Longevity & AgingGehirnzellen (Glia) besitzen einzigartige circadiane Uhren, die bei Alzheimer und im Alterungsprozess versagen
Forscher nutzten zelltyp-spezifische Ribosomen-Markierungstechniken (TRAP/RiboTag), um 24-Stunden-Genexpressionszyklen in Astrozyten und Mikroglia aus dem Mauskortex unter drei Bedingungen zu kartieren: gesund und jung, mit Amyloid-Plaques belastet (Alzheimer-Modell) und gealtert. Jeder Gliazelltyp wies ein eigenes zirkadianes Translatom auf. Sowohl Amyloid-Pathologie als auch Alterung bewirkten ein dramatisches, zelltyp-spezifisches „zirkadianes Reprogrammieren" – mit Gewinn und Verlust rhythmischer Genexpression in Signalwegen, die Neuroinflammation, Immunstoffwechsel und Proteinabbau steuern. Nahezu die Hälfte aller bekannten Alzheimer-Risikogene zeigte zirkadiane Oszillationen, von denen viele durch die Erkrankung verändert waren. Mikroglia-Funktionen wie die Reaktion auf oxidativen Stress und die Amyloid-Phagozytose wiesen ebenfalls tageszeitliche Schwankungen auf, was darauf hindeutet, dass der Zeitpunkt der Probenentnahme von Mikroglia die experimentellen Ergebnisse erheblich beeinflusst.