Vitamin K2-Nahrungsergänzungsmittel verlangsamt Arterienverkalkung in zweijähriger niederländischer Studie
Eine placebokontrollierte Studie ergab, dass eine tägliche MK-7-Supplementierung die Progression der Koronararterienverkalkung über zwei Jahre moderat reduzierte.
Zusammenfassung
Eine in JAMA Cardiology veröffentlichte niederländische klinische Studie ergab, dass die tägliche Einnahme von Menaquinon-7 (MK-7), einer Form von Vitamin K2, die Ablagerung von Kalkablagerungen in den Koronararterien über einen Zeitraum von zwei Jahren messbar verlangsamte. Teilnehmer mit bestehender koronarer Herzkrankheit, die MK-7 einnahmen, wiesen im Vergleich zur Placebogruppe signifikant niedrigere CAC-Werte und eine geringere Kalziummasse auf. Der Nutzen zeigte sich am deutlichsten bei frühen bis mittelschweren nicht-kalzifizierten Plaques. Die Forscher warnen, dass der Effekt moderat ist und klinische Endpunkte wie Herzinfarkte oder Sterblichkeit nicht erfasst wurden. Dennoch liefern die Ergebnisse bedeutsame Belege dafür, dass Vitamin K2 eine schützende Rolle für die kardiovaskuläre Gesundheit spielen könnte – insbesondere bei Personen, die bereits Anzeichen einer Atherosklerose zeigen.
Detaillierte Zusammenfassung
Koronare Arterienverkalkung ist ein etablierter Marker für das kardiovaskuläre Risiko, und eine Verlangsamung ihres Fortschreitens ist ein bedeutsames Ziel der Herzerkrankungsprävention. Eine neue placebokontrollierte Studie aus den Niederlanden liefert nun einige der bislang stärksten klinischen Belege dafür, dass eine bestimmte Form von Vitamin K2 genau das leisten kann.
Die VitaK-CAC-Studie untersuchte die tägliche Supplementierung mit Menaquinon-7 (MK-7) bei Patienten mit symptomatischer chronischer koronarer Herzkrankheit. Nach zwei Jahren stieg der CAC-Score in der MK-7-Gruppe von 135 auf 184 AU, verglichen mit einem Anstieg von 145 auf 214 AU in der Placebogruppe. Die Kalziummasse folgte einem ähnlichen Muster, wobei die Nahrungsergänzungsmittelgruppe sowohl nach einem als auch nach zwei Jahren eine deutlich geringere Akkumulation zeigte. Beide Unterschiede erreichten statistische Signifikanz bei P=0,02.
Der Nutzen war nicht gleichmäßig über alle Plaquetypen verteilt. MK-7 schien am wirksamsten bei der Verlangsamung der Verkalkung nicht-kalzifizierter und frühstadiger Plaques zu sein, ohne messbaren Effekt auf fortgeschrittene Plaques oder die Entstehung neuer atherosklerotischer Läsionen. Auch beim Grad der arteriellen Stenose und der Anzahl betroffener Gefäße zeigte sich kein Unterschied zwischen den Gruppen.
Die Forscher weisen darauf hin, dass der tatsächliche Effekt von MK-7 möglicherweise unterschätzt wurde – aufgrund einer Adhärenzrate von 80 %, einer Abbruchrate von 17 % und der Unfähigkeit der Standard-CT-Bildgebung, Mikrokalzifikationen zu erfassen. Ein begleitendes Editorial von Experten der Johns Hopkins University warf die Möglichkeit auf, dass MK-7 Kalzium möglicherweise in kleinere, im CT unsichtbare Ablagerungen verlagert, anstatt es vollständig zu verhindern – eine Nuance mit potenziellen klinischen Implikationen.
In der Praxis ist MK-7 eine aus dem Darm stammende Verbindung, die in fermentierten Lebensmitteln wie Natto vorkommt und als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist. Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, betonen die Autoren, dass nur eine vollständige Endpunktstudie, die kardiovaskuläre Ereignisse misst, bestätigen kann, ob die Verlangsamung des CAC-Fortschreitens durch MK-7 zu einem realen Herzschutz führt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Daily MK-7 supplementation significantly slowed CAC score progression over 2 years vs placebo (184 vs 214 AU).
- Calcium mass accumulation was also meaningfully lower in the MK-7 group at both 1 and 2 years.
- Benefit was limited to early and moderately developed noncalcified plaques, not advanced or new lesions.
- MK-7 had no effect on arterial stenosis severity or number of vessels affected.
- True efficacy may be underestimated due to imaging limitations and participant dropout.
Methodik
Dies ist ein Nachrichtenbericht, der eine placebokontrollierte randomisierte klinische Studie (VitaK-CAC) zusammenfasst, die im JAMA Cardiology, einem hochangesehenen peer-reviewten Fachjournal, veröffentlicht wurde. Die Studie wurde am Maastricht University Medical Center mit CT-basiertem CAC-Scoring als primärem Endpunkt durchgeführt. Ein begleitendes Editorial von Kardiologen der Johns Hopkins University liefert unabhängigen Expertenkontext.
Studienlimitierungen
Die Studie maß die CAC-Progression als Surrogat-Endpunkt und nicht klinische Ereignisse wie Herzinfarkte oder Sterblichkeit, sodass der reale Nutzen unbewiesen bleibt. Die Therapietreue der Teilnehmer lag bei etwa 80 %, und die Abbruchrate erreichte 17 %, was den beobachteten Effekt möglicherweise abgeschwächt hat. Standard-CT-Bildgebung kann Mikrokalzifikationen übersehen, weshalb der Mechanismus und das wahre Ausmaß der Wirkung von MK-7 weiterer Untersuchung bedürfen.
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