Brain HealthAPOE2 und APOE4 beeinflussen das Alzheimer-Risiko über entgegengesetzte Proteinpfade
Das APOE-Gen ist der größte genetische Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit – doch warum die ε4-Variante das Risiko erhöht, während die ε2-Variante es senkt, blieb bisher ungeklärt. Diese groß angelegte Proteomik-Studie analysierte Tausende von Proteinen in Blut und Rückenmarksflüssigkeit aus fünf großen Forschungskohorten. Die Ergebnisse zeigen, dass APOE2 Proteine hochreguliert, die an der zellulären Erhaltung und antiinflammatorischen Prozessen beteiligt sind, während APOE4 mit Proteinen assoziiert ist, die auf vaskuläre Schäden, Immunfunktionsstörungen und eine beeinträchtigte Proteinbeseitigung hinweisen. Entscheidend ist, dass diese Proteinsignaturen auftreten, bevor eine nachweisbare Alzheimer-Pathologie vorliegt, und über Alter und Krankheitsstadium hinweg konsistent bleiben. Die Ergebnisse identifizieren spezifische molekulare Angriffspunkte für allelspezifische Therapien – also Behandlungen, die auf die jeweilige APOE-Variante eines Patienten zugeschnitten sind – sowie potenzielle frühe Biomarker für das klinische Screening.