Als auf einem Abstract basierender Übersichtsartikel können der vollständige Umfang der einbezogenen Studien, die Qualitätsbewertung und die spezifische Evidenzgraduierung nicht beurteilt werden. Der Übersichtsartikel spiegelt möglicherweise einen Publikationsbias in den zugrunde liegenden Studien wider, und die interindividuelle Variabilität bei der Suppression und Erholung der HPG-Achse schränkt die Verallgemeinerbarkeit klinischer Empfehlungen ein.

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