Longevity & AgingGehirn-Fingerabdrücke: Kognitive Profile unterscheiden vier Parkinson-Syndrome
Forscher analysierten kognitive und neuropsychiatrische Daten von 1.138 Personen mit vier verschiedenen Parkinson-ähnlichen Erkrankungen im Vereinigten Königreich. Sie stellten fest, dass jede Erkrankung ein charakteristisches kognitives Profil aufweist: Bei PSP dominiert eine frontale Exekutivdysfunktion, bei CBS visuospatiale Defizite, bei MSA leichtere Gedächtnis- und Exekutivbeeinträchtigungen und bei PD vor allem Schlafstörungen. Apathie war das charakteristische neuropsychiatrische Merkmal von PSP, während bei CBS Depressionen und Angststörungen im Vordergrund standen. Entscheidend ist, dass neuropsychiatrische Merkmale kognitive Domänen bei der Unterscheidung zwischen den Syndromen übertrafen. Das Plasma-Neurofilament-Light-Chain korrelierte bei PSP mit dem kognitiven, nicht jedoch mit dem motorischen Schweregrad. Diese Erkenntnisse unterstützen die Entwicklung eines klinischen Diagnose-Klassifikators zur früheren und genaueren Identifizierung dieser rasch progredienten und häufig fehldiagnostizierten Erkrankungen.