Longevity & AgingAlternde Augen kämpfen stärker mit visueller Überfüllung, wenn die Zeit knapp ist
Eine neue Studie der Bar-Ilan University ergab, dass das foveale Crowding – die Schwierigkeit, einen von visuellen Störreizen umgebenen Buchstaben zu identifizieren – mit dem Alter deutlich zunimmt, jedoch nur dann, wenn die Betrachtungszeit auf 120 Millisekunden begrenzt ist. Dreiunddreißig Teilnehmer im Alter von 20 bis 89 Jahren absolvierten eine Buchstabenerkennungsaufgabe unter unbegrenzten sowie unter kurzen Darbietungsbedingungen. Jüngere Erwachsene zeigten unter beiden Bedingungen vernachlässigbare Crowding-Effekte. Ältere Erwachsene erzielten bei unbegrenzter Zeit ähnliche Leistungen wie jüngere Erwachsene, wiesen jedoch unter der 120-ms-Bedingung deutliche Genauigkeitseinbußen auf. Auch die Reaktionszeiten verlängerten sich mit zunehmendem Alter, selbst bei unbegrenzter Betrachtungszeit. Diese Befunde legen nahe, dass altersbedingte Rückgänge in der visuellen Verarbeitungsgeschwindigkeit – und nicht die Sehschärfe an sich – der entscheidende Treiber jener Sehschwierigkeiten im Alltag sind, über die ältere Erwachsene häufig berichten.