Longevity & AgingPressemitteilung

Zwei Stunden wöchentliches Krafttraining senken das Herzerkrankungsrisiko bei Frauen um 20 %

Eine 15-jährige Harvard-Kohortenstudie mit 117.000 Frauen zeigt, dass Krafttraining Herzvorteile bietet, die über die alleinige aerobe Belastung hinausgehen.

Donnerstag, 18. Juni 2026 4 Aufrufe
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: Two Hours of Weekly Resistance Training Cuts Women's Heart Disease Risk by 20%

Zusammenfassung

Eine bedeutende Harvard-Studie, die über 117.000 Frauen fast 15 Jahre lang begleitete, ergab, dass mindestens zwei Stunden Krafttraining pro Woche das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 % senkte. Der Nutzen blieb auch nach Berücksichtigung des Ausdauertrainingsumfangs und der Zeit im Sitzen bestehen. Frauen, die Krafttraining mit Ausdauersport und wenig Sitzzeit kombinierten, verzeichneten eine Risikoreduktion von 40 %. Bemerkenswert ist, dass bereits eine Stunde wöchentliches Krafttraining schützende Effekte zeigte, wenn es regelmäßig durchgeführt wurde. Jede zusätzliche Stunde pro Woche war mit einem weiteren Rückgang des Herz-Kreislauf-Risikos um 5 % verbunden. Diese im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichte Forschungsarbeit bestätigt Krafttraining als eigenständiges und wirkungsvolles Instrument für die Herzgesundheit von Frauen – nicht nur als Ergänzung zum Ausdauertraining.

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Detaillierte Zusammenfassung

Krafttraining wird seit Langem mit Muskelkraft und metabolischer Gesundheit in Verbindung gebracht, doch eine wegweisende neue Studie liefert überzeugende Belege für seine schützende Wirkung auf das Herz – insbesondere bei Frauen. Die in der Fachzeitschrift Journal of the American College of Cardiology veröffentlichte große Kohortenstudie verfolgte über 117.000 US-amerikanische Frauen aus der Nurses' Health Study über durchschnittlich 14,5 Jahre und liefert damit einige der bisher robustesten Langzeitdaten zu Krafttraining und kardiovaskulären Ergebnissen.

Das zentrale Ergebnis: Frauen, die mindestens zwei Stunden Krafttraining pro Woche absolvierten, hatten ein um 20 % geringeres Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen als jene, die gar kein Krafttraining betrieben. Diese Assoziation blieb statistisch signifikant, auch nach Bereinigung um wesentliche Störvariablen wie Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte. Bemerkenswert ist zudem, dass jede zusätzliche Stunde wöchentlichen Krafttrainings mit einer weiteren Risikoreduktion von 5 % verbunden war.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie ist, dass Krafttraining kardiovaskuläre Vorteile bietet, die über jene von Ausdauertraining hinausgehen. Selbst unter Frauen, die die Empfehlungen für aerobe Aktivität erfüllten und ihre sitzende Tätigkeit reduzierten, erzielten jene, die zusätzlich Krafttraining absolvierten, deutlich bessere Ergebnisse – eine Risikoreduktion von 40 % gegenüber 27 % bei alleiniger aerober Aktivität und wenig Sitzen.

Auch Kontinuität erwies sich als entscheidender Faktor. Frauen, die über die Jahre hinweg mindestens eine Stunde wöchentliches Krafttraining beibehielten, wiesen einen messbaren Schutzeffekt auf – was darauf hindeutet, dass regelmäßige, anhaltende Bemühungen mehr zählen als Intensität oder Umfang allein.

Für gesundheitsbewusste Menschen sprechen diese Ergebnisse dafür, Krafttraining nicht als optionale Ergänzung, sondern als zentrale Säule der kardiovaskulären Prävention zu betrachten. Die wesentliche Einschränkung der Studie liegt in ihrem Beobachtungsdesign – selbst berichtete Trainingsgewohnheiten können Messfehler verursachen, und die bei Pflegefachkräften gewonnenen Erkenntnisse lassen sich möglicherweise nicht auf alle Bevölkerungsgruppen übertragen. Randomisierte Studien sind erforderlich, um Kausalität zu bestätigen und optimale Protokolle zu definieren.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Women doing 2+ hours/week of resistance training had 20% lower major CVD risk over 14.5 years.
  • Each additional hour of weekly resistance training linked to a 5% further drop in cardiovascular risk.
  • Combining resistance training, aerobic exercise, and low sedentary time reduced CVD risk by 40%.
  • Resistance training benefits persisted independently of aerobic activity levels.
  • Consistency over years with even 1 hour/week of resistance training showed measurable heart protection.

Methodik

Dies ist eine Forschungszusammenfassung, die auf einer von Experten begutachteten Kohortenstudie basiert, die im Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht und von Forschern der Harvard T.H. Chan School of Public Health durchgeführt wurde. Die Studie fasste Daten aus zwei großen, etablierten laufenden Kohorten (Nurses' Health Study I und II) mit einer kombinierten Stichprobengröße von 117.025 Frauen und einem Beobachtungszeitraum von etwa 14,5 Jahren zusammen, was hochwertige Beobachtungsevidenz darstellt.

Studienlimitierungen

Als Beobachtungskohortenstudie kann keine Kausalität nachgewiesen werden – gesündere Personen entscheiden sich möglicherweise gezielt für Krafttraining. Die Trainingsgewohnheiten wurden von den Krankenschwestern selbst angegeben, was potenzielle Erinnerungs- und Messfehler mit sich bringt. Die Studienpopulation aus examinierten Krankenpflegekräften schränkt die Übertragbarkeit auf breitere, vielfältigere Bevölkerungsgruppen ein; die Ergebnisse sollten im Zusammenhang mit Daten aus randomisierten kontrollierten Studien interpretiert werden.

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