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Warum Reps in Reserve nicht dasselbe ist wie Trainingsintensität

Ein konzeptionelles Fachpaper stellt den weitverbreiteten Missbrauch von „Reps in Reserve" als Proxy für Trainingsintensität in Frage – mit konkreten Auswirkungen auf die Programmgestaltung.

Mittwoch, 17. Juni 2026 4 Aufrufe
Veröffentlicht in Med Sci Sports Exerc
a barbell loaded with weight plates on a squat rack in a gym, with a whiteboard showing percentages and rep schemes in the background

Zusammenfassung

Eine neue Studie in Medicine & Science in Sports & Exercise argumentiert, dass „Repetitions in Reserve" (RIR) – die Anzahl der Wiederholungen, die man noch vor dem Muskelversagen ausführen könnte – grundsätzlich nicht dasselbe ist wie Trainingsintensität. Intensität im Krafttraining wird klassisch als die Last relativ zum Einwiederholungsmaximum (Prozentsatz des 1RM) definiert. RIR hingegen beschreibt die Nähe zum Muskelversagen, die bei einer bestimmten Intensität je nach Anzahl der ausgeführten Wiederholungen, der Übung und der jeweiligen Person stark variieren kann. Die Vermischung dieser beiden unterschiedlichen Variablen führt zu fehlerhafter Programmgestaltung und unklaren Forschungsvergleichen. Die Autoren, die spanischen Sportwissenschaftsinstitutionen angehören, fordern eine Rückkehr zu den grundlegenden Definitionen der Trainingswissenschaft, um die Klarheit in Forschung und Praxis zu verbessern.

Detaillierte Zusammenfassung

Präzise Terminologie ist das Fundament guter Wissenschaft – und in der Krafttrainingsforschung könnte ungenaue Sprache sowohl Studiendesigns als auch praktische Trainingsentscheidungen in der realen Welt unbemerkt verzerren. Ein neues Konzeptpapier, veröffentlicht in Medicine & Science in Sports & Exercise, nimmt einen der häufigsten terminologischen Fehler in der modernen Krafttrainingsforschung direkt ins Visier: die Behandlung von „Repetitions in Reserve" (RIR) als Maß für die Trainingsintensität.

Die Autoren argumentieren, dass Intensität, wie sie in der Trainingswissenschaft klassisch definiert wird, sich auf die externe Last bezieht, die auf den Körper einwirkt – relativ zur individuellen Maximalkapazität und typischerweise als Prozentsatz des Einwiederholungsmaximums (%1RM) ausgedrückt. RIR hingegen ist ein Maß für die Nähe zum Muskelversagen: wie viele weitere Wiederholungen eine Person noch ausführen könnte, bevor sie nicht mehr in der Lage wäre weiterzumachen.

Dies sind verwandte, aber unterschiedliche Konstrukte. Ein Sportler, der 10 Wiederholungen mit 60 % seines 1RM ausführt, hat möglicherweise 5 Wiederholungen in Reserve. Derselbe Sportler, der 3 Wiederholungen mit 90 % 1RM ausführt, hat ebenfalls ungefähr 5 Wiederholungen in Reserve. Die Lastintensität unterscheidet sich erheblich; der RIR-Wert hingegen nicht. RIR als Ersatz für Intensität zu verwenden, verschleiert daher eine entscheidende Variable und macht studienübergreifende Vergleiche unzuverlässig.

Für Kliniker und Trainer sind die praktischen Konsequenzen erheblich. Trainingsentscheidungen hinsichtlich Muskelhypertrophie, Kraftentwicklung und Verletzungsrisiko hängen alle davon ab, Last und Anstrengung genau zu unterscheiden. Ihre Verwechslung kann sowohl bei Athleten als auch bei Patienten zu Unter- oder Überbelastung führen.

Die Autoren, die einem spanischen Krafttrainings-Forschungsnetzwerk angehören, fordern eine Rückkehr zu grundlegenden Definitionen, um die wissenschaftliche Strenge wiederherzustellen. Obwohl das Papier konzeptioneller Natur ist und keine neuen experimentellen Daten berichtet, ist seine Argumentation für alle relevant, die Krafttrainingsforschung oder Trainingsprogramme gestalten oder interpretieren.

Wichtigste Erkenntnisse

  • RIR (reps in reserve) measures proximity to failure, not the load used — these are distinct variables.
  • The same RIR can occur at vastly different %1RM loads depending on rep range and exercise.
  • Conflating RIR with intensity distorts research comparisons and real-world program design.
  • Classic intensity definition (%1RM) should not be replaced or conflated with effort-based metrics.
  • Returning to foundational terminology is essential for scientific rigor in strength training research.

Methodik

Dies ist ein konzeptuelles bzw. Positionspapier und keine experimentelle Studie. Es werden keine Teilnehmer, Interventionen oder statistische Analysen berichtet. Das Argument stützt sich auf etablierte sportwissenschaftliche Definitionen und eine logische Analyse der Art und Weise, wie RIR und Intensität in der Literatur verwendet werden.

Studienlimitierungen

Die Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, da der Volltext nicht frei zugänglich ist. Da es sich um ein konzeptionelles Paper handelt, werden die Argumente nicht durch neue experimentelle Daten gestützt und spiegeln die theoretische Position der Autoren wider. Das Paper berücksichtigt möglicherweise keine praktischen Szenarien, in denen RIR als nützliche ergänzende Kennzahl dient, wenn ein 1RM-Test nicht praktikabel ist.

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