Longevity & AgingBlutverjüngung und epigenetisches Reset wirken gegen das Altern möglicherweise besser gemeinsam
Wissenschaftler debattieren seit Langem darüber, ob das Altern stärker durch schädliche Faktoren im Blut oder durch Veränderungen innerhalb einzelner Zellen angetrieben wird, die die Art und Weise beeinflussen, wie Gene abgelesen werden. Eine neue Übersichtsarbeit in *Ageing Research Reviews* argumentiert, dass beides zutrifft – und dass die Kombination zweier hochmoderner Strategien wirkungsvoller sein könnte als jede einzelne für sich. Die erste Strategie, die systemische Neukalibrierung, beinhaltet die Modifikation des Blutmilieus – von experimentellen Parabiose-Studien an Tieren bis hin zu therapeutischem Plasmaaustausch beim Menschen – um altersfördernde Faktoren zu entfernen. Die zweite, die partielle zelluläre Reprogrammierung, nutzt die vorübergehende Aktivierung von Yamanaka-Faktoren, um epigenetische Markierungen in Zellen zurückzusetzen, ohne diese vollständig in Stammzell-Zustände umzuwandeln. Die Übersichtsarbeit schlägt einen integrierten Rahmen vor und fordert mechanistische Forschung sowie bessere Biomarker zur Bewertung kombinierter Ansätze.